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Thema: Bewusstsein als Sphäre

Ich möchte zu diesem Thema etwas schreiben, weil aus bestimmten Perspektiven eigentlich ALLE Probleme, die uns aus der ewigen Glückseligkeit zu reißen scheinen, nur im Bewusstsein existieren. Im Jetzt gibt es in meinem Bewusstsein also gar keine Probleme, und was geschieht, ist nichts, als ein Ausdruck des kosmischen GEISTs. Da sich viele Menschen aber mit ihren Problemen identifizieren und durch sie definieren, ist eine nähere Betrachtung des Bewusstseins  immer durchaus von Wert.

Bewusstsein wird allgemein als Einheit begriffen. Dem möchte ich absolut nicht widersprechen. Diese Perspektive kann jedoch den Nachteil haben, dass wir Personen vollkommen falsch einschätzen. Wenn jemand zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten zeigt, kann man es leicht für dessen typische Eigenschaft halten, obwohl es eigentlich genauso wahrscheinlich ist, dass dieses Verhalten nur situations- oder personenbezogen auftritt.

Es empfiehlt sich also, mitunter etwas differenzierter vorzugehen, wenn wir eine Person oder bestimmte Funktionen des Bewusstseins allgemein verstehen wollen.

Das gehört zwar jetzt eigentlich nicht unbedingt hier her, und ich habe es auch schon oft wiederholt, aber eine Erinnerung daran kann nie schaden: Ganz allgemein scheinen Menschen stark dazu zu neigen, zu verallgemeinern. Das kann sich zum Beispiel so ausdrücken, dass ein Mensch etwas schlechtes tut und man denkt, dieser Mensch sei schlecht. Das Beispiel lässt sich praktisch auf alle Bereiche menschlicher Existenz übertragen und gipfelt in der absolut dummen, vermeintlich spirituellen Ansicht, alles sei spirituell.

Auch wenn aus einer bestimmten Perspektive tatsächlich alles spirituell ist, bedeutet das noch lange nicht, dass das für alle Menschen aus allen Perspektiven zutrifft. Wenn man etwas wirklich verstehen will, darf man den Kosmos nicht mit Verallgemeinerungen platt klopfen, sondern muss differenzieren. Sonst erhalten wir einen völlig sinnentleerten Kosmos, in dem jede Orientierung völlig unmöglich ist. Spiritualität, genauso wie das Leben im Allgemeinen, braucht Ordnung, Struktur und Werte.

Doch zurück zum Bewusstsein. Es ist also durchaus hilfreich, es differenzierter zu betrachten und vom Einheitsbrei zur vielschichtigen, dynamischen Sphäre zu erheben. Ich bin nicht der erste, der das vorschlägt, und es gibt bereits viele Modelle, diese Sphäre zum besseren Verständnis der dynamischen Vorgänge im Bewusstsein in unterschiedliche Schichten einzuteilen.

Was viele dieser Modelle gemeinsam haben ist, dass sie von einem wesentlichen Zentrum als Kern der verschiedenen Schichten ausgehen. Auch die Vorstellungen von diesem Kern variieren, aber ich denke mal, die meisten können sich der Idee anschließen, dass dieser Kern der kosmische GEIST ist, der Ursprung und Grund von allem.

Ich setze diesen Kern jetzt auch mal mit dem neutralen Zeugen, also dem Gewahrsein, und der ewigen Glückseligkeit gleich, obwohl unter Umständen auch hier weiter differenziert werden muss, um zu einem schlüssigen Verständnis zu gelangen.

Primär geht es mir hier aber jetzt darum, dass unsere Idee vom Ich, mit der wir uns identifizieren, in etwa als Wolke von Bewusstseinsinhalten gesehen werden kann, die nichts Festes ist und sich über mehrere Schichten verteilen kann. Daran ist zunächst noch nichts Problematisches.

Zu Problemen kommt es immer erst dann, wenn in dieser Wolke zwischen der Selbstwahrnehmung und den als äußere Welt wahrgenommenen Bewusstseinsinhalten Widersprüche auftreten. In der Psychologie spricht man dann von einer Spaltung, die eine Spannung erzeugt, welche zur Auflösung des Widerspruchs drängt.

