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Re: Kosmologie

Lieber Rishi,

ich freue mich sehr, dass du ebenso an einer gemeinsamen Ebene der Verständigung interessiert bist, wie ich.

Mein Anliegen ist, möglichst viele Aspekte der komplexen Realität zu integrieren. Daher bemühe ich mich, innerhalb einer rationalen Basis zu agieren, die sich auch an den mir bekannten Erkenntnissen der Wissenschaft orientiert.

Um das Feld abzustecken, in dem wir uns hier bewegen, würde ich das Ganze mal als intellektuelle Übung im Stil der Diskussionen tibetischer Buddhisten im Rahmen ihrer Ausbildung betrachten, zumal hier das Publikum für spürbare Veränderungen im kollektiven Bewusstsein der Menschheit schlicht fehlt.

Alles, was wir hier also erreichen können, ist unsere Fähigkeiten zu testen, uns verständlich auszudrücken und so aufeinander zu zu bewegen, dass wir eine gemeinsame Ebene des Verständnisses erreichen. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass uns dabei vielleicht noch so manches bewusst wird, was wir bisher nicht berücksichtigt haben.

Fest steht eigentlich lediglich, dass wir nichts ausklammern dürfen, wenn wir uns nicht von einem Teil der Welt, und da diese ja nur unser Spiegel ist, von uns selbst abschneiden wollen.

रोलन्द् बब

27 Zuletzt bearbeitet von rishi (02.09.2014 13:51:20)

Re: Kosmologie

Hallo Roland

Die integration möglichst aller auftauchenden Aspekte beinhaltet in diesem Kosmologie Thread, das integrieren dessen was ebenhier in der "Kosmologie der Unsterblichen" erscheint.
Erscheinen tut eine Kosmologie die sich mühelos mit den Grundbausteinen der geisteswissenschaftlichen Lehren Europäischer Denker der Antike, sowie den antiken Denkweisen asiatischer Geisteskulturen vereinen lässt.
Insofern die Wurzelbildung einer Eurasischen spirituellen Erkenntnislehre.
Dazu ermöglicht uns die Quantenphysik die mentale akzeptanz, das ein jeder einen eigenen erfahrungs und erinnerungskosmos besitzt.
Die verschränkung dieser mannigfaltigen Kosmen ist ein Kapitel der "Kosmologie der Unsterblichen", das ich nicht erwäge hier zu veröffentlichen.
Dennoch:
Wir finden Nagualismus vor, beim transzendieren des weltlichen Glaubensgebildes.
Wir finden Nirvikalpa vor im Kontext der "Nichts" Substanz.
Wir finden den platonischen Demiurgen vor, beim schöpferischen Beobachter der "Nichts" Substanz.
Die Wurzel europäischer spiritueller Denkkultur gründet bei den meisten hierzulande in Platos "Timaios" Text, was zwar denkerische Grundlage ist, doch keine allgemein bewusste Volkskultur.
Dazu finden wir in der "Kosmologie der Unsterblichen" die affirmation zur bedeutenden Fragestellung, die es dem Menschen ermöglicht in seinen inneren Tiefen die Antwort zu Finden:

"Woher, komme ich zur Welt"

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Re: Kosmologie

rishi schrieb:

Ein erneutes Hallo an Cosmic Floh
:-)

Lackmustest bestanden.
Was der Deutsche nicht kennt, frisst er erst wenns der Ami vorgekocht hat.
Anhänger einer neuen Lehre sollens also werden.
Hunderte.
Gut.
Schaunwermal.
Wieso eigentlich nicht, mal etwas Anhänger haben.
So ein Anhänger macht sicher viel freude.
*HI*



Das tiefere Verstehen der Glaubensfunktion, scheint dir noch nicht geläufig.
Es geht doch nie um Irreführung.
Die findet sich eher in der Politik.

Es ging mir einzig um Mitteilung und gemeinsames Erinnern.
Dazu sind Fähigkeiten nötig, das Weltliche zu transzendieren.
Man kann sich fragen:

Woher komme ich zur Welt?
Die Antwort auf diese Frage findest du nie in einem Buch.
Eher in deinen innersten Tiefen.

Du scheinst tatsächlich völlig in deiner eigenen Welt zu leben. Erinnert irgendwie schon leicht an Authismus.

Zunächst mal bin ich kein Deutscher, sondern Inder. Ich studier hier nur. Mit Amis hab ich auch nix am Hut, außer dass auch die natürlich ein Teil von mir sind.

Und was Glaubensfunktionen angeht, darin kennen wir uns seit Jahrtausenden schon besser aus, als ihr. Darüber sind wir längst raus gewachsen, wir wissen und haben euch erst gelehrt, wie man sich jenseits vom Glauben selbst von der Wahrheit überzeugen kann.

Mich interessiert auch nicht die Bohne, wo ich her komme (obwohl ich natürlich weiß, dass ich aus Indien komme), das is so eins der typischen Probleme, die ihr euch hier in Europa selber macht. Klar könnt ich jetzt sagen, ich komm von Brahman, und das hab ich zuerst in Büchern gelesen, bevor ichs dann für mich in der Meditation geprüft hab. Aber was besagt das schon?

Und Finger weg von meinen innersten Tiefen! Wenn du wüsstest, was das ist, wüsstest du auch, dass wir uns da überhaupt nicht unterscheiden und würdest nicht auf "DEIN" Innerstes bestehen.

Wenn du also in Zukunft jemand was mitteilen willst, dann mach dir mal klar, dass du immer nur auf der Suche nach Liebe und Anerkennung bist, weil das, was zu zu wissen glaubst, aus ner Quelle kommt, auf die jeder Zugriff hat. Wenn er will. Und wenn nciht, wirst du ihn auch nicht dazu bringen, sich zu erinnern.  ;-)

29 Zuletzt bearbeitet von rishi (02.09.2014 12:24:24)

Re: Kosmologie

Lieber Cosmic Floh

Es liegt mir fern deine Wurzeln zu verneinen.
All deine Seinsaspekte sind ganz gewiss unangefochten von mir.
Das du aus Indien stammst und deine Innersten Tiefen gut erfährst freut mich sehr.
Das die Veden eine grossartige Literatur darstellen und als anerkennbare Kosmologie gelten ist auch unangefochten.

Ich liebe deine Anwesenheit hier im Thread.
Schön das du mitschreibst.

