1 Zuletzt bearbeitet von Roland Baba (15.01.2014 01:49:21)

Thema: Verliebt sein vs. Liebe

Nach so vielen hoch trabenden, teils sehr abstrakten Betrachtungen über Spiritualität zur Abwechslung mal was bodenständiges.

Verliebt sein ist oberflächlich betrachtet eine ganz tolle Sache. Es hebt das Bewusstsein und taucht die ganze Welt in einen wunderbaren Glanz, verbindet uns mit der ewigen Glückseligkeit. Wer wäre da so dumm und würde sich dagegen wehren?

Die Sache hat aber einen ganz entscheidenden Haken: sie läuft vollkommen unbewusst ab. Man begegnet einem Menschen, der den unbewussten Vorstellungen vom idealen Partner sehr nahe kommt, und schon rastet irgend etwas ein, was jede nähere, kritische Betrachtung dieses Menschen, über den man gar nichts weiß, verhindert. Hinzu kommt noch der Reiz des Neuen, der Geschmack von Abenteuer, der die Sache einfach unwiderstehlich macht.

Deshalb ist es psychologisch gesehen für pubertierende Teenager eine vollkommen gesunde, natürliche Sache, die zu für die Entwicklung wichtigen Erfahrungen und Erkenntnissen führt, für reife, erwachsene Menschen dagegen eine Krankheit, die durchschnittlich 3 bis 6 Monate anhält. Dann kommt es zur meist sehr schmerzhaften Ernüchterung, weil man aus dem Traum erwacht, wodurch sämtliche Idealisierungen sich als Illusion entpuppen und man den vermeintlich geliebten Menschen endlich so sieht, wie er wirklich ist. Und das hat dann mit dem Blick durch die rosa Brille, der erfolgreich alle negativen Seiten ausgeblendet hat, meist so gar nichts mehr zu tun.

Außerdem hat der Rosabrilleneffekt auch noch die äußerst unangenehme Nebenwirkung einer völligen Realitätsentfremdung. Das heißt, man nimmt auch den ganzen Rest der Welt verzerrt war, was nicht nur die Beziehung zum sozialen Umfeld gefährdet und zu allen möglichen Fehlinterpretationen und gefährlichen Wahrnehmungsverzerrungen führen kann, sondern auch die unweigerlich folgende Ernüchterung mitunter zu einem schlimmeren Alptraum werden lässt, als ein Drogenentzug.

Und das vielleicht Schlimmste daran ist, dass man es aufgrund der völlig veränderten gesamten Wahrnehmung als Betroffener auch noch leicht mit einer spirituellen Transformation verwechseln kann.

Mit Spiritualität hat das Ganze aber natürlich absolut gar nichts zu tun. Es läuft, wie gesagt, komplett auf einer Ebene der unbewussten Identifikation ab und taucht die Betroffenen zwar vorübergehend in Wonne, trennt sie aber vollkommen vom Gewahrsein, von ihrer Essenz, ihrem wahren Selbst ab und zieht sie in die Außenwelt. Das wiederum erzeugt eine unbewusste Abhängigkeit.

Wird die vermeintliche Liebe (mit wahrer Liebe hat das auch absolut nichts zu tun) nicht mehr erwidert, weil der Partner die rosa Brille zuerst abgesetzt hat, dann kommt wegen der Abhängigkeit der schmerzhafte Absturz auch schon mal etwas früher.

Als sehr interessante Alternative mit durchaus vergleichbaren positiven Eigenschaften, aber weniger unangenehmen Nebenwirkungen hätte ich da gerade die wahre, spirituelle Liebe im Angebot.


Fortsetzung folgt.

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2

Re: Verliebt sein vs. Liebe

Bevor ich zur spirituellen Liebe komme, will ich erst mal die Frage in den Raum stellen: Was ist Liebe überhaupt? Was kommt einem da spontan in den Sinn?