In der Psychologie pflegt man Kategorien von Widersprüchen, die als normal angesehen und deren Spannung ein Ausdruck von Individualität und Lebendigkeit betrachtet werden und solchen, wo die ausgelöste Spannung zu Störungen im Empfinden und Verhalten der Betroffenen führt. In diesem Fall spricht man von einer Krankheit.
Geheilt wird auf psychologischer Ebene überwiegend durch verschiedene Methoden zur Transformation des ursächlichen Widerspruchs.

Man kann es natürlich durchaus als Erfolg betrachten, wenn diese Transformation gelingt und die Betroffenen nicht mehr unter der Spannung leiden müssen. Aus der Schicht, die man als Alltagsebene bezeichnen könnte betrachtet, gibt es daran absolut nichts auszusetzen und es hat unbestreitbar einen hohen Wert.

Spirituell betrachtet wird damit das Problem aber nur vertagt. Von da aus kann man den ursächlichen inneren Widerspruch als sekundäre Abspaltung betrachten, der als Ungleichgewicht zwischen Ich und irgendwelchen Ereignissen und Erscheinungen in der Außenwelt wahrgenommen wird.

Sekundär deswegen, weil die primäre Ursache eigentlich eine Abtrennung vom GEIST ist. Da diese bei der üblichen Vorgehensweise der Psychologie aber weiter bestehen bleibt, kommt es unweigerlich zu weiteren sekundären Abspaltungen, bis die ursprüngliche, innige Verbindung mit dem GEIST wiederhergestellt ist.

Die Vorstellung des GEITs als den zentralen Kern des Bewusstseins ist insofern irreführend, als dass der GEIST eigentlich sowohl IM Bewusstsein ist, als auch es vollkommen durchdringt und umfasst. Die primäre Abspaltung entsteht, wenn das identifizierte Ich als etwas vom GEIST Getrenntes gesehen wird.

Meine favorisierte Einteilung der Bewusstseinssphäre ist die simple Zweiteilung in die als Alltagsebene zu bezeichnende Schicht und die spirituelle Ebene. Das entspricht zwar einerseits den tatsächlichen Verhältnissen, andererseits ist mitunter zum Verständnis spezifischer Strukturen eine weitere Differenzierung nötig. Man kann die Entwicklung des Bewusstseins als einen Prozess betrachten, in dem sich zunächst ein identifiziertes Ich entwickelt, welches dann alle Ebenen der Alltagsschicht durchläuft, um sich schließlich auf die spirituelle Schicht auszudehnen.

Leider nehmen viele spirituelle Menschen an, damit wäre die Sache erledigt. Da sich aber die spirituelle Schicht ebenfalls wieder in unterschiedliche Ebenen aufteilt, läuft dieser Prozess der Ausdehnung immer weiter. Ein Ende ist für mich aus meinem gegenwärtigen Entwicklungsstand nicht abzusehen, da die spirituelle sich Schicht bis in die Unendlichkeit ausdehnt.

Das Bewusstsein ist, da es komplex und dynamisch ist, nicht immer eindeutig einer bestimmten Schicht oder Ebene zuzuordnen. Menschen können sich mit dem Schwerpunkt ihres Bewusstseins auf einer Ebene weit unten in der Alltagsschicht befinden und bereits über tiefe spirituelle Erkenntnisse verfügen, während auch spirituell sehr weit entwickelte Menschen oft noch mit nicht transformierten Ereignissen und Erscheinungen der Alltagsschicht zu kämpfen haben.



Abschließend möchte ich nochmal feststellen, dass solche Modelle nur dem Verständnis dienen und niemals die Wirklichkeit ganz exakt abbilden können. Dennoch brauchen wir diese Modelle, denn sie helfen uns, die Ordnung im Kosmos zu erkennen und verstehen und uns in ihm zu orientieren, dürfen aber niemals an ihnen hängen bleiben, weil wir sonst den Entwicklungsprozess unseres Bewusstseins zum Erliegen bringen.

Jedes Modell ist für uns nur so lange gut, wie wir damit alles, was in unsere Wahrnehmung tritt, so interpretieren können, dass wir weiter in der ewigen Glückseligkeit verweilen und uns des reinen Seins bewusst bleiben.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब