1

Thema: Be-urteilen

Um zu überleben und sich wohl zu fühlen, muss man immer wieder Entscheidungen treffen. Für diese Entscheidungen muss man Menschen, Situationen und Entwicklungen erkennen und beurteilen. Daran ist nichts Falsches oder Schlechtes.

Wenn wir eine Entscheidung treffen müssen, sammeln wir also Informationen, wägen die bekannten Fakten und unsere Gefühle ab und kommen so schließlich zu einem Urteil. Das ist ein Prozess, den wir schon recht früh im Leben erlernen und der Teil unseres Wesens wird.

Da Entscheidungen mitunter spontan und schnell getroffen werden müssen, für die bewusste Bewertung jedes einzelnen Fakts und jedes Gefühls aber eine gewisse Zeit benötigt wird, gewöhnen wir uns schließlich gewisse Strategien an, die wir zum Treffen unserer Entscheidungen anwenden.

Das Problem an diesen anfangs meist sehr nützlichen Gewohnheiten ist, dass sie sich im Laufe der Zeit verselbständigen. Wir fangen an, automatisch alles und jeden unbewusst zu beurteilen und verurteilen, obwohl meist gar keine Entscheidungen anstehen.

Diesen Effekt könnte man durchaus als Regression betrachten, denn bevor wir gelernt haben, zu denken und Entscheidungen bewusst zu treffen, gab es auch noch kein Abwägen von Fakten und Gefühlen, sondern einzig und allein unsere Triebe, die all unser Handeln gesteuert haben.
Wenn wir unsere Entscheidungen nicht mehr ganz bewusst im Hier und Jetzt treffen, ist das Ergebnis entweder wieder die Folge unserer Triebe oder eines Automatismus. Wir sind nicht mehr Menschen mit einem freien Willen, sondern Marionetten unserer Triebe und Gewohnheiten.

Deshalb  möchte ich jedem Menschen, der nicht bereits vollständig erwacht und sich jedem seiner Schritte voll bewusst ist empfehlen, öfter mal inne zu halten. Es lohnt sich immer, darüber nachzudenken, ob man einen freien Willen haben möchte, oder lieber von Gewohnheiten und Trieben gesteuert durchs Leben geht.

Wenn wir unsere Entscheidungen nicht voll bewusst treffen, lehnen wir die Verantwortung für ihre Folgen ab und ohne Verantwortung gibt es keinen freien Willen.

Wenn wir lebendige Wesen für das, was sie tun, lassen oder sind verurteilen, lehnen wir damit einen Teil von uns selbst ab, den wir nach außen projiziert haben.

Wir können nur im Einklang mit unserer Seele, unserem wahren Selbst und der Welt leben, wenn wir bewusst, verständnisvoll und mitfühlend sind, denn wir sind mit allem und jedem verbunden.
Wenn wir unbewusst be- und verurteilen, schneiden wir uns immer von einem Teil von uns selbst ab, erzeugen eine innere Spaltung, eine Spannung, die uns in immer neue Konflikte treibt.

Nur wenn wir wach durchs Leben gehen, im Hier und Jetzt nicht nur die Welt da draußen, sondern auch uns Selbst und die Vorgänge in unserem Bewusstsein aufmerksam beobachten, ohne zu urteilen, können wir uns des alles verbindenden GEISTs gewahr werden.
Und ohne das Gewahrsein des GEISTs gibt es keinen freien Willen, kein Ruhen in der ewigen Glückseligkeit, sondern nur den ewigen Drang, eine unterschwellige, innere Leere mit allem zu stopfen, was die Welt der Erscheinungen her gibt.

Es gibt die ewige Glückseligkeit, den ewigen, inneren Frieden, die vollkommene Harmonie mit dem ganzen Kosmos, und wir alle können daran Teil haben, sie von ganzem Herzen erfahren. Das hat jeder von uns schon erlebt, diese Momente totaler Zufriedenheit, unendlicher Liebe für die ganze Schöpfung und unermesslicher Freude.
Alles, was uns davon ablenkt, ist unser ständiges, unbewusstes Urteilen über andere Menschen und das, was in der Welt vorgeht. Sobald wir aufhören, alles und jeden zu beurteilen, ist die Welt perfekt, alles folgt in vollkommener Harmonie den völlig neutralen kosmischen Kräften, die nichts und niemanden bevorzugen. Das ist die wahre, ewige, kosmische Gerechtigkeit. Nicht das, was wir dafür halten oder gerne hätten.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब