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Thema: Spirituelle Inseln

Wie schon im Beitrag Weltbild angedeutet ist Spiritualität, womit ich jetzt nicht die überwiegend religiös-magische, zurzeit recht populäre Pseudospiritualität meine, im kollektiven Weltbild weit davon entfernt, fest integrierter Bestandteil zu sein.

Noch ist die breite Masse mythisch, magisch, religiös, überwiegend jedoch materialistisch und rational orientiert. Das ist ein teilweise sehr undifferenziertes, gefährliches Gemisch mit zahllosen Widersprüchen und Ungereimtheiten, was viele Menschen verunsichert und dadurch Wut und Ängste schürt, die sich in den gegenwärtigen wirtschaftlichen, ideologischen und territorialen Konflikten ausdrücken.

Echte Spiritualität ist nicht an Stellungnahmen in diesen Konflikten interessiert, sondern am Ganzen, an der gesamten Entwicklung der Menschheit und ihrer harmonischen Integration in die natürliche Entwicklung unseres Planeten.

Alles, was wir zurzeit in dieser Hinsicht vorzuweisen haben, sind unterschiedlich weitsichtige, spirituell orientiere Individuen, die mehr oder weniger Einzelkämpfer ein einem häufig sehr ignoranten Umfeld sind, kleinere und größere spirituelle Gruppen, die häufig zur Frömmelei und magischen Ansichten neigen, und einigen wenigen wahrhaftig sehr weitsichtigen spirituellen Führern, die nicht nur in kleinen Gruppen oder lokal, sondern auch global Aufmerksamkeit finden.
Leider bleibt selbst bei Letzteren das Interesse häufig mehr theoretischer oder vorübergehender Natur; ein tief gehendes Umdenken und konsequentes Umsetzen ist die Ausnahme.

Alles in allem sind das aber nur winzige spirituelle Inseln, die in einem Meer egozentrischer Motive und den Interessen unterschiedlich großer Gruppen treiben, die ebenfalls überwiegend nur ihre eigene Ziele verfolgen.

Es ist, ob wir nun wollen oder nicht, die Aufgabe unserer Generation und der folgenden, diese Inseln zu vernetzen und damit die Voraussetzung zu schaffen für eine globale Integration spiritueller Vorstellungen und Werte. Wenn uns dies nicht gelingt, besteht eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit sich in absehbarer Zeit selbst vernichtet.

Kosmisch gesehen mag das von geringer Bedeutung sein, da sich das Experiment auf vielen Welten in unterschiedlichen Galaxien jederzeit wiederholen lässt und der Kosmos ewig Zeit hat, aber für uns als Menschheit wäre es doch bedauerlich.

Das macht deutlich, worum es eigentlich geht. Es geht um unsere einmalige Chance, als Lebensform gemeinsam in eine höhere Ebene der Bewusstheit aufzusteigen. Einzelne Erwachte hat es schon immer gegeben, doch eine ganze Rasse, die sich des Kosmos in seiner Gesamtheit und damit auch ihres wahren Selbst bewusst wird, wäre zumindest aus unserer jetzigen Sicht ein nie dagewesener Schritt der Evolution.

Es liegt an uns, gemeinsam diesen Schritt zu tun, die spirituellen Inseln der Menschheit zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen und bewusst an der Entwicklung des Kosmos teilzuhaben, oder einzeln unsere ganze Energie damit zu vergeuden, ein Leben lang für unser persönliches Wohl zu kämpfen und uns vor unseren selbst geschaffenen Bedrohungen zu schützen.

रोलन्द् बब

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Re: Spirituelle Inseln

Hallo Baba,

klingt einleuchtend und ist sehr klar und verständlich rüber gebracht.

