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Thema: Weltbild

Wir haben alle unser individuelles Weltbild. Es erlaubt uns eine Vorstellung davon, wer wir sind und was die Welt oder der Kosmos ist. Dies ist unsere einzige Orientierung - das, was uns im Leben Halt gibt.

Daher ist es nur verständlich, dass sich viele Menschen wehren, wenn man versucht, sie zu Veränderungen daran anzuregen.

Unsere persönlichen Weltbilder, so individuell sie auch sein mögen, weisen eine Menge Überschneidungen auf, die man in der Summe als kollektives Weltbild bezeichnen kann. Dieses kollektive Weltbild wiederum prägt das soziale Umfeld der Entwicklung des individuellen Weltbildes. Es findet also eine dynamische Rückkopplung statt.

Wenn nun schon das persönliche Weltbild bis aufs Messer verteidigt wird, ist es natürlich klar, dass Veränderungen im gemeinsamen, kollektiven Weltbild sich unter normalen Umständen nur sehr schwer etablieren.
Dass sich in diesem kollektiven Weltbild zeitnah spirituelle Inhalte und Werte fest etablieren lassen, ist also äußerst unwahrscheinlich, solange es nicht durch tief einschneidende, einen großen Teil der Menschheit betreffende Ereignisse es schwer erschüttert wird.
Einschneidende Veränderungen haben sich bisher immer nur über lange Entwicklungszeiträume im kollektiven Weltbild durchsetzen und oft erst nach dramatischen Ereignissen fest etablieren können.

Nun haben sich mit dem Eintritt in das sogenannte Informationszeitalter einige Bedingungen für die Entwicklung des kollektiven Weltbildes stark verändert. Ideen können sich erheblich schneller ausbreiten, als je zuvor. Was jedoch zurzeit noch bleibt, ist die durch die Verteidigung der individuellen Weltbilder bedingte Trägheit.

Hinzu kommt, dass das Informationszeitalter einen Prozess der Angleichung individueller, kultureller, sozialer und lokaler Weltbilder auf allen Ebenen ausgelöst hat, der zurzeit noch voll im Gange ist und teilweise dramatische Veränderungen im gesamten Weltbild der Menschheit zur Folge hat.

Wenn wir daran interessiert sind, spirituellen Perspektiven und Werten in diesem Weltbild mehr Gewicht zu verleihen, gilt es also, zunächst einmal all diese Ströme der Veränderung zu betrachten, um herauszufinden, wo wir ansetzen können.
Ebenso wichtig ist es natürlich, zu erkennen, auf welchen Werten das momentane Weltbild basiert und wo die aktuellen Strömungen durch drastische Veränderung große Unsicherheit auslösen und dadurch konservative Kräfte wecken, die Widerstand erzeugen.
Andernfalls werden unsere Bestrebungen keine Beachtung finden oder sehr schnell wieder im Sande verlaufen.

Dazu liefern solche Diskussionen wie in Rishi's Kosmologie sehr wertvolle Ansätze.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis, die man aus dieser Diskussion gewinnen kann ist, dass die Zeit der Seher und Propheten sich dem Ende neigt und zukünftig Veränderungen nur noch eine Chance haben, wenn sie unter rationaler Berücksichtigung der Zusammenhänge solide in den bestehenden Werten verwurzelt sind und dadurch eine breite Annahme finden können.

Es kristallisiert sich also heraus, dass Veränderungen des kollektiven Weltbildes künftig nicht mehr durch Ersatz bestehender Werte, sondern durch Integration neuer Werte unter sorgfältiger Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse Einzug finden.
Daraus ergibt sich ganz zwangsläufig auch die Einsicht, dass sich nicht mehr einzelne Individuen durch umwälzende Erkenntnisse hervortun können, sondern auch hier das Ganze mehr Gewicht hat, als die Teile und Forstschritte in der Integration spiritueller Werte und Vorstellungen zur Gemeinschaftsaufgabe werden.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब