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Thema: Advaita - schon immer aktuell

Viele Menschen haben von Advaita noch nie etwas gehört, für manche ist es ein Rätsel, und die meisten, dies es kennen, halten es für eine esoterische oder religiöse Spinnerei, eine rein theoretische Verstandesgeburt oder eine Modeerscheinung, die man sich, wie so manches aus Asien, als Schmuck ans Ego heften kann.

Einige wissen natürlich auch, dass es eine etwa im 7. Jht. entstandene, philosophische Richtung im Hinduismus bezeichnet, deren Grundgedanke die nicht dualistische Natur der Wirklichkeit ist.
Ausgehend von dieser These wird jede trennende Perspektive, die Gut und Böse, Falsch und Richtig, Licht und Finsternis in Gegensätze teilt, das eine sucht und das andere bekämpft, als widernatürliche, Leid erschaffende Verblendung betrachtet.

Die Meisten von uns wissen, oder ahnen zumindest, dass auch tatsächlich die größte und vor allem am längsten anhaltende Freude nicht im Erreichen irgendwelcher materieller Ziele oder der Erfüllung von Bedürfnissen oder emotional Wünschen liegt. Der Spaß daran ist sehr vergänglich.

Das über die willkürlich gezogenen Grenzen jeder Trennung hinaus Wachsen, also die Erkenntnis, dass alle Gegensätze immer nur getrennte Perspektiven auf ein und dasselbe Ganze sind, vereint sie dagegen für immer und schafft so eine dauerhafte Entspannung, die mit keinem einseitigen Sieg vergleichbar ist.

Wer jetzt glaubt, das sei eine rein indische Erfindung, ist allerdings auf dem Holzweg. Schon das Thomas Evangelium weist darauf hin, dass wir nicht einfach wieder wie die Kinder werden müssen, um ins Himmelreich zu gelangen, obwohl offensichtlich die Meisten nach diesem Satz aufgehört haben zu lesen.
Denn danach verkündet Jesus, dass nur diejenigen dort hin gelangen, die aus Zweien Eines machen, das Innere wie das Äußere, das Äußere wie das Innere, das Darunter wie das Darüber, das Männliche wie das Weibliche.

Diese segensreiche, heilende Verschmelzung der Gegensätze finden wir dann natürlich in der Mystik fast aller Religionen ebenso wie im Buddhismus und in der Mythologie der meisten Naturvölker.

Und wir erleben sie natürlich tagtäglich selbst, wann immer es uns gelingt, Herz und Verstand in Einklang zu bringen, uns mit anderen Mensch zu versöhnen, in die Harmonie zwischen Ich und Welt, zwischen Mensch und Kosmos einzutauchen.

Advaita - wörtlich übersetzt Nicht-zwei - ist also keineswegs eine rein theoretische Möglichkeit, die Welt zu betrachten, sondern der schon immer aktuelle und vielleicht schnellste und vielversprechendste Weg zur Heilung von Ich und Welt.



Alles Liebe.  *INLOVE*

रोलन्द् बब