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Thema: Spiegel oder nicht?

Manche spirituellen Menschen haben offenbar ein echtes Problem damit, in der Welt ihren eigenen Spiegel wieder zu erkennen. Da argumentiert der Verstand gerne mal, dass nicht alles Spiegel ist, um sich von den unerwünschten Personen und Erscheinungen der Welt abzugrenzen.

Um es mal ganz klar und deutlich festzustellen: es gibt NICHTS dort draußen, was aus der individuellen Identifikation heraus wahrnehmbar oder vorstellbar ist, was NICHT Projektion ist.

Nur aus dem selbstlosen Gewahrsein kann die Wirklichkeit erkannt werden. Und das argumentiert nicht, sondern wird einfach nur allem gewahr, was entsteht und vergeht.

Doch zurück zur Identifikation. Alle Menschen, auch die wachsten, die sich der Erleuchtung vollkommen bewusst sind, sind identifiziert. Der Unterschied zwischen ihnen und anderen Menschen ist nur der, dass sie sich der Identifikation als notwendige Grundlage ihrer Existenz voll bewusst sind und sich daher bewusst freiwillig identifizieren.
Sie wissen, dass sie nicht diese Identifikation sind, sondern dass sie nur eine vorübergehende Projektion des allumfassenden, göttlichen Selbst ist.

Aus der bewussten, absichtlichen Identifikation heraus ist man nicht mehr an die eigene Geschichte und die damit verbundenen Verstrickungen gebunden, sondern vollkommen frei, jederzeit eine andere zu wählen.

Wenn nicht bewusst identifizierte Menschen einander begegnen, spiegeln sie sich gegenseitig. Das, was sie bereits integriert haben, bleibt im Hintergrund. Und die Unterschiede, all das, was einem selbst zu fehlen oder zu viel zu sein scheint, bestimmt die Begegnung. Und das muss keineswegs auf beiden Seiten das gleiche sein.

Die ganze Welt ist und bleibt, auch für vollkommen Erwachte, Spiegel, Projektion. Denn hinter jeder Erscheinung steckt immer dasselbe: die Göttlichkeit oder der kosmische Geist. ॐ

रोलन्द् बब