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Thema: Die Bedeutung der Leere

Stille. Leere. Frieden.

Wenn wir nach und nach all unsere Psychosen, Wünsche, Ängste, alle Hoffnungen und Befürchtungen, alle Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen lassen und zum Kern unseres Wesens vordringen, gibt es nichts mehr, was unser reines Sein beeinträchtigen könnte.

Dort herrscht die ewige Glückseligkeit, vollkommene Harmonie, absolutes Gleichgewicht.

Aus dem Alltagsbewusstsein erscheint das Innerste kalt, dunkel und leer. Das ist es auch. Aber nicht nur. Es ist ebenso Fülle, Geborgenheit, unendliche Freude, pure Extase.
Das Alltagsbewusstsein kennt nur die Welt der Erscheinungen, an die wir uns hängen und mit der wir uns identifizieren.
Deshalb fürchten wir die Stille, die Leere, die Dunkelheit, weil wir um unsere Existenz fürchten. Und deshalb bekämpfen wir sie, wo wir nur können, sind unaufhörlich mit dem ewigen, völlig sinnlosen Versuch beschäftigt, sie mit immer neuen Erfahrungen, Vorstellungen und Gefühlen zu stopfen.
Dabei ist die Stille, die Leere, die Dunkelheit ebenso Teil von uns, wie all die schönen, hellen, bunten Erscheinungen. Ohne den leeren Raum, in dem sie in Erscheinung treten, wäre Existenz überhaupt nicht möglich.

Genau das ist der Grund, weshalb wir aus dem reinen Sein in diesen Mangel, in dieses ewige, niemals wirklich befriedigende Streben, diese Gier nach immer mehr von allem geraten: weil wir uns von der Stille, der Leere abgewandt haben, sie aus unserem Leben zu verbannen versuchen, anstatt ihre Bedeutung zu erkennen und zu würdigen.

Es geht im Leben gar nicht darum, Stellung zu beziehen, sich für ein passives oder aktives Leben einzusetzen, sich zu verwirklichen oder sich zurück zu ziehen. Das dürfen wir, aber es ist nicht der Zweck unseres Lebens.

Das, worum es wirklich geht, ist die Ganzheit des Selbst zu erkennen. Und das ist nicht möglich, wenn wir die wichtigste Grundlage aller Existenz, die Leere, in der alle Erscheinungen entstehen und vergehen, leugnen und bekämpfen.
All die wunderbaren wie schrecklichen Erlebnisse und Erfahrungen unseres Lebens brauchten die Leere, um sich entfalten zu können. Damit etwas Neues in unser Bewusstsein treten kann, braucht es immer einen Platz, an dem es erscheinen kann. In etwas, was bereits voll ist, passt nichts mehr hinein.

Damit unser Sein in ewiger Glückseligkeit überhaupt möglich ist, brauchen wir also diese unendliche innere Leere, damit wir zu einem Gefäß werden, das niemals gefüllt werden kann. Alles, was wir erfahren, muss wieder in dieser Leere vergehen, kann uns niemals völlig erfüllen, denn dies wäre tatsächlich unser Ende.

Darum lasst uns die Leere annehmen und würdigen, anstatt immer vor ihr weg zu laufen. Ich kann euch aus Erfahrung versichern, dass sie uns nicht unwiderruflich verschlingt. Im Gegenteil, erst wenn wir sie vollkommen annehmen ihre wahre Bedeutung erkennen und würdigen, ergibt unser Sein einen Sinn, verliert seinen Schrecken, seine Angst vor dem Ende.

Erst die tiefe Verbundenheit mit unserer inneren Leere, ihre vollkommene Annahme und Würdigung erlaubt uns das Eintreten in die ewige Glückseligkeit, was wahre Sein in der Unendlichkeit.


Alles Liebe.   *INLOVE*

रोलन्द् बब