Man könnte es ganz nüchtern als eine innige Verbindung zu einem Objekt betrachten, die eine Empfindung des Wohlseins erzeugt. Obwohl wir scheinbar dazu neigen, mit dem Objekt einen Menschen zu assoziieren, kann es eigentlich alles mögliche sein, ein Lebewesen genauso wie eine Pflanze oder ein Gegenstand.

Aber bleiben wir ruhig erst mal bei dem Menschen. Da wird wohl überwiegend an eine sehr dualistische Form der Liebe gedacht, an ein Paar, das sich liebt. Im Idealfall natürlich zur gleichen Zeit gegenseitig.

Und jetzt müssen wir unsere ursprüngliche, nüchterne Definition schon etwas anpassen, denn es ist durchaus auch eine einseitige Liebe möglich, die wohl überwiegend als eher unangenehm empfunden wird. Das Wohlsein scheint dann doch eher ein wünschenswerter Zusatzeffekt, als ein grundsätzlicher Bestandteil der Liebe zu sein.

Aber auch die einseitige Liebe muss nicht notwendiger weise unangenehm empfunden werden, sondern kann durchaus das gleiche Wohlsein hervorbringen.

Was in beiden Fällen Bedingung bleibt, ist dagegen die innige Verbindung zu einem Objekt. Damit hätten wir schon mal die offenbar sehr weit verbreitete Ansicht, dass erfüllende Liebe unbedingt gegenseitig sein muss, in ihre Schranken verwiesen. Sonst wäre nämlich die Liebe zu unbelebten Objekten oder Pflanzen, die ihre Gegenliebe nicht so ohne Weiteres zum Ausdruck bringen können, gar nicht möglich.

C. Castaneda hat in einem seiner Bücher die bisherigen Erkenntnisse einmal recht treffend etwa folgendermaßen zusammengefasst: Ein Krieger sogt sich nicht um die Liebe. Er liebt was und wen er will.

Wie man sieht, kann man also Liebe aus ganz verschiedenen Perspektiven betrachten und dabei zu ganz unterschiedlichen Empfindungen kommen.

Da das Thema verliebt sein vs. Liebe ist, und verliebt sein wohl überwiegend auf Menschen bezogen ist, will ich im Weiteren bei dem Objekt Mensch bleiben. Das dürfte auch alle, die dieses Thema anklicken, sicher am meisten interessieren.

Auf der Alltagsebene mit ihren überwiegend egozentrischen, unbewusst mit ihrer Person identifizierten Menschen scheint das Ideal die gegenseitige Liebe zu sein. Jemanden zu lieben und nichts dafür zurück zu bekommen, ist für egozentrische Menschen indiskutabel, weil sie dem meist gar kein Wohlgefühl abringen können, und nur geliebt zu werden bringt weniger Wohlsein.

Eine Ausnahme bildet die unter Teenagern sehr beliebte unerwiderte, unglückliche Liebe, eigentlich ein Paradoxon, denn obwohl sie einseitig ist und damit unbefriedigend, wird das dadurch entstehende Unwohlsein oft als erstrebenswert angesehen und genossen, was es in Wohlsein transformiert.

Zusammenfassend kann man wohl sagen, die meisten Menschen die gegenseitige Liebe als die erstrebenswerteste betrachten und alle anderen Formen eher eine unbedeutende Nebenrolle  spielen.

Bevor ich zu den spirituellen Aspekten der Liebe komme möchte ich noch darauf hinweisen, dass offensichtlich zwar die Mehrheit, aber nicht alle unbewusst identifizierten Menschen überwiegend egozentrisch orientiert sind. Sonst hätten moralische und ethische Werte wohl kaum eine Chance, sich in einer Gesellschaft zu etablieren. Es dürfte ohnehin schwer fallen, alle Menschen in die Kategorien Egozentrisch und nicht Egozentrisch einzuordnen, weil der Übergang fließend ist und Menschen meist komplexe Bewusstseinsstrukturen aufweisen, die höchstens in überwiegend egozentrisch oder mit egozentrischen Restanteilen eingeteilt werden können.

