1 Zuletzt bearbeitet von Roland Baba (02.02.2014 11:22:34)

Thema: Die spirituelle Gefahr

Wenn du Buddha triffst, dann töte ihn, denn er ist, wie alle spirituellen Lehrer, Meister und verwirklichten Wesen, ein Lügner und ein Scharlatan.

Spiritualität ist kein Mittel zum Zweck, mit dem wir unser Los als Menschen auf irgend eine Weise verbessern könnten. Sie macht auch niemanden zu einem besseren Menschen. Dieses Gefasel von universeller Liebe ist immer nur aufgesetzt und dahinter brodelt es.

Es gibt keinen Weg zur Erleuchtung und all die spirituellen Übungen verkommen zur völligen Sinnlosigkeit, wenn man sich irgend etwas davon verspricht. Weil wir bereits vollkommen erleuchtet sind und es nur vergessen haben.

Deswegen ist Spiritualität eine so große Gefahr. Wir bilden uns spirituell, glauben, kosmische Zusammenhänge zu verstehen, orientieren uns an Werten, die toll klingen, die wir aber nicht wirklich verstehen, praktizieren die wildesten Formen von Übungen und hoffen, dadurch würde irgend etwas besser. Aber es kann nichts besser werden, was schon perfekt ist.
Alles, was wir mit unseren sinnlosen, spirituellen Aktivitäten erreichen ist, dass wir noch tiefer in die unbewusste Identifikation rutschen, unser Ego noch weiter aufblasen. Die ohne jeden Zweifel unschätzbaren spirituellen Werte lösen sich in Nichts auf, wenn wir sie nur benutzen, um sie unseren tollen, positiven Eigenschaften hinzu zählen zu können.

Ich kann nur allen Menschen raten: lasst die Finger von Spiritualität! Sie macht alles nur noch schlimmer, wenn der Wunsch danach nicht aus tiefstem Herzen kommt und wir nicht bereit sind, ALLES Andere dafür zu opfern.
Spiritualität ist kein Spielzeug und auch kein nützliches Werkzeug, mit dem wir die gesamte Realität einfach nach unserem Gutdünken zurecht biegen können. Sie ist der einzige, wahre Zweck unseres ganzen Seins, und alles andere ist nur Ablenkung.

Egal, was auch immer wir uns wünschen, Liebe, Frieden, Geborgenheit, Klarheit, Anerkennung, Sicherheit, Macht, Wohlstand - das alles lenkt nur von unserem wahren Selbst ab!
Buddha wurde sich seiner Erleuchtung nicht dadurch bewusst, dass er versucht hat, sich im Leben zu verwirklichen, sich lebendig zu fühlen, den GEIST mitten im Leben zu realisieren oder irgendwelche körperlichen und geistigen Verrenkungen zu praktizieren, sondern dadurch, dass er mit all dem aufgehört hat!

Also seit ganz einfach die, die ihr gerade jetzt seit. Mehr geht nicht. Es ist schon DAS. Hört auf, euch selbst zu belügen und bekämpfen, zu zwingen und zu quälen, nach irgend etwas oder jemandem zu streben, damit ihr endlich in der ewigen Glückseligkeit ankommt. Ihr habt sie niemals verlassen. Erinnert euch einfach: das Paradies ist genau Hier und Jetzt!

Dann ist allumfassende Liebe nicht mehr Gegenstand irgendwelcher Wünsche und Vorstellungen, nicht mehr das Ergebnis von Leistungen und Überwindungen, sondern ganz bewusst gelebte Erfahrung.  *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Die spirituelle Gefahr

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, ich hätte etwas gegen gelebte Spiritualität. Das ist für mich das einzige ehrliche und wahrhaftige Leben. Mir liegt nur sehr viel daran, auf die Fallstricke von halbherziger und Teilzeitspiritualität hinzuweisen, denn sie führen uns in Finsternis und unbewusste Identifikation, vernebeln uns den Geist und machen uns zu blinden Marionetten abstrakter Werte und Dogmen.

Natürlich ist jedes Wort, was je von einem spirituellen Lehrer oder Meister gesagt oder geschrieben wurde, eine unumstößliche Wahrheit und tiefe Weisheit. Leider nützen sie alle uns aber gar nichts, wenn wir (noch) nicht in der Lage sind, ganz bewusst und aus eigener Kraft die Perspektive einzunehmen, aus der sie erkannt, erfahren und gelebt werden können.

So spricht aus meiner Perspektive absolut nichts dagegen, sich hier und jetzt aus dem spontanen Impuls heraus, voller Hingabe und von ganzem Herzen dem Studium spiritueller Schriften und der Praxis spiritueller Übungen zu widmen.
Sobald wir das aber unbewusst mit unseren persönlichen Interessen, Wünschen, Ängsten und Schwächen verknüpfen, führt es uns unweigerlich in dunkle Sackgassen, in noch mehr unbewusste Identifikation (mit den spirituellen Werten und Vorstellungen) und großes Leid.

Natürlich führt auch dieses Leid uns wieder zurück zu unserem wahren Selbst, weil es irgendwann so groß wird, dass uns nichts mehr bleibt, als uns zu ergeben, aber genau dies sehe ich als unnötig an. Es ist auch respektlos uns selbst, unseren Mitmenschen und dem GEIST gegenüber.

Viele Menschen in meiner Umgebung denken, das was ich heute bin, sei ein Produkt meiner Erfahrung und erst ab einem bestimmten Alter zu erreichen. Doch das ist nur entweder eine faule Ausrede, nicht im Hier und Jetzt schon das eigene, wahre Wesen ganz bewusst zu verwirklichen, oder eine Entschuldigung für Andere.

Ich war schon immer so, wie ich jetzt bin, solange ich denken kann. Ich habe nie irgendwelche Werte übernommen, die ich nicht von ganzem Herzen UND mit meinem gesunden Menschenverstand ganz annehmen konnte. Das war früher mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht anders, als später mit den spirituellen.
Alle Vorstellungen von der Beschaffenheit des Kosmos, von denen ich erfahre, lasse ich schon immer so lange als potentielle Möglichkeit im Raum stehen, wie ich nicht ganz klar ihren Wert erkannt habe.

Es führt ganz einfach immer nur zu Problemen, Verwirrung und zu innerer Spaltung, wenn wir Werte übernehmen, die wir nicht vollkommen widerspruchslos in unser Weltbild integrieren können. Und dies drückt sich dann meist in inneren Ängsten und Zweifeln sowie in mitunter auch in Wut und heftigen Konflikten im Äußeren aus.

Nur wenn wir wirklich ganz bewusst, von ganzem Herzen und voller Hingabe das leben, was aus unserem tiefsten inneren kommt, vollkommen frei ist von Widersprüchen, und uns durch das Erleben an sich schon vollkommen erfüllt, steht dem Sat-Chit-Ananda wirklich nichts mehr im Wege.  ;-)

रोलन्द् बब