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Thema: Würdigendes Gewahrsein

Die Welt ist, wie sie ist. Die Dinge entstehen, verändern sich und vergehen in unserem Bewusstsein, ohne davon berührt zu werden. Die angemessenste Art, ihnen zu begegnen, ist ihrer als Teil unseres Selbst, den wir im Außen wiedererkennen, würdigend gewahr zu werden.

Man kann vom individuellen Standpunkt aus das Leben als Herausforderung des GEISTs betrachten, seiner in Gänze gewahr zu werden - und es auch zu bleiben.
So kann das Menschsein nicht als das Ausfüllen eines festen Rahmens von typisch menschlichen Eigenschaften betrachtet werden, sondern eher als dynamischer Prozess der Bewusstwerdung, der begleitet wird von einer stetig steigenden Fähigkeit, aller Erscheinungen und Geschehnisse würdigend gewahr zu sein.

Wir sind Augen, Ohren, Herz und Verstand des GEISTs und existieren einzig dazu, dass er sich Selbst in seiner Gänze zu erfassen und erleben vermag. Aus dem Bewusstsein dessen heraus erleben wir gelassen und im reinen Sein, wie die Erscheinungen entstehen und vergehen.

Das bedeutet nicht, dass wir uns nie mehr aufregen und keine spontanen Reaktionen mehr zeigen auf das, was geschieht. Es bedeutet nur, dass unsere Emotionen sich entfalten und Reaktionen auslösen, ohne dass wir vollkommen in sie hinein gezogen werden.
Wir identifizieren uns bewusst und nur noch zum Teil mit unseren Emotionen, während ein anderer Teil unseres Bewusstseins weiter im würdigenden Gewahrsein ruht und das Entstehen und Vergehen der Erscheinungen mit vollkommener Gelassenheit beobachtet. Es bedeutet, dass wir hier und jetzt wirklich vollkommen frei sind.

Sich vom GEIST getrennt zu fühlen und unter dem, was in der Welt geschieht und andere Menschen tun zu leiden, ist nur in der individuellen Identifikation real. Davon erfüllt und durchdrungen zu sein, ist unbewusste Identifikation, Abspaltung vom eigenen Kern, vom GEIST.

Der wache Mensch blickt in die Welt hinaus und erkennt in allen Erscheinungen und jedem Geschehen: auch das bin ich.

रोलन्द् बब