So kann einer unbewusst identifizierten Person mitunter schon erheblich mehr bedeuten, jemanden einseitig zu lieben und ihm damit Freude zu schenken, als geliebt zu werden oder in gegenseitiger Liebe verbunden zu sein. Was natürlich für einen Egozentriker einfach nur pure Dummheit wäre.

Der Eintritt des Bewusstseins in die spirituelle Ebene transformiert alles. Und damit natürlich auch Liebe und Beziehungen. Obwohl Castanedas Sicht bei oberflächlicher Betrachtung eigentlich noch zutiefst egozentrisch anmutet, kommt in ihr der alles durchdringende und umschließende GEIST schon sehr viel eher zum Ausdruck, als in den gewöhnlichen Perspektiven von einseitiger und gegenseitiger Liebe.

Wir haben da einerseits bereits die für spirituelle Perspektiven charakteristische Weite, die in der Feststellung zum Ausdruck kommt, dass man alles und jeden lieben kann. Auf der anderen Seite drückt sich auch eine vollkommene Unabhängigkeit in der freien Wahl aus, was oder wen man liebt, womit der Perspektive noch eine zusätzliche Dimension hinzugefügt wird. Und noch eine weitere spirituelle Perspektiven auszeichnende Dimension tritt mit der Wertung hinzu, die die Liebe über der Sorge einordnet. Und schließlich ist diese Verbindung der unterschiedlichen Dimensionen noch eine weitere charakteristische spirituelle Dimension, nämlich die Integration.

Obwohl Spiritualität natürlich kleine Grenzen kennt und bis in die Unendlichkeit immer noch mehr Dimensionen integrieren kann, ist Castanedas aus nur zwei sehr knappen Sätzen bestehende Perspektive eine sehr spirituelle, die alles, was man aus der Alltagswelt über Liebe normalerweise annimmt, vollkommen transformiert.

Deshalb möchte ich diese Perspektive gern als Basis nehmen, um ihr weitere Dimensionen hinzuzufügen.


Fortsetzung folgt.

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3

Re: Verliebt sein vs. Liebe

Was in Castaneda's Perspektive nicht explizit zum Ausdruck kommt, ist die Dimension des Geists. Es ist durch die Dimension der Weite schon klar, dass Liebe nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden ist. Im Zusammenhang mit der Liebe zwischen Menschen bedeutet das, dass wir uns mit unserem Konzept der bigamen Beziehung, sei sie nun hetero- oder homosexueller Natur, eigentlich schon Grenzen auferlegen, die die Liebe an sich gar nicht kennt.

Aus spiritueller Sicht ist alles von allem getrennt und gleichzeitig alles mit allem Verbunden. Als Bindeglied wird der alles durchdringende und umschließende Geist betrachtet, der Liebe überhaupt erst möglich macht. Da der Geist universell ist, kann die Liebe jederzeit zwischen allen fühlenden Wesen stattfinden, ist also keineswegs an ein bestimmtes Paar gebunden. Eine Zweierbeziehung ist also, wie bereits erwähnt, aus kosmischer Sicht eine Beschränkung, ein Abstieg zu ein Konzept mit einem geringeren Wert.

Das muss nicht zwangsläufig eine Regression bedeuten, einen Rückfall in eine unbewusste Identifikation. Solange es voll bewusst geschieht, braucht niemand zu fürchten, deswegen seinen Bezug zum reinen Sein zu verlieren und aus der ewigen Glückseligkeit zu fallen. Solange man das Bewusstsein des Grundes für jede Liebe, den Geist, nicht verliert, kann es durchaus sinnvoll sein, sich auf eine niedrigere Ebene hinab zu begeben und eine Zweierbeziehung zu führen, um Menschen die Möglichkeit zur Entwicklung ihres Bewusstseins zu mehr Spiritualität zu geben.