Alle paar tausend Jahre, werden die antiken Kosmologien erneut manifestiert.
Das darf gelassen zur Kenntniss genommen werden.
Wir streiten hier in Europa bereits zu lange, über die Auslegung spiritueller erklärungs Aspekte weit entfernter Kulturen.
Da unsere spirituelle Wurzel durch die blutige Christianisierung weitgehend vernichtet wurde, haben viele Menschen keinerlei Orientierung, wie sie in Ihr tiefstes Inneres gelangen.
Was wir haben sind die Eleusinischen Riten, die leider nur ganz schwach in ihrer Form erhalten geblieben sind.
Doch sind bei Uns Europäern auch Menschen vorhanden, die das ganze Wissen in sich zu erinnern vermögen, und dazu noch kultiviert und sozial kompatibel sind zur rest Menscheit.
Daher ist der Wunsch nach eigener Darstellung und einer eigenen Verständnisbildung entstanden, daran arbeite ich zur Zeit.

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Re: Kosmologie

Mhhh, mal sehen, wir haben hier also einen Seher, der nicht sieht, dass die Leute, denen er etwas vermitteln möchte, das alles längst wissen.

Wir haben hier einen Baba, der gern alles integrieren möchte, Unsterblichkeit aber für unnötige Spinnerei hält.

Wir haben hier einen kosmischen Plagegeist, der sich gegen Glauben und seine eigene Macht wehrt.

Und wir haben hier einen Zweifler, der zwar auch nicht so recht zufrieden mit dem jetzt ist, aber kein Vertrauen hat, es besser machen zu können.

Dann ist ja alles in bester Ordnung. Der Kosmos entfaltet sich in ihnen und gibt seiner Vielfalt ein Gesicht.

Alles, was sich bewegt, sind eure Herzen. Der Kosmos bleibt, was er ist: einfach wunderbar.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

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Re: Kosmologie

Hallo Rinzai, klar und trocken, aber herzlich - wie immer. Danke.  :-)

Lieber rishi,

du kannst dir sicher denken, dass mir meine Wurzeln nich so viel bedeuten. Das Land is dreckig, die Leute sind engstirnig, rückständig, egoistisch, hinterlistig, teilweise religiös verbohrt. Die Schriften kennt zwar jeder, aber wirklich gelesen hat sie kaum einer, vom Verstehen will ich gar nich erst anfangen.

Bei meinen Leuten is Deutschland das Paradies, der Himmel auf Erden. Wer hier gearbeitet oder studiert hat, steigt gleich eine Kaste höher.

Und euer Christus hatte mit Buddha wahrscheinlich mehr Ähnlichkeit, als mit den Juden. Außerdem sind wir auch von den Moslems überrannt und in unsrer Kultur massiv manipuliert worden.

Wer sich nach spirituellen Wurzeln sehnt, kann sie auch finden. Aber brauchen tut das keiner. Alles, was man braucht, um sein wahres Wesen zu erkennen, ist immer da, genau jetzt. Wenn man anfängt, nach seinen Wurzeln zu suchen, verlässt man das jetzt und gerät in eine Vorstellungswelt, in die Verwirrungen der Geschichte. Dabei vergisst man leicht die wunderbare Welt um uns herum und die Mitmenschen.

Rinzai hat völlig Recht: Es ist Hier, es ist Jetzt, und jeder kann es ganz leicht erkennen, wenn er aufhört, zu suchen.

L. G.

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Re: Kosmologie

Ich habe natürlich nicht grundsätzlich etwas gegen die Vorstellung der Unsterblichkeit. Was mich nur gewaltig stört, ist sie im falschen Kontext zu zitieren. Unsterblichkeit ist und bleibt für das an die Materie gebundene Ich eine der Wirklichkeit entfremdende Wunschvorstellung, die psychische und soziale Schäden verursacht.

Natürlich betrachte auch ich den Geist, unser wahres Wesen, als unsterblich. Aber wer Geist und Ich gleich setzt, hat diese Begriffe noch nicht differenziert und in integriert. Geist ist der abstrakte Kern unseres Wesens und das Ich ist natürlich von ihm durchdrungen, er denkt, fühlt und nimmt wahr durch das Ich.
Aber er ist nicht das Ich, sondern das Ich ist nur ein winziger Teil von ihm, und egal, wie weit wir es auch aufblähen, das ich wird auch nie zum Geist.

Um unser wahres Wesen als Ganzes zu erfassen, so sagt nicht nur meine persönliche Erfahrung, sondern auch die meisten Schriften und Überlieferungen zu diesem Thema, müssen wir die Identifikation mit dem Ich vollkommen aufgeben. Die Identifikation, wohlgemerkt, nicht das Ich selbst oder unsere Vorstellung davon.

Daher ist es auch kontraproduktiv, sich zu sehr an das innere Erleben und abstrakte Vorstellungen zu klammern und dabei das vergängliche, sterbliche Ich zu vergessen oder vernachlässigen.

"Ich kam zur Welt" und "woher bin ich in diese Welt gekommen" sind zwar mögliche, aber äußerst irreführende Sprachkonstrukte, die zur Klärung der tatsächlichen Verhältnisse und der Erkenntnis des wahren Selbst nichts beitragen können, sondern dies nur noch mehr verschleiern. Sie steigern die Identifikation mit dem Ich und verhindern so die Erkenntnis des wahren Selbst, welches weit über das Ich hinaus geht.

Wir können sagen: Ich und der Geist sind nicht getrennt oder ich und die Welt sind nicht getrennt, aber Ich, Geist und Welt sind dennoch völlig unterschiedliche Aspekte des kosmischen Ganzen, die eng miteinander in Beziehung stehen.
Wenn wir das nicht sauber differenzieren und die Teile in der richtigen Beziehung zueinander in unsere Kosmologie integrieren, schaffen wir nur Verwirrung, anstatt Verständnis, und eine Grundlage für jede Menge Irrtümer, die letztendlich meist früher oder später Leid erzeugen.

Und lieber Rishi, du schreibst:

Erfahrungsgemäss sind Technische Messungen nicht vertrauenswürdig bei der Wahrheitsfindung spiritueller Zustände.