Aber wie stellst du dir so eine Vernetzung vor? Nach meiner Erfahrung sind spirituelle Menschen und Grupen sehr offen, wenns drum geht, Anhänger und Mitglieder zu gewinnen, aber die viele machen dicht, wenns um die Akzeptanz von materiellen und rationalen Werten und die physische Realität geht.  ;-)

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Re: Spirituelle Inseln

Hi Cosmic Floh,

Die Ursache für Abgrenzung sind meist Ängste. Die individuelle spirituelle Entwicklung ist ein Prozess, bei dem das Ich alle Stufen der Bewusstseinsentwicklung durchläuft. Das geht leider nicht immer ganz reibungslos ab. Wenn auf irgendwelchen Ebenen sehr leidvolle Erfahrungen auftreten, kann man sich leicht in eine geistige Scheinwelt zurück ziehen und dann dort irgendwelche Persönlichkeitsanteile zurück lassen.

Selbst wenn der Rest der Persönlichkeit dann bis in spirituelle Sphären vordringt, hängen diese Anteile noch "da unten" fest und ziehen uns gnadenlos immer wieder herunter, bis wir sie befreien und integrieren.

So hängen auch bei bei vielen spirituellen Menschen oft noch Anteile in mythischen, magischen, religiösen und rein rationalen Perspektiven fest, meist sogar nicht nur auf einer, sondern gleich auf mehreren dieser Ebenen. Die Folge ist ein mitunter leicht diffuses Weltbild mit der bereits erwähnten gefährlichen Mischung nicht widerspruchslos integrierter Ansichten.

So muss es eigentlich nicht weiter verwundern, dass oft auch spirituell schon sehr weit entwickelte Menschen noch wirklich schräge Macken haben. Was für einen einzelnen Menschen zutrifft, potenziert sich dann in Gruppen oft noch.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir jede Entwicklungsstufe ganz bewusst durchlaufen und sowohl rational als auch emotional vollkommen mit ihr abschließen. Sonst ergreifen auch auf den höchsten Ebenen immer wieder alte Ängste und Triebe von uns Besitz.

Das mag sich bei der Vernetzung spiritueller Menschen immer wieder mal als hinderlich erweisen, es darf aber keineswegs als Grund gesehen werden, gar nicht erst damit zu beginnen.

Man findet immer Gemeinsamkeiten, von denen aus man mit Einfühlungsvermögen eine tiefere Verbindung aufbauen kann. Wir können dabei schließlich immer darauf vertrauen, dass wir alle bereits miteinander verbundene Teile eines unermesslich großen Ganzen sind und uns dieser Verbindung nur bewusst werden müssen.

Der einzige Trick dabei ist, uns nicht auf das Trennende, sondern das Verbindende zu konzentrieren. Haben wir erst einmal eine gemeinsame Plattform der Kommunikation gefunden und konzentrieren uns auf das Verbindende, dann wird es immer leichter, diese auszuweiten und so die gemeinsame Ebene des gegenseitigen Verständnisses zu erweitern.

Wenn die dabei transportierten Inhalte, die Vorstellungen und Gefühle, wahrhaftig spirituell, also integrierend, umfassend und ganzheitlich sind, läuft dieser Prozess praktisch von allein. Haben die Inhalte aber überwiegend trennende Eigenschaften, dann kommt er zum Erliegen.

Wir haben das sehr gut bei der Diskussion um Rishi's Kosmologie gesehen. Wenn man von einem individuellen Geist in einem individuellen Kosmos ausgeht, in dem man allmächtig der Schöpfer der eigenen Illusionen ist, entsteht dadurch eine unüberwindliche Grenze, die nicht weg zu diskutieren ist.

So waren meine eigentlichen Motive, mich an dieser völlig aussichtslosen Diskussion zu beteiligen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und auf verbindende Perspektiven hinzuweisen.
Auch wenn dabei keine Einigung auf eine gemeinsame Kosmologie zustande gekommen ist, wird mich das sicher nicht entmutigen, weiter auf die enorme Wichtigkeit annehmender, ganzheitlicher Perspektiven, die auch das materielle, rationale und physische Lebensumfeld integrieren, hinzuweisen.