Das Konzept der Bewusstseinsentwicklung durch Liebe ist in Asien recht geläufig und wird meist als tantrische Liebe bezeichnet. Es geht dabei nicht nur um die Erfahrung der mit Liebe verbundenen Wonnen, sondern in erster Linie um die gezielte Anhebung des Bewusstseins.

Wie man vielleicht nach den bisherigen Ausführungen schon ahnt, ist einer der wesentlichen Unterschiede der spirituellen Ebene zu den meisten anderen, dass sich auf ihr alles präzise in geistigen Zusammenhängen begründen lässt. Wenn man sich also auf eine Zweierbeziehung nur einlässt, weil man sich von der Person angezogen fühlt, ohne eine präzise geistige Begründung anführen zu können, die nichts mit deren wunderbaren Eigenschaften zu tun hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man in eine unbewusste Identifikation abgleitet.

Deshalb ist es sehr hilfreich, nicht nur in der Liebe, sondern bei allem immer das grundlegende und verbindende Element, den Geist, im Sinn zu behalten. Es ist natürlich kein Beinbruch, sich auf eine Zweierbeziehung einzulassen und dabei auch mal vorübergehend das Bewusstsein für die eigene Identifikation zu verlieren. Wenn das aber von Anfang an ganz Weg ist und der Geist im Bewusstsein kaum noch oder gar nicht mehr auftaucht, ist man definitiv verliebt. Und was das bedeutet, kann man im ersten Beitrag des Themas nachlesen.

Die Dimension der Weite spiritueller Liebe hat aber noch weitere Aspekte. So ist spirituelle Liebe zum Beispiel auch zu einem bestimmten Zeitpunkt absolut nicht auf ein Objekt beschränkt. Da alle Menschen durch den Geist verbunden sind, ist es daher durchaus möglich und natürlich, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Die Zahl ist dabei ebenso wenig begrenzt, wie die Verbindungen des Geistes, weshalb es ohne weiteres möglich ist, sogar alle Menschen gleichzeitig oder den ganzen Kosmos zu lieben.

Letzteres könnte man dann als kosmische Liebe bezeichnen, deren Intensität naturgemäß nicht nur alle anderen Formen von Liebe, sondern auch jede Vorstellung übersteigt. Wer sie zum ersten mal ganz bewusst erlebt, ist nach dieser Erfahrung absolut nicht in der Lage, sie auch nur annähernd in Worte zu fassen.

Für mich war es eine völlig verblüffende Erkenntnis, dass die Erfahrung der kosmischen Liebe nicht nur alle anderen Formen vollkommen in den Schatten stellt, sondern sie auch dauerhaft transformiert. Seit ich das erste mal in sie eingetaucht bin, hat jede Liebe für mich eine ungekannte Intensität und Tiefe gewonnen.


Fortsetzung folgt.

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Um es mit Vergleichen wenigstens oberflächlich zu beschreiben ist kosmische Liebe etwa so, als ob man zunächst vollkommen den Boden unter den Füßen weg gezogen bekommt, in eine endlose Tiefe fällt, um schließlich ganz sanft in ein warmes Meer von Liebe einzutauchen und dort in köstlicher Schwebe von höchsten Wonnen durchdrungen zu werden, die ewige Glückseligkeit als das Einzige zu erkennen, was existiert.

Für jeden, der es noch nicht erlebt hat, ist es dabei sehr verblüffend, dass dieser unendliche Ozean von Liebe, der einem mit solcher Freude erfüllt, dass es die Tränen in die Augen treibt, vollkommen unpersönlich ist. Da ist kein Zweites mehr, kein Objekt oder Wesen, dass man liebt, sondern nur noch du und der unendliche, Ehrfurcht gebietende Ozean der Liebe.