Bevor du dich zu sehr an solche Glaubenssätze klammerst, würde ich dich bitten, dich einmal über den aktuellen Stand der Bewusstseinsforschung zu informieren. Spirituelle Zustände sind auch für die Wissenschaft kein Buch mit sieben Siegeln mehr und man kann sie heute nicht mehr beliebig sich selbst und anderen vorgaukeln.
Besorg dir einfach mal ein Messgerät für die Alphawellen des Gehirns und vergleiche Messungen von Menschen im Alltagsbewusstsein und in der Meditation. Und dann miss dich mal selbst und betrachte dir die Werte deiner vermeintlich spirituellen Bewusstseinszustände.
Dann erlebst du vielleicht eine unangenehme Überraschung! Möglicher Weise sind nämlich nur ein Bruchteil davon wirklich spirituelle Zustände und der Rest reiner Selbstbetrug.  ;-)

Ich kann es nur immer wieder betonen, dass echte Spiritualität absolut nichts mit Glauben zu tun hat, sondern immer rational begründbar und mit simplen Methoden, und neuerdings auch mit technischen Geräten überprüfbar ist.

Alles andere ist pseudo-spirituelle Religiosität, ein Ritt auf der populär-spirituellen Welle.

रोलन्द् बब

33 Zuletzt bearbeitet von rishi (03.09.2014 05:16:17)

Re: Kosmologie

Lieber Roland Baba
Ich frag mich grad, was du eigentlich mitteilen möchtest.
Als ob da (O-Ton Rolandbaba, seit vielen jahren: "..es sind alles nur Spiegel", "auch das bin Ich", "alles das unterennbare Eine") etwas anderes als Du, dich selber sehend und erkennend in den Glaubensvorstellungen deiner selbst wäre?

Sei's drum.
Man kann sich auch in Paradoxien verlieren.
Ich entnehme deiner Mitteilung, das da Ängste sind und Befürchtungen, meine Formulierungen betreffend.

In einem Universum wo es 'wahres' Selbst, möglicherweise 'falsches' Selbst sowie mögliche daraus resultierende Ängste oder Befürchtungen gibt, ist es schwierig eine einfache Kosmologie zu verstehen, das ist klar.
Ich kann da im Moment keine tiefere Einsicht aus deinem letzten Posting herausfiltern.
..mal sehen, wie sich das in der Zeit weiter entwickelt.


PS:
Rinzai, grossartige Atmosphäre in deinem Text.
Meinst du echt, das ich was beibringen will?
Für mich ist es eher ein Vorstellen meiner Kosmologie.
Ohne das Bedürfnis nach Indoktrinierung (erziehung).

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Re: Kosmologie

Lieber Rishi,

keine Angst, ich sehe das alles völlig gelassen: Alles, was ich hier mache, ist meiner Zeit als identifiziertes Ich einen Sinn zu geben. Dieser Sinn besteht darin, Perspektiven zum kollektiven Weltbild beizusteuern, die einer auf das Leben ausgerichteten Spiritualität mehr Gewicht verleihen.

Ob das heute, morgen, in 10 oder 100 Jahren eine Wirkung hat oder völlig im Sand verläuft, liegt außerhalb meiner Macht.

Ich weiß, dass ich nicht der einzige bin, der dies tut, sondern nur einer unter vielen, und dass jeder das auf seine persönliche Weise tut.

Worum es mir dabei im Kern geht ist, lebendiger, nützlicher, auch auf das materielle Dasein ausgerichteter Spiritualität eine breitere Basis zu geben. Wir wissen aus der Geschichte, das Spiritualität immer nur sehr kleinen Minderheiten vorbehalten war, und das mit Sicherheit aus guten Gründen.

Das hat sich nun im vergangenen und den ersten Jahren dieses Jahrhunderts grundlegend geändert. Es ist zwar noch kein fester Platz für eine ernsthafte Spiritualität im kollektiven Weltbild auszumachen, aber der Boden dafür ist mit der populären, teils noch sehr religiös behafteten Spiritualität bereitet.

Daher sehe ich gar keine Notwendigkeit für tiefes Graben nach Spiritualität in unseren Wurzeln, in der verwirrenden Tiefe der Geschichte, die wie bereits erwähnt, offensichtlich immer nur sehr wenigen Menschen ein Erwachen zu ihrem wahren Wesen ermöglicht hat.

Ich sehe eher eine mögliche, lohnende Herausforderung darin, das zurzeit bestehende, materialistische, rationale Weltbild mit spirituellen Erkenntnissen und Erfahrungen zu verbinden, um den heute lebenden Menschen mit ihren Welt- und Wertvorstellungen eine Brücke zur Erkenntnis ihres wahren Wesens zu bauen.

Aus meiner Sicht führt eine Rückkehr zu Glauben und den überlieferten spirituellen Weisheiten der Vergangenheit bei gleichzeitiger Abkehr von dem, was heute lebenden Menschen sehr viel bedeutet, in eine Sackgasse.

Mit Fabeln und Methaphern kannst du vielleicht vorübergehend bei emotional verarmten Opfern des materialistischen Lebensstils eine gewisse Resonanz erzeugen, doch sobald sie sich stabilisiert haben, kehren sie wieder zu ihren rationalen und materiellen Werten zurück.
Das ist keine Vermutung, sondern eine nüchterne Betrachtung der Entwicklung nach der weltweiten spirituellen Welle der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Die überwiegende Mehrheit der damals spirituell sehr engagierten Menschen führt heute ein völlig rationales, materielles Leben und hat nach dem Scheitern ihrer großen Träume für die Menschheit größten Teils jedes Interesse an Spiritualität verloren.

Ich sehe die einzige Chance für einen tiefgreifenden Wandel der kollektiven Kosmologie und ein festes Etablieren spiritueller Werte darin, dass man den Menschen ihre momentanen Werte und rationalen, materiellen und wissenschaftlichen Maßstäbe lässt.
Nur wenn sich die Wissenschaft, die rationalste aller Weltsichten, objektiv mit der Spiritualität beschäftigt und verbindet, was bereits weltweit in zunehmendem Maß geschieht, kann eine feste Brücke entstehen, über die auch größere Teile der Menschheit den Gang zu einer erheblich erweiterten Kosmologie wagen werden.

Es geht, gerade bei uns in den wirtschaftlich führenden Nationen der Welt, den meisten Menschen viel zu gut, als dass sie dies freiwillig einer unsicheren, vagen, abstrakten Spiritualität opfern würden.

Und wir beide wissen doch sehr genau, dass es diese Illusion des Ich gibt und unser wahres Wesen, dass dies beides wahre Teile eines Ganzen sind, verschiedene Perspektiven auf das, was wir wirklich sind, die sich keineswegs gegenseitig ausschließen.

