1

Thema: Identität vs. geistige Freiheit

Das Sein in der materiellen Welt, für das wir alle uns ja immer wieder entscheiden, erfordert eine gewisse Identität.
Als vernünftige Erwachsene, die wir ja hoffentlich zumindest zum Teil gelegentlich sind, ist uns einigermaßen bewusst, dass wir so etwas wie ein Ich oder Ego brauchen, um uns in der Welt durch Kommunikation und Handlungen auszudrücken.

Wir sprechen dann immer gerne von Persönlichkeit oder Charakter, eben von festen Wesenszügen, die unser Ego ausmachen. Es ist das, was uns zu individuellen Wesen macht, uns das Gefühl gibt, jemand zu sein und uns von Anderen und der Welt da draußen unterscheidet.

Betrachtet man diese Wesenszüge, die uns ausmachen, dann fällt einem sehr schnell auf, dass es eigentlich Grenzen sind, die uns häufig in unserer freien Entfaltung behindern.

Kein Wunder also, dass gerade in der spirituellen Welt immer wieder mal der Ruf nach der Vernichtung des Ego laut wird. Was aber problematisch ist, denn das Ego ist ja genau das, was uns erst in der materiellen Welt Existenz verleiht. Wer sägt schon gerne an dem Ast, auf dem er sitzt?

Da wäre also auf der einen Seite die Identifikation mit unserer Persönlichkeit, die uns unsere Existenz als lebendige, denkende und fühlende Wesen überhaupt erst ermöglicht und uns zu dem macht, was wir gerade sind, und auf der anderen Seite dieser vollkommen freie Geist, der in uns wohnt, jede unserer Zellen durchdringt, jedes Gefühl und jeden Gedanken hervorbringt, um seine Freiheit hier in dieser Welt zu verwirklichen.

Es ist also keineswegs verwunderlich, dass wir praktisch unser ganzes Leben lang immer wieder über dieses Paradoxon stolpern und uns dabei immer wieder in heftige Widersprüche verstricken.

Aber eigentlich ist es gar kein Problem, wenn wir keines daraus machen. Wenn ich während und nach der Meditation ganz entspannt im Hier und Jetzt sitze, mich körperlich verausgabt habe, etwas voller Hingabe getan oder aus ganzem Herzen genossen habe, fühle ich mich sowohl fest in der Welt verankert, als auch vollkommen frei.
Da bin ich vollkommen Ego, fühle mich mit jeder Nervenzelle und ganz im Körper, ohne auch nur im Traum daran zu denken, mein Geist wäre dadurch in seiner Freiheit irgendwie eingeschränkt.

Eigentlich möchte ich ja niemanden frustrieren, aber es kann vielleicht als kleiner Ansporn helfen, über sich selbst hinaus zu wachsen, wenn ich weiter gebe, dass dies bei mir inzwischen zum Dauerzustand geworden ist.
Aus eigener Erfahrung weiß ich heute das, wovon ich früher immer nur geträumt habe, nämlich dass es tatsächlich möglich ist, hier auf dieser Erde ein materielles Dasein zu erfahren, ohne leiden zu müssen, immer irgendwo zwischen unbeschwerter Glückseligkeit und vollkommener Ekstase.

Dazu muss man sein Ego nicht bekämpfen oder loswerden, ganz im Gegenteil! Man muss lernen, sich seiner Bewusst zu werden, es zu verstehen und voll und ganz anzunehmen. Es ist das Instrument unseres Geistes, seine Freiheit hier, auf dieser wundervollen Welt, mit allen anderen gemeinsam voller Hingabe und Mitgefühl zu verwirklichen.

Wenn wir dabei im Außen auf Widerstand stoßen, ist das nur der Spiegel eines inneren Konfliktes, eines Widerspruchs, der nur dadurch entstanden ist, dass wir uns unbewusst zu sehr in unsere Persönlichkeit hinein gesteigert und die vollkommene, unwandelbare Freiheit unseres Geistes darüber vergessen haben.

Die Antwort gibt uns der Kosmos immer unmittelbar selbst. Sind wir uns unserer geistigen Freiheit und unserer Verbindung mit allem bewusst, dann klappt alles, was wir anfangen, wie am Schnürchen.
Türmen sich dagegen vor uns nur Hindernisse und Widerstände auf, dann ist nicht mit der Welt da draußen, sondern mit uns etwas nicht in Ordnung. Dann versuchen wir, etwas durchzusetzen, was nur unserer unbewussten Identifikation mit der Persönlichkeit entspringt und gar nicht mit dem Kosmos in Einklang ist.

In solchen Fällen ist es immer am Besten, inne zuhalten, einen Schritt zurück zu treten, sich von der Identifikation mit dem Ich und den Problemen einmal zu lösen und die Sache einfach mal zu betrachten, als wäre es die Angelegenheit eines Fremden.
Dann wird einem meist sehr schnell klar, dass man sich nur in etwas verrannt hat, aus einer blinden Emotion oder einem dummen Prinzip heraus das Hier und Jetzt und damit den harmonischen Strom des kosmischen Flusses verlassen hat.

Ich wünsche euch allen eine entspannte, harmonische Woche voller Freude und Frieden, in der ihr aus ganzem Herzen die Freiheit eures Geistes ohne Hindernisse in der Welt durch eure Persönlichkeit verwirklichen könnt.

Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब