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Beitrag vom 06.07.2019 13:16

SELBSTBEWUSSTSEIN

- die Befreiung von der Illusion von allen Ängsten, Gefangenschaft, Schmerz und Leid, ist NICHT des Bewusstsein des Ich, der gespielten Rolle, ihres Charakters, ihrer Geschichte, ihrer Eigenschaften und Fähigkeiten auf der Alltagsebene, in der phänomenalen Welt, sondern die Selbst-Erkenntnis, die vollständige Annahme des abstrakten Selbst, von ES, Gott, der Seele, dem kosmischen Bewusstsein, unserer wahren Natur, des Unbekannten, Unbegreiflichen oder wie auch immer es schon genannt wurde und wird.

Um das zu begreifen, was (NICHT WER) wir wirklich sind und nicht immer wieder auf die bekannten und berüchtigten Ebenenverwechslungen herein zu fallen, ist es vorübergehend notwendig, die phänomenale Welt der ganz persönlich erfahrenen, individuellen Realität des Ich, der gespielten Rolle, dem Ego samt seinem physischen Körper und unserer wahren Natur, dem Abstrakten, Unbekannten, Unerkennbaren zu trennen.

Die ganzen spirituellen Verwirrungen und daraus resultierenden Zweifel, Widersprüche und Irrtümer, die unter spirituellen Menschen oft immer wieder zu Schmerz, Leid und teilweise erbitterten Kämpfen führen, entstehen nur durch die Ebenenverwechslungen.

Diese entstehen allein dadurch, dass wir unser Ich, die gespielte Rolle, die wir auch als phänomenales Selbstbild bezeichnen könnten, nicht sauber von dem wahren Selbst, das mit diesem Ich fast gar nichts gemein hat, außer dass es vollkommen darin enthalten ist, trennen, differenzieren und unvoreingenommen betrachten.

Ein nicht sauber differenziertes, vollständig in seiner Begrenzung erkanntes und verstandenes Ich oder phänomenales Selbstbild kann nicht harmonisch und ohne Widersprüche in ein abstraktes Selbst integriert werden, in dem diese Widersprüche zwar auch existieren, aber keine Bedeutung haben.

Es passiert praktisch allen Menschen immer wieder mal, ganz kurz oder mitunter auch mal für längere Zeit, häufig durch außergewöhnliche Ereignisse wie Drogenerfahrungen, Unfälle, Schocks, frisch verliebt Sein, Krankheiten, große Verluste, sehr schmerzhafte Erfahrungen, dass sie vorübergehend aus dem Ich, dem phänomenalen Selbstbild heraus fallen in ein viel offeneres, weiteres und tieferes Bewusstsein.

Diese gern als Erleuchtungserfahrungen bezeichneten Phasen eine „höheren" Bewusstseins werden häufig als befreiend und beglückend erlebt, sind jedoch selten stabil, solange das Ich, die gespielte Rolle nicht vollständig differenziert, erkannt, verstanden und integriert sind.

Die Folge ist der „Rückfall" ins Ich, das die gemachte Erfahrung einer viel offeneren, weiteren, tieferen, toleranteren Bewusstseinssphäre im Nachhinein ganz allein für sich beansprucht, zu seinem Besitz erklärt - und weil sich da nun mal alles so unendlich viel freier angefühlt hat, mit aller Macht wieder haben will.

Das ist der Grund für die Existenz der vielen Befreiungswege, religiösen, esoterischen, philosophischen und spirituellen Lehren, die ALLE daran scheitern, dass es für das Ich eben völlig unmöglich ist, in diese Bewusstseinsebene oder Sphäre vorzudringen. Es ist ja bereits schon immer mitten drin und eben „nur" das phänomenale Selbstbild.

Das berühmte und beliebte „ich bin" in all seinen verschiedenen Schreibweisen ist auch nichts anderes, als Selbst-Verarschung, denn das, was als Ich betrachtet wird, ist nicht das, was wir sind, kann sich nicht entwickeln und über sich hinaus wachsen. Es wird durch seine Grenzen definiert und kann ohne diese gar nicht von allem anderen unterschieden, wahrgenommen, vorgestellt, erlebt oder gefühlt werden.

Das, was dieses Ich, das phänomenale Selbstbild wahrnimmt, kann niemals das Ich sein. Es ist immer das wahre Selbst, das durch das Ich die phänomenale Welt, und dazu gehören auch alle „feinstofflichen", energetischen und geistigen Ebenen, wahrnehmen und sich darin bewegen kann.

Das Problem für das Ich, sich selbst und die Welt, das ganze Selbst zu erkennen, verstehen und anzunehmen ergibt sich daraus, dass es eben gar nicht existiert, nur eine Vorstellung, eine Idee, eben das phänomenale Selbstbild ist.

Und daraus ergibt sich ein weiteres Problem, nämlich dass dieses Ich niemals etwas anderes sieht, als Projektionen in Projektionen, da es ja selbst eine ist. Es kann nicht über seine Grenzen hinaus etwas erkennen, denn es IST eine ganze Sammlung von Grenzen, nichts weiter, als ein beweglicher Filter, der 99,9999% der Erscheinungen, die allesamt immer da sind, ausblendet.

Daher kann das Ich, und damit das Selbst, wenn es sich ausschließlich damit identifiziert, niemals unterscheiden, ob es sich in der unbewussten Identifikation befindet, eingeschlossen ist in sein künstliches Selbstbild, gefangen in einer Illusion.

Und doch ist es ganz einfach, das zu erkennen: sobald auch nur eine Idee von Trennung, von Ich und Welt, Ich und die Anderen, Ich und das wahre Selbst existiert, also sobald es überhaupt irgendwo irgend ein Problem, eine Frage, ein Mangel, ein Fehler, etwas Böses oder Gutes zu geben scheint, ist das definitiv nur aus dem Ich, der Täuschung, dem virtuellen Selbstbild betrachtet.

Ein „höheres", besseres, weiteres, wahres Ich oder Selbst existiert in der phänomenalen Welt nicht, ist völlig unerreichbar und sobald danach gesucht, gestrebt oder gar behauptet oder geglaubt wird, es zu sein, ist es nur eine Selbsttäuschung - wie die ganze phänomenale Welt, so real, fest, schmerzhaft und leidvoll sie auch erlebt, erfahren, gefühlt wird.

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"So eins und einfaltig ist dieses Bürglein in der Seele über alle Weise erhaben, dass jene edle Kraft nicht würdig ist, dass sie je ein einziges Mal nur einen Augenblick in dieses Bürglein hineinluge, und auch die andere Kraft, die wagt auch nimmermehr da hineinzulugen.
Gott selbst wird niemals nur einen Augenblick da hineinlugen und hat noch nie hineingelugt, soweit er in der Weise und Eigenschaft seiner Personen existiert ... Es müsste ihn alle seine göttlichen Namen kosten und seine persönliche Eigenheit"

Meistere Eckhart

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