In meinem Universum gibt es Ängste und Befürchtungen und sie sind auch Teil von mir, den ich nicht leugne. Denen muss ich mich jedoch nicht hingeben.
Ich kann stattdessen auch aus reiner Freude am Sein versuchen, eine Verbindung zwischen dem vorherrschenden rationalen Weltbild und meinen spirituellen Erkenntnissen und Einsichten zu schaffen, die jedem Menschen, der es möchte, einen Weg zu seinem Wahren Wesen ermöglicht, ohne sich (sein Ich) dabei verleugnen zu müssen oder die Angst, sich dabei zu verlieren.

Das ist mein ganz bescheidener Wunsch, nicht für mich, sondern für alle.

रोलन्द् बब

35 Zuletzt bearbeitet von Rinzai (03.09.2014 06:31:16)

Re: Kosmologie

rishi schrieb:

Meinst du echt, das ich was beibringen will?

Für diese Frage hättest du eigentlich den Stock verdient! Welchen Grund könntest du sonst haben, deine Kosmologie vorzustellen?

Meine Meinung dazu ist für dich völlig irrelevant.

Aber was du erkannt hast, hast du erkannt.

Teile es oder behalte es für dich.

Wie auch immer du dich entscheidest und wie auch immer du das dann nennst, damit musst du leben.

Niemand kann auf dieser Welt einen Schritt machen, nicht einmal einen Atemzug, ohne sie zu verändern.

Das ist das Karma.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

36 Zuletzt bearbeitet von rishi (03.09.2014 09:11:46)

Re: Kosmologie

Eine Blume zeigte eine Blüte,
Schnell schlug Buddha mit dem Stock nach ihr.
Da er für sich dachte, die Blüte wolle ihn belehren.
Wer wurde von dem Schlag getroffen?

@Roland Baba
Danke für eine ausfühliche Auskunft.
Ich schätze deine Weitsicht.

37 Zuletzt bearbeitet von Thorsten (03.09.2014 22:47:52)

Re: Kosmologie

Sehr erheiternt diese Diskusion für mich.

Wie sehr doch auf dem kleinen Wort ich rumgeritten werden kann.

Ich würde sagen....ach nein STOP!!!

Da ist es wieder das ich ... verdammt!

Was nun???

Neuer Versuch:

Von dem Punkt hier, den ich leider in aller Ewigkeit niemals wiklich bestimmen kann, schaut es so aus das :

Ach nein wieder falsch!!

Da sollte ja Niemand sein, also wer soll dann schauen???

................

hmmmm meint ihr nicht auch, das es zwecks Kommunikation, vor allem in einem Medium wie einem Forum, wo der Austausch ja nur schriftlich erfolgt, einmal großzügig über das geschriebene Wort ich, hinweggesehen werden kann?

In der Begegnung von zwei Menschen geht ja auch viel mehr ab, als nur Worte die ausgetauscht werden.
Schwingung, Gefühl, Intuition und vieles mehr.

Wir sind nunmal alle Wesen die einen Körper bewohnen und sei es nur für die Zeit bis die Haltbarkeit dieses Gefäßes abgelaufen ist.
Dieses Wesen (Körper) ist das worin wir sind und woraus wir agieren.
Das Ewige im Vergänglichen.

Wir sind mehr als all das was kommt und geht.
Geboren wird und stirbt.
Und das kann jeder sebst erforschen.
Am Ende des Gedanken sind wir immer noch da.

Das Wort "da" ist natürlich unzureichend und "wir" bezieht sich wieder auf das Ich in Mehrzahl, wenn man sich rein auf die rationale Definition von "da" und "wir" versteift.

Aber könnt ihr denn nicht im Zusammenhang erkennen was ich meine?
Lest doch einmal mit dem Herzen, was natürlich auch nicht wörtlich genommen werden soll.
Denn jeder der sich solch ein Organ einmal anschaut, wird wohl keine Augen daran finden können.

Es ist eine Kunst in Worten das auszudrücken was unmöglich auszudrücken ist.

Und darin ist Rishi für mich wahrlich ein Meister.

Ich muß es nicht verstehen und begreifen.
Es reicht sich auf seine Worte einzulassen und mitzuschwingen.

Mir gelingt dies auch nicht immer.
Es fehlt oft einfach die Resonanz und auch die Wortwelt ist oft zu zu fremd.
Aber trotzdem fände ich es viel schlimmer, wenn er versuchte sich zu verbiegen, nur um auch von allen klar und deutlich verstanden zu werden.
Das gilt im übrigen für jeden Anderen auch.

Warum alles auf eine Ebene herunterstutzen?
Nur damit der Verstand sich daran ergötzen kann und wir unser Ego ein wenig mehr aufpumpen können weil wir ja ach so viel verstehen?

Ein anderes Beispiel:

Ihr trefft einen Betrunkenen, oder Verliebten, oder Bekifften, oder auch ein Baby das gerade lernt zu sprechen.
Ihr könnt seinen Worten nicht folgen aber sein Verhalten und das für Euch sinnloses Gerede, bringt Euch einfach zum lachen und Ihr habt Spaß daran und freut Euch grundlos.

Würdet ihr da auch versuchen diesen Menschen zurecht zu weisen und zu belehren?

Oder könnt Ihr einfach dankbar sein diesen Moment der Freude zu erleben?

Was machen den Komiker wie zB Helge Schneider?

Sie verdrehen und verändern die gewohnte Weise ihrer Worte und ihr Verhalten und beschehren uns dadurch Freude.

Die Vielfalt aus der Einheit ist doch das was das Leben so aufregend und wunderbar macht.
Das muß man nicht verstehen oder begreifen. Es ist einfach so.
Geht Ihr nicht in Resonanz ist es nicht für Euch gedacht.
Dann passt es halt momentan nicht und was Anderes wird schon kommen.

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Re: Kosmologie

Jo, Thorsten, gar nicht so einfach, ohne Ich Stellung zu beziehen.  ;-)

Jenseits von ich gibt's da inzwischen 37 Beiträge, die ohne verschiedene Ichs gar nicht entstanden wären.

Ohne Ich sind diese 37 Beiträge nur ein Haufen Worte. Erst aus einem Ich heraus bekommen sie Bedeutung und Wert. So bleibt ohne Ich von der Welt nur ein bedeutungsloser, wertloser, sinnloser Haufen von Erscheinungen.
Dann ist eben keiner mehr da, der sich an der Welt erfreuen oder über sie aufregen könnte.