Als Ausgleich durfte ich gleich 4 neue Menschen kennen lernen, die wesentlich offener und verständnisvoller sind und sowohl mein Verständnis, als auch meine Einstellung teilen und unterstützen. Und wieder ist das Netz etwas dichter geworden.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Spirituelle Inseln

Ok, wenn ich dich richtig versteh, meinst du also mit Vernetzung praktisch das Teilen von verbindenden Bewusstseinsinhalten mit Ausrichtung auf Annahme, Verständnis und Erkenntnis eines großen, kosmischen Ganzen. Das, was man Brahman nennen könnte.

Die Idee find ich klasse, so kann der spirituelle Geist verbreiten und im kollektiven Bewusstsein wachsen.

Wenn da aber so Blockaden da sind, die bestimmte Vorstellungen wegen Ängsten oder was auch immer nich zulassen, was kann man da machen? Da rennt man doch nur gegen nen Fels. In der Diskussion haben doch auch alle immer wieder vergeblich auf das Verbindende, wie du es nennst, hingewiesen. Darauf, dass man den ganzen Rest der Menschheit auf seinen verschiedenen Bewusstseinsebenen nich einfach untern Tisch kehrn kann.

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Re: Spirituelle Inseln

Hallo, lieber Cosmic Floh,

die Frage nach dem Verhalten bei Widerstand würde ich nicht pauschal beantworten. Da muss man immer wach sein und im Einzelfall mit Herz und Verstand abwägen.

Es spielt ja zum Beispiel eine große Rolle, wie die Person ist, mit der man sich gerade beschäftigt, und welches Verhältnis man zu ihr hat.

Ebenso wichtig ist natürlich, wie man sich selbst gerade sieht und wie man gerne sein möchte. Ich selbst mag es zum Beispiel in der Regel nicht, mich als Guru, Lehrer oder Meister zu sehen.
Ich habe meinen Weg gefunden und gehe ihn konsequent, aber nicht verbissen. Das Leben als Mensch, als sterbliche Person auf dieser Welt bedeutet mir sehr viel und es ist mir wichtig, was aus mir wird, ebenso wie das, was aus meinen Mitmenschen und der Erde wird. Deshalb teile ich gerne meine Einsichten und Erkenntnisse.

Aber das sehe ich nicht als Berufung oder Aufgabe, die ich zwanghaft erfüllen muss. Das Annehmen meiner Person und der Welt sowie das reine Sein an sich ist schon genug Sinn des Lebens und bedarf keiner weiteren Rechtfertigung.

Blockaden sind Grenzen, meist entstanden aus Ängsten und oft nur noch reine Gewohnheiten. Wenn sie im Jetzt daran hindern, das eigene Sein voller Freude anzunehmen und die Welt als Ganzes offen voller Neugier zu betrachten, kann man das als vorübergehende Hemmung des Entwicklungsprozesses betrachten.

Das ist etwas vollkommen natürliches und meist nur vorübergehend. Erst wenn jemand mit seinen Beurteilungen und Reaktionen jahrelang immer wieder dieselben Schleifen dreht, ist er offensichtlich wirklich festgefahren.

Da man das oft selbst gar nicht bemerkt, kann hier mitunter ein Anstoß von Außen sehr hilfreich sein. Sind Blockaden und Hemmungen des freudigen Erlebens des eigenen Daseins aber durch Gewohnheit schon zu tief in die Bahnen des Bewusstseins eingegraben, dann helfen meist wirklich nur noch therapeutische Maßnahmen, was natürlich die Einsicht  und das Einverständnis der Betroffenen voraussetzt.

Da ich mich auch überhaupt nicht als Heiler sehe, sondern so etwas gerne Menschen überlasse, denen das wirklich liegt, nehme ich in solchen Fällen meist die Haltung ein: leben und leben lassen. Man kann niemanden zu spirituellen Einsichten oder einem glücklichen, erfüllten Leben zwingen.

