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Beitrag vom 30.08.2019 11:47

Seher

gab es zu allen Zeiten. Menschen, die dazu in der Lage waren, Ereignisse mehr oder weniger zuverlässig voraus zu sehen.

Sie wurden und werden naturgemäß meist ebenso geschätzt, wie gefürchtet.

Weil es den Menschen in der unbewussten Identifikation bei fast allem, was sie denken und tun, um Kontrolle geht, um die Illusion, immer das „richtige“ tun und durchsetzen zu können, wobei die Voraussicht als das einzige zuverlässige Mittel erscheint, die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen.

Sehr lange Zeit wurde dabei überwiegend auf Magie, Religion und Esoterik gesetzt, seit der Aufklärung aber mehr auf Logik und Rationalität.

Nicht zuletzt, weil es in jeder dieser Kategorien immer „Spezialisten“ gab, Zauberer, Priester, Schamanen, Heiler, Meister, Wissenschaftler, die mit ihrem „Sehen“ besser waren, was ihnen scheinbar mehr Macht verlieh, Abhängigkeiten, Widersprüche und Ungerechtigkeit erzeugte - weshalb sich auch keines dieser Systeme auf Dauer durchsetzen und halten konnte.

Heute wird weltweit zunehmend auf Spiritualität gesetzt und sehr viele Menschen erhoffen sich davon endlich die ersehnte Macht und Kontrolle, mit der sie für alle Wesen alles in ihren Augen Negative verhindern, beseitigen, unterdrücken und alles Positive erreichen, durchsetzen, verwirklichen, erkämpfen können.

Das ist natürlich gar keine Entwicklung, kein Fortschritt, keine Verbesserung, sondern eine tiefe Regression, entspringt den Kindheitserfahrungen von Ohnmacht, völlig hilflos einem absolut übermächtigen Universum ausgesetzt zu sein, das nur innerhalb enger Grenzen einigermaßen berechenbar erscheint.

Und wieder sind es „Seher“, wenige „Spezialisten“, spirituelle Menschen, die aufgrund ihrer Losgelöstheit vom Geschehen der phänomenalen Welt und der daraus resultierenden inneren Ruhe und Sicherheit weit tiefer in die kosmischen Zusammenhänge hinter der Oberfläche der Erscheinungen einblicken und daher treffendere Voraussagen machen können, was sie ebenso angebetet, verehrt, beliebt, wie gefürchtet und verhasst macht.

Was die Meisten aus ihrer unbewussten Identifikation mit ihrer besonders spirituellen und deswegen total überheblichen Rolle allen Menschen gegenüber, die je gelebt haben und nicht alles genauso sehen, wie sie großzügig übersehen ist, dass die gesamte Existenz ein feines Gleichgewicht zwischen Gut und Böse, Falsch und Richtig ist.

Es wird nie nur die „gute“ Seite geben und sich endgültig für alle Zeiten und jedes Wesen durchsetzen, denn ohne das „Böse“ gäbe es gar kein Gleichgewicht, keine Existenz.

Was ihnen ebenso völlig entgeht ist, das weder Vergangenheit, noch Zukunft in Stein gemeißelt sind. Das Einzige, was wirklich ist, ist das, was gerade jetzt ist - unveränderlich, nicht zu verbessern oder verschlechtern. Zukunft existiert noch nicht, kann also auch nicht vorhergesehen, kontrolliert und manipuliert werden.

Was „Seher“ zu allen Zeiten gesehen haben, egal, wie man sie nannte und nennt, in welche Schubladen man sie steckt, sind Tendenzen, kosmische Zusammenhänge, Wahrscheinlichkeiten, die bis zum letzten Augenblick noch umkippen können.

Was natürlich zu jeder Zeit, in jedem System, die interessanteste Frage ist und war, ist wie sie das machen und machten.

In spirituellen Kreisen wird da natürlich immer sofort in blindem Aberglauben das Herz als einziger „richtiger“, unfehlbarer Zugang zur absoluten Wirklichkeit genannt, total einseitig dualistisch verherrlicht und angebetet.

Nur eine Form von Gefühl soll dazu in der Lage sein, 100%ig zutreffende Vorhersagen über zukünftiges Geschehen machen zu können, die jede Einmischung des absolut „bösen“ Verstandes, jeder Gedanke verhindert.

Und das von Leuten, die Pläne machen, was sie einkaufen, wann und wohin sie in Urlaub fahren, sich genaue Gedanken machen, woher das Geld dafür kommt, was sie dazu alles brauchen, mit welchen Schritten sie das erreichen können, was sie möchten und verhindern oder beseitigen können, was sie nicht möchten - deren Leben ohne Denken gar nicht möglich wäre.
Sie lügen sich natürlich genauso in die Tasche, dass ihr Herz, ihr Gefühl, ihre Intuition ganz genauso oft trifft und völlig daneben liegt, wie ihr Verstand - ja, ohne Verstand, der die als reine Energie auftretenden Gefühle überhaupt erst interpretiert und wertet, nicht mal unterscheiden könnten, ob ihnen zu heiß oder zu kalt ist oder sie vielleicht einfach nur Hunger oder Durst haben.

Und damit ist dann auch schon einigermaßen klar, wie und warum manche Menschen scheinbar häufiger vorhersehen können, als die Meisten: sie bewahren genug Distanz, lassen sich in nichts hinein ziehen, sodass sie vollkommen ausgewogen mit Herz und Verstand, mit allen Sinnen, ihrem ganzen Wesen das Sein erfassen.

Was nur möglich ist, wenn man sich eben auf keine magischen, religiösen, esoterischen, rationalen, physikalischen, psychischen, ethischen oder spirituellen Konzepte, Dogmen, Regeln, auf Gefühle, Fühlen, Intuition oder Verstand versteift, sondern all das natürlich zusammen fließen lässt. 🙏🕉🔱☯

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