Also bleiben wir doch lieber bei den vielen Ichs, nehmen sie an, umarmen sie liebevoll, leben unser eigenes Ich und versuchen, es zu verstehen, anstatt uns in abstrakte, geistige Vorstellungen von unserem eigenen, autonomen Kosmos zu flüchten, in dem wir allein das Sagen haben. Das wäre nämlich verdammt einsam und sehr deprimierend.

Aus diesem Grund kommt auch Rishi hier her, um sich mit uns auszutauschen, um zu prüfen, ob seine Kosmologie, die er in der einsamen, unendlichen Ewigkeit dort draußen erkannt hat, hier eine Resonanz findet. Er könnte sich ebenso gut einfach darauf ausruhen und sie für sich behalten.

Niemand zweifelt die Meisterschaft von allen an, die den Mut haben, hier ihre Erkenntnisse, Einsichten und Perspektiven der Bewertung der anderen Ichs preiszugeben. Allein dafür gebührt schon Hochachtung.

Aber trotz aller Meisterschaft ist auch niemand hier perfekt und gerade Austausch und Kritik helfen uns allen, uns immer weiter zu verbessern.

Das, worauf es hinaus zu laufen scheint, ist zu erkennen, dass die verschiedenen Perspektiven von Ich, Es, Wir und Sie zusammen gehören und niemand an allen Vieren vorbei kommt, ohne den Überblick zu verlieren.

Ich, das Innenleben, diese unerschöpfliche, unendlich tiefe Perspektive, ist das, was den Erscheinungen ihren Wert verleiht, was Gut und Schlecht erzeugt und uns ein Leben im Paradies oder in der Hölle ermöglicht.

Es, das neutrale Rationale, die unpersönliche, wissenschaftliche und logische Betrachtung der Erscheinungen, ist das, was uns erlaubt, ihre rein sachliche Beschaffenheit und ihre Beziehungen zueinander zu erkennen. Ohne diese Perspektive würde dem Ich Sinn und Funktionalität der Erscheinungen verborgen bleiben.

Wir, die soziale innere Perspektive von Familie, Dorfgemeinschaft, Fußballverein, Gesellschaftsschicht, Nation usw., ist die gemeinsame innere Perspektive, die den Erscheinungen ihre kollektiven Werte und Bedeutungen verleiht.

Und schließlich gibt es noch die soziale, äußere Perspektive, die uns erkennen lässt, welche objektive Bedeutung die Funktionalität der Erscheinungen hat, also den Sinn und Wert für das Ganze.


Wenn wir auch nur eine dieser vier Perspektiven außer Acht lassen, ist unsere Sichtweise unausgewogen, findet entweder keine allgemeine Annahme oder lässt sich nicht mit dem Geschehen der Welt vereinbaren.

Der Kosmos bestätigt oder widerlegt unsere Kosmologie immer unmittelbar durch die natürlichen Ereignisse in der Welt oder mittelbar durch die Reaktion unserer Mitmenschen.
Daher scheitert jede Kosmologie, die nicht alle Menschen auf all ihren unterschiedlichen Entwicklungsstufen angemessen berücksichtigt ebenso, wie jede Kosmologie, die sich ausschließlich auf das innere Erleben des Einzelnen, von Gruppen oder dem Menschen stützt und das neutrale Spiel der Kräfte in der Natur außer Acht lässt.

रोलन्द् बब

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Re: Kosmologie

@Thorsten: weißt du, ich glaub, die meisten Probleme bei so Diskussionen kommen nur davon, dass wir so unsaubere Definitionen mit uns rum schleppen.

Nehmen wir nur mal Ich z. Bsp., wo hört das denn auf, und wo fängt das Drumherum an? Wenn da jeder seine eigne Vorstellung hat, is doch klar, dass wir aneinander vorbei reden.

Und ausgerechnet das Ich fest zu klopfen, darauf hat sicher keiner Bock, das könnt ja die persönliche Freiheit einschränken.

Ich komm aus nem Land, in dem sie tausende von männlichen und weiblichen Gottheiten erfunden haben, die für alles Mögliche verantwortlich gemacht werden. Und gleich noch jede Menge Dämonen dazu. Und zu allem Überfluss auch noch die Reinkarnation. Wir sind also praktisch Meister darin, uns ins Abstrakte zu flüchten, nur damit wir hier und jetzt nicht das Beste für uns und alle anderen aus unserm Leben machen müssen.

Ich seh das wirklich so: wer nach irgend ner Form von Macht strebt, sei es nun Macht über die eigenen Gefühle, über die Materie oder über die Andern, hat irgendwann ne Ohnmacht erfahrn und das nicht verkraftet. Ich leb hier einfach nur mein Leben und nehm an, was kommt und wies kommt und mach das Beste draus. Da brauch ich keine Macht, muss nicht der Schöpfer von irgendwas sein und brauch auch keinen innern Ort, an dem ich vor schlechten Gefühlen und Enttäuschung sicher bin. Für mich is das göttliche genau hier, mitten in der Welt, genauso wie in mir. Dazu muss ich nich mal meditiern, yoga machen oder sowas, sondern einfach nur voll da sein. Und mehr geht sowieso nich, das sind doch alles nur Denkgebäude, Vorstellungen, Phantastereien, die an dem, was is, absolut nix ändern.

Lieg ich damit irgendwie falsch?

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Re: Kosmologie

Cosmic Floh schrieb:

Lieg ich damit irgendwie falsch?

Damit kommst du der Sache schon sehr nah.

Nur mit der Frage hast du dir selbst eine mit dem Stock verpasst!

Und Rishi spielt doch nur mit euch. Warum wollt ihr nicht mit ihm mit spielen?

Es gibt nur Wahrheit, wohin das Auge reicht. Der Kosmos lügt nicht.