Nur wenn Menschen ihre einseitigen, einengenden Ansichten als der Weisheit Essenz oder letzten Schluss verkaufen wollen, also versuchen, andere Menschen in ihre eingefahrenen Denkmuster hinein zu ziehen, lasse ich mich auch schon mal dazu hinreißen, zu widersprechen.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Spirituelle Inseln

Ha Baba,

mal ne ganz andre Frage: wie kannst du dir sicher sein, nich selbst irgendwelche eingefahrnen Muster abzuspulen?

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Re: Spirituelle Inseln

Cosmic Floh schrieb:

wie kannst du dir sicher sein, nich selbst irgendwelche eingefahrnen Muster abzuspulen?

Jetzt sind wir zwar etwas vom Thema abgekommen, aber Ok.

Die Antwort ist natürlich: gar nicht.  ;-)

Zumindest nicht hundertprozentig. Es gibt natürlich eine Menge Kriterien, die es erlauben, auch die eigene Persönlichkeit auf eingefahrene Muster und Blockaden zu untersuchen.
Aber sie alle setzen natürlich die Motivation dazu und eine gewisse Selbstehrlichkeit voraus. Und niemand kann uns besser belügen, als wir selbst, weil wir uns selbst nun mal am Besten kennen.

Die einfachste Frage dürfte wohl die sein, wie weit man bereit und fähig ist, aus ganzem Herzen sich selbst, die eigene Persönlichkeit, das vergängliche Leben und die Welt als Ganzes anzunehmen, wie es gerade ist. Bei allem, was wir tun ohne das Gefühl, wir könnten es genauso gut lassen, drängt sich schon der Verdacht einer Zwangshandlung auf.
Dahinter stehen dann meist unbewusste Muster, Blockaden oder Emotionen, die uns daran hindern, ganz bewusst im Hier und Jetzt aus unserem freien Willen heraus zu entscheiden.

Ganz ähnlich ist es natürlich, wenn wir uns gar nicht entscheiden können. In Situationen, in denen wir Leid erkennen oder erfahren, aber den Grund nicht verstehen und deshalb nicht erkennen, was wir dagegen tun könnten, liegt auch der Verdacht unbewusster Reaktionen auf das Geschehen sehr nahe.

Grundsätzlich ist wohl Unzufriedenheit in jeder Form zunächst einmal eine natürliche, die persönliche Bewusstseinsentwicklung fördernde Erscheinung.
Wenn aber die innere Erkenntnis und Annahme der eigenen verursachenden, zu engen Perspektive ausbleibt und ausschließlich die äußeren Umstände als Grund für die Unzufriedenheit angesehen werden, kommt der Entwicklungsprozess zum Erliegen.
Wiederholt sich das dann immer wieder, dann beginnt es pathologisch zu werden.

Tiefer möchte ich aber hier jetzt nicht auf die psychologischen Hintergründe der Hemmung spiritueller Entwicklung eingehen. Das Thema war ja spirituelle Inseln und wie wir sie miteinander verbinden können, um sie zu einer tragenden Quelle spiritueller Entwicklung im kollektiven Weltbild zu machen.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Spirituelle Inseln

Überall in der Natur gibt es Höhen und Tiefen, Jung und Alt, reif und unreif.

Im Wald, auf der Wiese, in den Bergen, im Meer, im Weltall, ja, sogar in den Städten.

Das war schon immer so und wird immer so sein.

Das Ganze wäre ohne den kleinsten Teil nicht komplett.

Also sieht der Weise, dass alles gut ist, wie es ist. Auch der Wandel.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

9 Zuletzt bearbeitet von Thorsten (08.09.2014 20:56:55)

Re: Spirituelle Inseln

Ja genau, wenn eins doch gewiss ist dann doch immer der Wandel.
Zumindest hier auf Erden. :)

Interessant wäre doch einmal, zu prüfen welche Wünsche und Ansprüche man ganz persönlich noch an das Leben stellt.
Und dann einmal zu schauen wie es wohl wäre wenn alle Bedürfnisse in dieser Richtung genau jetzt schon zur vollsten Zufiedenheit erledigt und vollbracht wären.
Was bleibt dann noch.
Welche Motivation bleibt wenn es nichts mehr zu erreichen gibt?
Ein spannendes Gedankenspiel wie ich finde.

