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Thema: Sein, Jetzt und Leere

Das Sein entfaltet sich aus der Stille. Es strömt unaufhörlich aus der Leere in die Existenz, um wieder zu vergehen.

Aus unserem normalen Wachbewusstsein betrachtet wirkt es so, als folge es dabei einer Entwicklung. Alles, was entsteht und vergeht, hat einen Grund und eine Ursache. Doch das ist nicht die wahre Natur der Phänomene.

Sie existieren nicht in der Zeit, haben keinen Bestand. Alles, was die Zeit zu überdauern scheint, entsteht unaufhörlich neu und vergeht wieder im selben Augenblick. Es ist ein ewiger Strom aus der Leere ins Sein und gleichzeitig zurück, wie durch eine Drehtür. Existenz erscheint nur aus unserer individuellen Identifikation betrachtet als beständiger, fortlaufender Vorgang.

Die Ursache dafür ist einzig unser lineares Denken, was notwendig ist, um uns als beständige, lebendige Wesen zu erfahren. Nur in unserem Bewusstsein sind Vergangenheit, Jetzt und Zukunft fein säuberlich voneinander getrennt. In der absoluten, uns allen gemeinsamen, objektiven Realität existiert nur ein einziger Augenblick wirklich: das ewige JETZT.

Die Wahrnehmung erfordert eine Trennung von Subjekt und Objekt, vom Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Das gilt gleichermaßen für jede Sinneswahrnehmung wie für jede Vorstellung und Emotion. Der GEIST teilt sich scheinbar auf in Subjekt und Objekt, in Bewusstsein und Inhalt. Aber diese Trennung findet nicht wirklich statt, sondern existiert nur aus der Perspektive eines identifizierten Bewusstsein. In Wahrheit findet das alles aber immer noch IM GEIST statt.

Es ist praktisch unmöglich, den GEIST mit dem Bewusstsein zu erfassen, denn dazu müsste das Bewusstsein, was untrennbarer Teil des GEISTS ist, sich vom ihm abspalten, um ihn zum betrachteten Objekt zu machen. Das ist, als ob ein Auge sich selbst betrachten wollte.

Es gibt daher nur einen Weg, den GEIST zu erfassen: man muss die Identifikation mit dem betrachtenden Bewusstsein AUFGEBEN.

Wenn das geschieht, verschwindet die Trennung von Subjekt und Objekt ebenso wie die Trennung von Vergangenheit, Jetzt und Zukunft. Der GEIST wird in einem einzigen, unendlichen Augenblick seiner selbst in seiner GÄNZE gewahr. Dies ist der Moment des Erwachens. Das Selbst erkennt seine wahre Natur, die ewige, grenzenlose Leere ist.
Aber sie ist auch ewige, grenzenlose Fülle, unvorstellbare Freude und unermessliche Liebe. Eben Advaita - nicht das EINE und auch Nicht-Zwei und nicht die Vielen, sondern das ALL, das wahre Göttliche, die Urseele, Sein und Nichtsein auf ewig vereint. Was wollt ihr denn noch mehr?


Alles Liebe.  *INLOVE*

रोलन्द् बब