Erfreuen wir uns am Sonnenschein, am Regen, am Wind, dann sind sie unser Freund.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

41 Zuletzt bearbeitet von Thorsten (04.09.2014 21:37:21)

Re: Kosmologie

Lieber Roland,

ich verstehe deinen Standpunkt und habe dem nichts hinzuzufügen. :)

Lieber Cosmic Floh,

sehr schön geschrieben wie ich meine.
Aber warum die Frage am Ende ob du das falsch siehst?
Gibt es den wirklich Richtig und Falsch im Bezug auf die eigenen Wahrheiten?
Diese Antwort kannst du dir nur selber geben.
Und wenn Jemand von Außen dir sagt das du irgendwie falsch bist wäre ich sehr vorsichtig in wie weit du dem glauben schenkst.
Natürlich ist eine ständige Selbstreflektion und auch der Austausch mit Anderen eine wundervolle Sache.
Nur bei wem sollte reiflich überdacht sein.
Aber ansich kann man das fühlen.
Besteht im Umgang miteinander Freiraum, Akzeptanz und Liebe bist du sicher nicht ganz verkehrt.

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Re: Kosmologie

Liebe Leute...

...wollt's nur kundtun, aus reiner Begeisterung:

sehr schön das alles!  :-)

..oder liege ich hiermit falsch?    ;-)


*INLOVE*

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Re: Kosmologie

Im wesentlichen kann man wohl zusammenfassen, dass es mitunter segensreich sein kann, das eigene Leben, das Erfahren, Denken und Fühlen des eigenen Ich mal mit etwas Abstand zu betrachten.
Vieles bleibt uns verborgen, wenn wir die ganze Zeit voll identifiziert mit unserer Weltsicht und unseren Emotionen durchs Leben gehen.

Was indessen offenbar selten gut tut ist, das eigene Erleben, sei es nun als identifiziertes Ich mitten in der Welt, als vollkommen freier Geist in der Ewigkeit, oder aus dem eigenen, tiefsten Inneren heraus, zu verallgemeinern. Das erzeugt, wie man hier deutlich erkennen kann, viel Widerstand.

Darum möchte ich hier gleich wieder mal zwei wichtige Stimmungen in den Raum stellen, die uns ein harmonisches Leben im Kosmos erheblich erleichtern können: Gelassenheit und Nüchternheit. Natürlich, ohne sie verherrlichen zu wollen.

Ohne Gelassenheit neigen wir dazu, unsere Vorstellungen wie auch unsere Emotionen zu ernst zu nehmen und erzeugen dadurch Grenzen, die zu inneren Spannungen führen. Nehmen wir diese dann nicht bewusst wahr und gleichen sie nicht aus, dann ist der Konflikt im Äußeren schon vorprogrammiert.
Da sich das Ganze auf subtilen, meist unbewussten Ebenen abspielt und in unserer offenbar doch noch überwiegend egozentrisch orientierten Gesellschaft sehr weit verbreitet ist, brauch man sich nicht zu wundern, dass Konfliktscheue allgemein als Schwäche ausgelegt wird.

Die Nüchternheit kann man als notwendige Voraussetzung dafür betrachten, gelassen bleiben zu können. Sie verleiht uns die Fähigkeit, den nötigen Abstand zu wahren, um die inneren Zusammenhänge der Erscheinungen und Vorgänge zu erkennen. Verlieren wir die Nüchternheit, den Kosmos als Ganzes mit all seinen Erscheinungen sachlich, rational und logisch zu betrachten, dann werden wir unweigerlich in unsere eigenen, subjektiven Vorstellungen und Emotionen gezogen und mit der Gelassenheit ist es dann meist auch sehr schnell vorbei.

Der Kosmos verlangt von uns bedingungslose Annahme seiner Ganzheit. Versteifen wir uns auf Visionen, abstrakte Vorstellungen und unser inneres Erleben, dann verlieren wir den Boden unter den Füßen. Klammern wir uns dagegen an das Materielle, an Rationalität und unsere persönliche Identifikation, dann werden wir immer tiefer in sie hinein gezogen und bekommen das Gefühl, eingesperrt zu sein.

Wer einseitig für das eine oder das andere Reklame macht, erweist der Menschheit daher keinen Dienst.

Auch wenn es aus manchen Perspektiven so aussehen mag, als ob den Menschen heute häufig der Zugang zu ihrer Innenwelt, ihren Gefühlen und den geistigen Aspekten des Daseins fehlt, ist das nur eine begrenzte Wahrheit, die nur im Rahmen ihrer Perspektive Gültigkeit besitzt.
Der Versuch, Menschen dann in die vermeintlich einzig richtige Richtung, zum Geistigen, in die Innenwelt und abstrakte Vorstellungen zu ziehen, wird dann nichts weiter bewirken, als dass man ihnen den Boden unter den Füßen Weg zieht, sie den Halt in der Welt verlieren und irgendwann aus ihren geistigen Höhenflügen äußerst unsanft wieder auf dem harten Boden der materiellen Realität aufschlagen.

Die Folge sind oft Ängste, Depressionen, der Verlust von Selbstbewusstsein und ein Mangel an Sinn im Leben.

Sich eingesperrt zu fühlen in einem Körper, der uns mit Emotionen, mit Trieben und Bedürfnissen überschüttet, gegen die wir mehr oder weniger wehrlos erscheinen, ist natürlich keine ernst zu nehmende Alternative. Ebenso wenig, wie sich über das resultierende Gefühl der Gefangenschaft mit maßlosem Konsum, der Gier nach Genuss, Macht, Sicherheit und Wohlstand hinweg zu trösten.
Zumal das ja die meisten Menschen gleichzeitig versuchen und sich daher ständig gegenseitig in die Quere kommen.

Wenn eine Kosmologie sich im täglichen Erleben, in der Innenwelt genauso wie im materiellen Sein in einem physischen Körper bewähren soll, darf sie nicht so einseitig sein, wie Rishi es in seinem Eingangsbeitrag vorgestellt hat.
Wir können nicht einfach ausklammern, was uns gerade unangenehm oder überflüssig erscheint, was uns stört in unserem Erleben des reinen Seins. Es begegnet uns nur deshalb, weil wir es bisher immer ausgeklammert haben und endlich lernen sollen, auch das anzunehmen.

Es dürfte klar sein, dass das Annehmen des Kosmos als Ganzes ein langwieriger Prozess ist, auf dessen Dauer wir aber damit erheblichen Einfluss haben, wie viel Widerstand wir dem entgegen bringen, was hier und jetzt in unsere Wahrnehmung tritt.
Natürlich können wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder davon ablenken und uns unserem abstrakten, inneren Erleben zuwenden. Doch früher oder später müsste es eigentlich jedem einmal klar werden, dass man damit keine Lösung geschaffen hat, sondern das Problem nur vor sich her schiebt.