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Re: Spirituelle Inseln

Hi, lieber Thorsten,

nach meiner ganz persönlichen Erfahrung, die ich aber mit vielen Menschen teile, kann sich eine Verschiebung von persönlichen, egozentrischen zu mitfühlenderen, spirituellen Wünschen ereignen, wenn man dem keinen Widerstand entgegen bringt.

Betrachtet man dann die gegenwärtigen Verhältnisse auf unserem wundervollen Planeten und das kollektive Weltbild, dann wird einem sehr schnell klar, dass man nur an einer Entwicklung von etwas sehr großem Teil hat, dessen Ziel noch in weiter ferne zu liegen scheint.

Vollste Zufriedenheit stellt sich meist urplötzlich in dem Augenblick ein, in dem man sich selbst und die Welt vollkommen annimmt, wie es gerade ist.
Dann tritt man ein in einen nicht dualen Bewusstseinszustand, in dem einerseits bereits alles perfekt, verwirklicht und vollbracht ist, andererseits aber gleichzeitig das materielle Sein ein unaufhörlicher Prozess des Entstehens und Vergehens ist, der immer neue Formen und Erscheinungen hervorbringt.

Die Motivation ist also immer da, wird niemals ein Ende finden, solange ein Bewusstsein existiert, weil die Vielfalt der Formen, die sich verwirklichen können, unvorstellbar und unerschöpflich ist.

Das wesentliche für die individuelle Erfahrung eines lebendigen Menschen wird sich dabei wohl immer mehr ins Spirituelle verschieben, in das Streben nach Erkenntnis, Verständnis und Annahme der Erscheinungen , die im Bewusstsein auftauchen und des großen Ganzen.
Sofern man nicht der Versuchung erliegt, es sich in einer materiellen Ecke oder einem eigenen, abstrakten Wunschkosmos gemütlich zu machen. Denn dann kommt für die betreffende Persönlichkeit natürlich jede Motivation und jede Entwicklung zum Erliegen.

रोलन्द् बब

11 Zuletzt bearbeitet von Thorsten (09.09.2014 08:17:28)

Re: Spirituelle Inseln

Lieber Roland,
ich verstehe was du schreibst.
Aber vieleicht (nein das weiß ich einfach), braucht es eine bestimmte Anzahl von selbstvergessenen Träumern.
Und natürlich auch eine Anzahl von Menschen die nur durch ihr Handeln zur Verbesserung beitragen.

Nein ich fange an rumzueiern.
Ich seh das so:

Klar gibt es eine Entwicklung. So unverständlich in ihrer Gesamtheit steckt doch in Allem eine göttliche Ordnung.
Goldener Schnitt, Fraktale in der Natur, Galaxien, Eiskristalle, usw..
Man sieht diese Ordnung im Großen ebenso wie im Allerkleinsten.

Aber es braucht einfach jeden Aspekt.
Das Prisma braucht das ganze Farb- Spektrum.Es kann nicht sagen: Och nö Heute habe ich keine Lust auf Violett. Das mach ich Heute mal aus.
Nein.Ein Farbprisma besteht IMMER aus ALLEN Farben.
Es wird einfach alles gebraucht was da ist.
Alles ist Gott.
Hier auf Erden halt mit extrem vielen finsteren und dunklen Aspekten.
Dann gibt es aber auch viele helle und vieleicht sogar außergewöhnlich helle Aspekte.
Sehr herausfordernt.
Eine Mounteverestbergtour ohne Sauerstoffgerät für das göttliche Spiel?
Who knows.
Aber Fantasie wird sicher auch gebraucht. :P
Genau wie logisches Denken.