Nachdem ich jetzt die Ebenen der Liebe bis zur höchsten mir bisher bekannten kosmischen Liebe umrissen habe, fällt mir auf, dass meine Vorsatz, etwas mehr bodenständiges zu schreiben, schließlich doch wieder ziemlich ins Abstrakte abgedriftet ist. Dabei hätte ich es mir eigentlich denken können, denn wenn es bei dem Thema um irgend etwas spirituelles geht, kommt man am Geist, dem Abstrakten an sich ja gar nicht vorbei.

Die Konsequenzen dessen, was ich über spirituelle Liebe dargelegt habe, die einen höheren Wert hat, als jede andere, sind für manche Menschen sicher nicht sehr angenehm.

Wer am Konzept der Zweierbeziehung hängt, wird sich nicht gerne mit der Vorstellung anfreunden, dass sie eine minderwertige Form der Liebe darstellt, die das Bewusstsein vollkommen aus dem Gewahrsein und der ewigen Glückseligkeit in die unbewusste Identifikation ziehen kann.

Von außen betrachtet, als einsamer Single, der sich nach Liebe sehnt, ist es natürlich nicht nur die Verlockung schlechthin, sondern auch eine Entwicklung, eine Anhebung des Bewusstseins, in einer Zweierbeziehung Liebe zu erfahren.
Dabei ist es ganz gleich, ob man diese Erfahrung schon gemacht hat, denn noch nie geliebt zu haben, allein oder in einer unglücklichen Beziehung zu sein und sich nach Liebe zu sehnen, ist aus einer bestimmten Perspektive praktisch dasselbe. Es ist in jedem Fall gefährlich, denn sich nach Liebe zu sehnen bedeutet, sich bereits irgendwie unvollständig zu fühlen. Was wiederum nur daran liegen kann, dass man bereits in einer unbewussten Identifikation steckt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man in die ein oder andere Art von Abhängigkeit gerät, ist also bereits sehr hoch. Es gibt Menschen, die bereits sehr weit entwickelt sind, sich überwiegend ihrer Identifikation bewusst sind und dennoch immer wieder in Beziehungen geraten und dabei vorübergehend ihre Bewusstheit vollkommen verlieren.
Jede Beziehung aus rein emotionalen und / oder rationalen Gründen ohne voll bewusste Identifikation und tiefe Verwurzelung im kosmischen Geist ist IMMER eine Abhängigkeit, eine Krankheit und wird scheitern.

Aus spiritueller Sicht ist jeder empfundene Mangel schon eine Abspaltung vom Geist, vom wahren Selbst, was eine unbewusste Identifikation bedeutet. Eine Sehnsucht nach Liebe ist also bereits ein Ausdruck von fehlendem Selbstbewusstsein. Der Geist kennt gar keinen Mangel, denn er ist selbst der Überfluss, die ewige Glückseligkeit und die Liebe.
Deshalb ist kann eine Beziehung auch so gefährlich sein, denn es gibt absolut überhaupt keine Beziehung, die ein gesundes Selbstbewusstsein dauerhaft ersetzen oder ein fehlendes heilen könnte. Es wäre nur ein Versuch, mit Liebe und Anerkennung im Äußeren ein Loch zu stopfen, was tief in unserem inneren liegt, nämlich die Abtrennung des Bewusstseins vom Geist.

Aber man kann das ganze auch etwas entspannter betrachten. Eine Beziehung muss ja nichts für die Ewigkeit sein und auch der schlimmste Trennungsschmerz geht irgendwann vorbei. Egal, auf welcher Entwicklungsstufe man sich auf eine Beziehung einlässt kann sie eine Bereicherung sein. Schließlich stellt sie die einfachste Form von Ordnung dar, ein Paar, und ist damit kosmisch gesehen höherwertig, als gar keine Ordnung.

Eine glückliche Beziehung, die Jahre oder Jahrzehnte überdauert, kann ich mir aber eigentlich nur zwischen zwei sich ihrer Identifikation voll bewussten Menschen vorstellen.