Aus einer gelassenen, nüchternen Perspektive betrachtet gibt es nur einen möglichen Weg. Uns bleibt nichts anderes übrig, als gleichzeitig der vollkommen freie Geist zu sein, schwerelos jenseits von Raum und Zeit, und voller Hingabe, mit beiden Füßen fest auf dem Boden, unser materielles Sein als verkörperter Geist zu leben und alles zu integrieren, was in unsere Wahrnehmung tritt.
Alles, was wir nicht integrieren können, ist ein loses Ende in unserem Leben und verfolgt uns so lange, bis wir es integrieren oder unser Leben vorbei ist.

Kosmisch gesehen mag das keinen Unterschied ausmachen, aber wenn wir am Ende unseres Lebens vor hunderten von losen Enden stehen, werden wir zu der bitteren Erkenntnis gelangen, dass wir es vergeudet haben.
Und das ist keine abstrakte Vorstellung, sondern etwas, was ich selbst und viele andere Menschen genau so erfahren haben.


Alles Liebe.  *INLOVE*

रोलन्द् बब

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Re: Kosmologie

Lieber Thorsten,

die Frage war eigtl. kein Ausdruck von Selbstzweifeln, auch wenn es so aussah und offensichtlich auch so interpretiert wurde.

Ich denk ma, die meisten hier oder alle sind mit ausreichend Selbstbewusstsein gesegnet, dass sie die Antwort schon selbst parat ham, wenn sie ne Frage stellen.

Is wohl mehr so ne art Tests, wie empathisch die andern sind.

Ich wollt damit jedenfalls nur andeuten, dass ich noch bereit bin, auch andre Perspektiven zuzulassen, als meine momentanen.

L. G.

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Re: Kosmologie

Hi, lieber Rupam, schön, wieder hier von dir zu lesen und danke für das Kompliment.


Lieber Rishi,

ich nehme an, du nimmst die Kritik an deiner Kosmologie nicht übel. Dein Beitrag war wie immer hervorragend und könnte für manche sicherlich interessante, neue Perspektiven eröffnen. Aber er würde in der dar gebrachten Form dann doch eher ein eines der endlos vielen Esoforen passen.

Wenn wir bei dem Motto Forum für So-Sein, Nondualität und integrale Sichtweisen bleiben wollen, denke ich, müssen wir aber doch etwas höhere Ansprüche stellen.

Nicht, dass ich uns oder dieses Forum als etwas Elitäres betrachte, im Gegenteil, genau davon möchte zumindest ich eigentlich eher weg.

Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn es uns allen hier in Zukunft gelingt, solche Ideen, die ja auch ein Stück kosmischer Wahrheit darstellen, in angemessener Form so aufzubereiten und zu integrieren, dass sie nicht einengen und den Eindruck einer neuen Religion erwecken, sondern unseren Horizont erweitern.


Alles Liebe.   *INLOVE*


Siehe auch: Zitate / Integrales Yoga

रोलन्द् बब

46 Zuletzt bearbeitet von rishi (06.09.2014 10:56:27)

Re: Kosmologie

Roland Baba schrieb:

ich nehme an, du nimmst die Kritik an deiner Kosmologie nicht übel. Dein Beitrag war wie immer hervorragend und könnte für manche sicherlich interessante, neue Perspektiven eröffnen. Aber er würde in der dar gebrachten Form dann doch eher ein eines der endlos vielen Esoforen passen.

Lieber Roland Baba
Ich nehme den Versuch einer kritischen Betrachtung meines Eingangstextes als das was es mit erscheint, es erscheint mir als der "Versuch" einer Kritischen herangehensweise.
Da wird sich bestimmt noch dies und das tun um dieses Forum von vielen anderen "Eso-Foren" zu Unterscheiden, falls dies dein Wunsch hier ist, als Forenbetreiber.



Roland Baba schrieb:

Nicht, dass ich uns oder dieses Forum als etwas Elitäres betrachte, im Gegenteil, genau davon möchte zumindest ich eigentlich eher weg.

Wie kommt man am einfachsten aus der ungewollten elitären Ecke raus in eine eher volkstümlichere Ecke?
Vieleicht mit Toleranz und integrationswille gegenüber dem eventuell ungeliebten?

Roland Baba schrieb:

Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn es uns allen hier in Zukunft gelingt, solche Ideen, die ja auch ein Stück kosmischer Wahrheit darstellen, in angemessener Form so aufzubereiten und zu integrieren, dass sie nicht einengen und den Eindruck einer neuen Religion erwecken, sondern unseren Horizont erweitern.

Dies nun ist deine Kritik, also das darüber hinausführende Element, nach einer eingehenden Betrachtung meines Textes Eingangstext--> (http://rolandbaba.de/forum/viewtopic.php?pid=637#p637)


Nun mein Kommentar:

Dieses Forum verhält sich wie ein Elitäres, das sich abgrenzt von minderwertiger Wahrheit scheinbar "andersdenkender".
Gleichzeitig versucht es sich auch noch von "Esoforen" abzugrenzen.

Noch erscheint mir da einiges durcheinander zu geraten, bei deinen heutigen absichts Erklärungen, die wahrnehmungspolitische Positionierung dieses Forum Betreffend.

Daher:

Möchten wir den momentan noch fruchtlosen und eher pseudokritischen Diskurs nun weiterpflegen, oder wollen Wir einander einfach Raum gewähren, unsere spirituellen Einsichten, die wir im jeweiligen So-Sein dauernd wahrnehmen, einander mitzuteilen in würdigendem Gewahrsein gegenseitigen Respektes und Wohlwollens?

47 Zuletzt bearbeitet von Rinzai (06.09.2014 11:02:07)

Re: Kosmologie

Lieber Baba, was du schreibst ist toll, aber Blödsinn, weil blah blah blah...  *NO*

Ist das Herz nicht dabei, dann zerstört die Vernunft jede Schönheit.

Ohne Vernunft kann man nicht wirklich verstehen und verliert den Boden unter den Füßen.

Wer nicht mit beiden Augen sieht, erkennt nur die Hälfte oder gar nichts.

Es ist jetzt, es ist hier. Es strahlt in unvergleichlicher Schönheit und hat einen tiefen Sinn.

Erfreut euch an dem, was hier und jetzt ist, dann passiert der Rest von Allein.

Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und esst, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.