*INLOVE*

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Re: Spirituelle Inseln

Lieber Thorsten,

das ist doch genau das, was ich immer sage und schreibe. Ich sehe das ganz genauso, wie Rinzai und du.

Wir alle sind selbstvergessene Träumer, denn unsere gemeinsame Realität, diese wundervolle Erde, all unsere moralischen, ethischen, sozialen und wissenschaftlichen Errungenschaften sind sowohl Wirklichkeit als auch ein wunderbarer, gemeinsamer Traum.
Alle Phänomene, Vorgänge und Erscheinungen haben nicht nur eine, sondern viele verschiedene Perspektiven.

Es ist auch genau mein Anliegen, die Gesamtheit dieser Vielfalt anzunehmen und zu würdigen und ich käme niemals auf die Idee, irgend etwas heraus schneiden zu wollen.
In der Diskussion um Rishi's Kosmologie ging es ja genau darum, dass seine realitätsfremden, abstrakten Träumereien ebenso dazu gehören, wie unsere sterblichen Körper, die Rationalität, die Wissenschaft und die materielle Realität, was Rishi jedoch teilweise ablehnt. So scheint mir dein letzter Beitrag irgendwie die Folge eines Missverständnisses zu sein.

Als lebendige, sterbliche Individuen in einem materiellen Körper müssen wir aber auch werten. Weltfremde, abstrakte Träumereien mögen wohltuend und unter Umständen auch heilsam für unser persönliches Sein wirken, aber sie ändern garantiert nichts am Befinden anderer Menschen und an unserem kollektiven Weltbild.
Daher haben sie eben einen geringeren Wert, als für alle nachvollziehbare, gemeinsam erfahrbare, praktische, lebendige Spiritualität, die uns nicht in separaten, privaten Vorstellungswelten, sondern hier auf Erden in unseren materiellen Körpern ein Teilhaben an der ewigen Glückseligkeit ermöglicht.

Das bedeutet, was dem logischen Denken nicht Stand hält, wissenschaftlich erwiesenen Fakten widerspricht und nicht uns Menschen sowohl als Individuen als auch als eine Ganze Menschheit einbezieht, ist definitiv weniger spirituell und hat einen geringeren Wert für das Ganze, als das, was all dies angemessen berücksichtigt.

Spiritualität lehnt das Abstrakte, Träumerei, Fantasie und Vorstellungen keineswegs ab. Man muss nur bei den unterschiedlichen Vorstellungen und Konzepten in diesem Zusammenhang unterscheiden können, ob es sich in unser gegenwärtiges kollektives Weltbild integrieren lässt oder nicht. Wenn ja, dann ist es spirituell, und wenn nicht, dann ist es mythisch, magisch oder religiös, und das ist auf evolutionären Ebenen unterhalb der rationalen und erst recht unterhalb der spirituellen.

Das mögen vielleicht heute manche Menschen noch nicht einzusehen oder sie weigern sich, es anzunehmen. Aber nicht einzelne Menschen wie ich oder Rishi entscheiden darüber, welchen spirituellen Wert Ideen, Vorstellungen, Modelle und Konzepte haben, sondern der Kosmos selbst, die Realität, die wir nicht nur träumen, sondern auch tagtäglich bewusst erfahren.

*INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Spirituelle Inseln

Die Assoziationen hüpfen von eim Thema zum andern.  ;-)

Die Erkenntnis des Ganzen scheint ihre Logik oft willkürlich und manchmal auch chaotisch zu offenbaren.  *DRINK*

Wies scheint, ham wir ja alle diese Fähigkeit und Neigung zumTäumen, zum Abschweifen in abstrakte Welten, in denen ja alles sooo viel besser un schöner is, als hier un jetzt.

Für mich isses ja auch völlig Ok, sich da Ideen und Anregungen zu holen. Aber scheinbar geht's doch nich nur drum, das Ganze zu erkennen, verstehn und annehmen, sonder auch, es hier und jetz zu verwirklichen. Also sich nich in seine Ideen, Wünsche, Hoffnungen und Traumwelten zu flüchten, sondern die auch hier gemeinsam wahr zu machen.