Und schließlich braucht man ja zum Erfahren der Liebe gar keine Beziehung. Die ursprüngliche Funktion der Paarbildung ist wohl eher biologischen Gründen zuzuschreiben, als einer Entwicklung des Bewusstseins zum voll erwachten, in sich selbst und dem reinen Sein ruhenden Menschen, der eine Beziehung zwar mit Freuden genießen kann, sie aber so dringend braucht, wie ein Loch im Kopf.



Alles Liebe. Vorzugsweise natürlich kosmische.  *INLOVE*  *INLOVE*  *INLOVE*

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Remember: All things must pass in the material world
Like trees falling and therefore making space for light and creating so the ability for new growing.

http://www.youtube.com/watch?v=ebtC3ORg9fU

http://www.youtube.com/watch?v=31nvQDSzxrU

Everlasting is the spiritual world!

http://www.youtube.com/watch?v=PoG0nN_HsHk :om:

6

Re: Verliebt sein vs. Liebe

https://www.youtube.com/watch?v=y5C745b … ata_player

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

We are spirits in the material world...    *INLOVE*

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Ich frag mich grad, wozu all die Gehirnakrobatik gut sein soll.

Wenn Liebe da ist, nehm ich sie an, und versuch nicht, im Katalog nachzusehen, ob sie mir später irgendwann schaden könnte.

Und wenn nicht, ist auch gut.

So'n Schubladendenken hat für mich nix spirituelles.

9 Zuletzt bearbeitet von Roland Baba (17.01.2014 21:26:07)

Re: Verliebt sein vs. Liebe

Hi, Cosmic Floh,

wieder mal ganz schön bissig heute. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Ich verstehe deine Perspektive sehr gut, freue mich sehr für dich, dass du das so sehen kannst und muss dir völlig recht geben. Zumindest aus der Perspektive eines vollkommen in sich ruhenden, seiner Selbst bewussten und tief im kosmischen Geist verwurzelten Person sieht es wohl so aus.

Aber du bist nicht allein. Ich sehe um mich herum jede Menge Menschen, die noch schwer mit ihren Identifikationen zu kämpfen haben und deshalb gerade im Zusammenhang mit dem Thema Liebe immer wieder heftige Abstürze erleben. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es dir ähnlich geht.

Diese Menschen sind zwar scheinbar nur da draußen, aber sie sind auch Teil von mir und bedeuten mir etwas. Was ich hier tue ist also nichts anderes, als kosmischen Impulsen zu folgen und ihnen aus Mitgefühl Perspektiven anzubieten, die vielleicht nicht so recht bewusste Zusammenhänge verdeutlichen.

Wenn ich mit Menschen umgehen will, die mit sich Selbst und ihrem Verstand mehr oder weniger unbewusst identifiziert sind, kann ich nur versuchen, sie in ihrer Sprache anzusprechen.

Davon abgesehen ist Liebe für mich eine tolle Erfahrung, die mir jedes mal wieder meine innige Verbindung zum Geist verdeutlicht. Zu etwas anderem taugt sie aber absolut nicht.

Ich gebe zu, ich neige schon zu der Ansicht, dass Liebe in 99% aller Fälle aufgrund unbewusster Identifikation zu egozentrischen Zwecken missbraucht wird. Und sei es auch nur, um sich vor einer unangenehmen Situation in sie zu flüchten, anstatt die Situation zu transformieren.


Alles Liebe   *INLOVE*

Ach, übrigens: der Chat ist jetzt wieder für alle zugänglich.

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Mein Gott, du must ja echt ziemlich in dich und deinen Verstand verknallt sein!

Lies dir doch mal in Ruhe all deine Beiträge durch und sag mir dann, womit du so identifiziert bist. ;-)

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Cosmic Floh schrieb:

Mein Gott, du must ja echt ziemlich in dich und deinen Verstand verknallt sein!