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Re: Kosmologie

rishi schrieb:

Möchten wir den momentan noch fruchtlosen und eher pseudokritischen Diskurs nun weiterpflegen, oder wollen Wir einander einfach Raum gewähren, unsere spirituellen Einsichten, die wir im jeweiligen So-Sein dauernd wahrnehmen, einander mitzuteilen in würdigendem Gewahrsein gegenseitigen Respektes und Wohlwollens?

Nun sind die Standpunkte also klar dargelegt.

Mein Wohlwollen und meinen Respekt hast du, und ich denke, den von den meisten Anderen hier auch. Darum geht es nicht. Und auch nicht um das würdigende Gewahrsein, in dem sowieso jeder Mensch von Geburt an ruht.

Du bist doch der Spieler, der das alles hier nicht ernst nimmt, sondern nur als seinen kosmischen Spielplatz betrachtet. Wir möchten auch spielen, aber nicht nur für uns allein in unseren Tagträumen, sondern auch alle gemeinsam in der materiellen Welt.

Kein normaler, gesunder Mensch will leiden, und solche mystischen Tagträume erzeugen früher oder später immer Leid durch Entfremdung von der uns allen gemeinsamen, materiellen Realität. Es sei denn, man ist wirklich schon so weit, dass man sich ganz von der Welt verabschieden möchte. Dann gibt's aber auch keinen Grund mehr, irgend etwas mit Anderen teilen zu wollen.

Du bezeichnest diesen Diskurs hier, der dem finden einer alles umschließenden, uns allen gemeinsamen Wahrheit dient, als preudokritisch, womit du zum Ausdruck bringst, dass du ihn gar nicht an dich heran lässt. Das ist natürlich dein gutes Recht, aber solange du andere Meinungen einfach penetrant ignorierst, wirst du auch aus deiner einsamen, mystischen Ecke nicht heraus kommen.

Mir geht es ja gar nicht darum, mythische Bewusstseinszustände und Erfahrungen zu verwerfen oder diskreditieren. Niemand hier missgönnt dir oder bezweifelt dein Erleben. Nur will die Einsamkeit, die damit verbunden ist, offenbar auch keiner teilen.

रोलन्द् बब

49 Zuletzt bearbeitet von rishi (06.09.2014 12:29:20)

Re: Kosmologie

Lieber Roland Baba

Wie kommst du auf all sowas?

Da werden ja Zustände und Inhalte von Rolandbaba nach Rishi hin projeziert, die in keiner Weise mit dem Eingangstext oder mit Rishi zu tun haben können.


Nun sind die Standpunkte also klar dargelegt.

Mein Wohlwollen und meinen Respekt hast du, und ich denke, den von den meisten Anderen hier auch. Darum geht es nicht. Und auch nicht um das würdigende Gewahrsein, in dem sowieso jeder Mensch von Geburt an ruht.

Na also, das mindestmass an Gastfreundlichkeit existiert schonmal!

Du bist doch der Spieler, der das alles hier nicht ernst nimmt, sondern nur als seinen kosmischen Spielplatz betrachtet. Wir möchten auch spielen, aber nicht nur für uns allein in unseren Tagträumen, sondern auch alle gemeinsam in der materiellen Welt.

Kein normaler, gesunder Mensch
will leiden, und solche mystischen Tagträume erzeugen früher oder später immer Leid durch Entfremdung von der uns allen gemeinsamen, materiellen Realität. Es sei denn, man ist wirklich schon so weit, dass man sich ganz von der Welt verabschieden möchte. Dann gibt's aber auch keinen Grund mehr, irgend etwas mit Anderen teilen zu wollen.

Du bezeichnest diesen Diskurs hier, der dem finden einer alles umschließenden, uns allen gemeinsamen Wahrheit dient, als preudokritisch, womit du zum Ausdruck bringst, dass du ihn gar nicht an dich heran lässt. Das ist natürlich dein gutes Recht, aber solange du andere Meinungen einfach penetrant ignorierst, wirst du auch aus deiner einsamen, mystischen Ecke nicht heraus kommen.


Mir geht es ja gar nicht darum, mythische Bewusstseinszustände und Erfahrungen zu verwerfen oder diskreditieren. Niemand hier missgönnt dir oder bezweifelt dein Erleben. Nur will die Einsamkeit, die damit verbunden ist, offenbar auch keiner teilen.


Naja..

Ich werde zwar auf mehreren Kontinenten als Philosoph geschätzt, reise einsam mit Flugzeug von Einladung zu Einladung internationaler Gastgeber und hinterlasse residierende Gemeinschaften die mit bedingungslosem Grundeinkommen sowie meinem dargestellten Weltbild glänzend und in völligem gegenseitigen Vertrauen zusammenleben.
Doch das ist auch schon alles was meine Person in dieser Welt an Leid erzeugt.

Ich bekomme den Eindruck das du hier im Thread etwas deine eigene Frustration beleuchtest.
Hat das etwas mit meinem Eingangstext zu tun?

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Re: Kosmologie

Guten Morgen, liebe Gemeinde.

rishi schrieb:

Dieses Forum verhält sich wie ein Elitäres, das sich abgrenzt von minderwertiger Wahrheit scheinbar "andersdenkender".
Gleichzeitig versucht es sich auch noch von "Esoforen" abzugrenzen.

Noch erscheint mir da einiges durcheinander zu geraten, bei deinen heutigen absichts Erklärungen, die wahrnehmungspolitische Positionierung dieses Forum Betreffend.

Abgrenzung is, soweit ich seh, ne form von Differenzierung, die erstma nötig is, um was integrieren zu können.

Wertung is dann die Integration. Was keinen Wert hat, hat keine Bedeutung, is also weder differenziert, noch integriert.

Klar, alles is Wahrheit, aber jede Wahrheit hat nur nen Sinn, wenn sie auch nen Wert hat. Aber manche ham anscheinend echt n Problem mit simpler Logik.

Also für mich is hier absolut nix durcheinander, sondern ganz klar und sauber differenziert und integriert.

Wahrheit um ihrer selbst willen mag schön sein, aber sie is eben nutzlos für den Alltagsgebrauch. Und davon, dass ich mich an der Schönheit von ner nutzlosen Wahrheit egötze, werd ich nich satt, find keine Liebe, keine Freunde oder Freundinnen und kann schon gar nich mit Anerkennung rechnen. Aber das brauch ich dann ja auch alles nich, weil ich ja mit dem Ergötzen an der Wahrheit vollkommen zufrieden bin.

Aus: Philosophie für Anfänger von Cosmic Floh.