Und das scheint nur zu gehn, wenn man das, was hier und jetzt da is, erst mal versteht und annimmt, wies grade is. Sonst holt uns die Realität immer wieder ein und sagt: nö, so nich!  :P

Wenn die "spirituellen Inseln" zusammenwachsen sollen, heisst das, die Ideen zu verwirklichen, die die andern bereit sind, mit zu tragen, sonst geht's eben in ne Sackgasse und man muss irgendwann wieder umdrehen.  ;-)

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Re: Spirituelle Inseln

Träumst du noch, oder BIST du schon?

Leben, atmen, gewahr sein. Hier und jetzt.

Die Schönheit des Geistes drückt sich im ganzen Kosmos aus.

Jede Kirschblüte ist perfekt.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

15 Zuletzt bearbeitet von Thorsten (26.09.2014 21:18:13)

Re: Spirituelle Inseln

Aber auch jeder Kothaufen ist perfekt, (wenn man zB die Perspektive eines Mistkäfers annimmt).
Kann etwas existieren oder geschehen was nicht Gott ist, wenn alles was geschieht oder existiert, in Gott ist?

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Die Ganzheit der polaren Welt als Schönheit zu definieren, mit all seinen Fasscetten, auch den grausigen und dunklen Aspekten, fällt nicht leicht und doch bedingen sich Licht und Schatten in der materiellen Welt.
Nur kann man dann auch nicht mehr von Schönheit sprechen, weil man dann misverstanden wird.
Paradoxie wäre passend.
Die Verschmelzung beider Gegensetze im Paradox, welches nicht erfasst werden kann, ist meiner Ansicht nach, die einzige Möglichkeit, in der Materie Freiheit zu erlangen.
Ich würde sogar soweit gehen, Paradox mit Liebe gleichzusetzen.
Jenseits von Verstand ist alles Paradox, also voller Liebe. *INLOVE*


Das ablehnen, oder bekämpfen der dunklen, oder hellen Aspekte führt zu Unausgeglichenheit und Leid.
Es reicht aber meiner Meinung nach, sich diesen irdischen BeDingungen bewust zu werden.
Man muß nicht die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen ausloten, es sei denn man hat Freude daran.


Was natürlich auch geschehen kann ist, das man sich dessen bewust wird und dann zurücklehnt.
Dieses wäre dann ein Stillstand.
Da das Leben aber keinen echten Stillstand kennt und immer weiter geht, gibt es auch nie ein Ende.
Transformation vieleicht, aber "Ende" ist meines erachtens genauso eine Illusion wie "Tot".

Belebte Materie wird umgewandelt, transformiert oder verändert, aber da ist genausowenig ein Ende, wie ein wirklicher Anfang des Ganzen zu beobachten.

:om:

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Re: Spirituelle Inseln

Hi Thorsten,

absolut Klasse auf den Punkt gebracht!  ;-)

Nur zum Tod hab ich da ne leicht andre Perpektive. Klar gehts immer weiter und die materiellen Teile des Seins werden nur umgewandelt. Aber das, was uns ausmacht, nähmlich unser Bewusstsein in seiner Form als Ich wird gnadenlos ausgelöscht.

Also wenn wir hier was unternehmen wollen, sollten wirs auch tun, weil die Zeit dazu begrenzt is.

Gerade in Asien wird viel spekuliert über das "Danach", ob, und wenn ja, wann und wie und unter welchen Umständen jemand wieder kommt. Für mich ist das alles Aberglaube. Fürs ich ist es irgendwann aus und schluss. Wir ham nur das eine Leben, um das Beste draus zu machen.

Keine faulen Ausreden, kein Netz und kein doppelteer Boden. Sonst machen wir nie das, was wir eigenlich wirklich wollen, und dann bleibens eben einfach unverwirklichte Träume.

So seh ich das jedenfalls.

L. G.