Jaaaa, und wie!!!

Lies dir doch mal in Ruhe all deine Beiträge durch und sag mir dann, womit du so identifiziert bist. ;-)

Habe ich schon. Und die Antwort ist natürlich: mit ALLEM!


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Verliebt sein vs. Liebe

Schöner Tanz. Danke, bis demnächst mal wieder.  *INLOVE*

13

Re: Verliebt sein vs. Liebe

Ich möchte noch einmal die hier dargestellten Perspektiven zusammenfassen.

Aus spirituellen Perspektiven ist GEIST das wertvollste und liebenswerteste, denn es ist das, was ALLES gleichermaßen vollkommen in seinem ganzen Sein annimmt und umschließt.

Obwohl mein Bewusstsein schon mehrfach von dieser allumfassenden, unpersönlichen kosmischen Liebe des GEISTs vollkommen erfüllt war, WILL ich in meinem gegenwärtigen Entwicklungsstadium noch nicht alles und jeden gleichermaßen lieben. Ich ziehe es vor, zu differenzieren und Menschen mehr als andere zu lieben, die mich und die ganze Welt der Erscheinungen ganz genau so annehmen können, wie wir im Jetzt sind.
Das ist meine bewusste Entscheidung, die ich treffe, um meiner individuellen Identifikation gerecht zu werden und hat daher nichts mit der unbewussten Egozentrik zu tun, die viele Menschen zwingt, andere zu lieben, ohne die leiseste Ahnung, warum. Weil ein Krieger liebt, was und wen er will und sich nicht hinter Zufällen oder wagen Vorstellungen einer kosmischen Ordnung verstecken muss, die er weder richtig begreifen noch erklären kann. Wenn ich jemanden liebe, dann weiß ich ganz genau, warum!

Liebe ist mein Gefühl, dem ich mich beschließe, hinzugeben. Es ist nicht das Gefühl, was Andere mir entgegen bringen, denn das ist nichts weiter, als ein vollkommen unzureichender Ersatz dafür, mich selbst zu lieben, der nur in die unbewusste Identifikation zieht und abhängig macht. Wer sich in der Liebe anderer aalt, ganz gleich, ob er diese Liebe erwidert oder nicht, steckt bereits mit dem Hals in der Schlinge der Abhängigkeit und findet niemals innere Ruhe, wenn er mit sich selbst allein ist.

Spirituelle Liebe, und das ist die einzige Liebe, die man wirklich vollkommen gefahrlos genießen kann, setzt Unabhängigkeit und daher uneingeschränkte Selbstliebe voraus. Je besser es uns tut, geliebt zu werden, umso abhängiger sind wir bereits.

Spirituelle Liebe ist ganz und gar unser eigenes, inneres Gefühl, welches uns erfüllt und welches wir großzügig und ohne jede Erwartung verschenken, weil wir so voll davon sind, dass wir sonst platzen würden. Dazu brauchen wir nicht einmal ein Objekt, denn wenn wir stattdessen den GEIST ganz direkt lieben, lieben wir die Quelle aller Objekte, einschließlich uns selbst - tauchen in der kosmischen Liebe.
Und wenn wir eine Person oder ein Objekt lieben und uns nicht voll bewusst sind, dass es trotz aller Schönheit gar nicht die Person, das Objekt, die äußere Hülle ist, sondern den GEIST, der sich darin ausdrückt, ist es schon keine spirituelle Liebe mehr.
Ohne das ununterbrochene Bewusstsein des allgegenwärtigen GEISTs verkommt jede Liebe zum verliebt Sein, zur Verblendung durch die äußere Form und verläuft früher oder später im Sand.

Ich wünsche allen von ganzem Herzen viel unendlich tiefe, voll bewusste Liebe ohne jede Erwartung und aus eigener, freier Entscheidung.  *INLOVE*

रोलन्द् बब