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Beitrag vom 06.06.2019 10:46

Schüler:

Was hat dich eigentlich zum Meister gemacht? Gab es da einen Weg, eine Technik, Disziplin, Übungen, Rituale, ein besonderes Verhalten, etwa Mitgefühl, oder ist es eher ein spontaner Moment der Erleuchtung?

🕉

Meister:

Das, was mich zum Meister gemacht hat, warst du, eben gerade.

Meister ist nur eine Vorstellung, eine Kategorie, eine Schublade im Bewusstsein des Beobachters. Sie dient nur der Unterscheidung von Menschen, die nötig ist, um das Gefühl der Identität zu verleihen, ein Jemand zu sein, der besser oder schlechter als andere ist.

Außer in der Vorstellung gibt es keinen Schüler oder Meister.

Sobald du aufhörst, dir solche unsinnigen Fragen zu stellen und ihnen eine Bedeutung zu geben, mögen sie dir vielleicht weiter im Inneren erscheinen oder du wirst vielleicht „Schüler" im Äußeren anziehen, die sie dir stellen.

Aber das wird an deinem Sein nichts mehr ändern. Du erkennst dich in jedem selbst und weißt, dass es sich nur im Bewusstsein des Beobachters oder Zeugen so abspielt und wirst keinen mehr in eine Rolle drängen und auch dich in keine Rolle mehr ziehen lassen, obwohl du vielleicht mitspielst.

Im bewussten Sein verschwindet der Beobachter nicht mehr, ganz gleich, was im Inneren der Rolle oder im scheinbaren Außen geschieht. Es ist immer ein unmittelbares Erkennen da, weil die Wertung der Erscheinungen zwar nach wie vor geschieht, du dich aber nicht mehr dazu gezwungen fühlst.

Es gibt nichts, was in diesen Zustand des wachen, bewussten Seins führt, was du tun könntest, um dort hin zu gelangen. Jede Bemühung führt augenblicklich davon weg.

Das scheinbare Erwachen geschieht nur aus der unbewussten Identifikation mit der Rolle betrachtet. Da der wache, bewusste Seinszustand ununterbrochen ist, nie aufgehört hat, gibt es keinen Weg, keine Technik, keine Rituale, mit denen jemand dort hin gelangen könnte, keine Entwicklung, keine Meister, die etwas „geschafft" haben und auch keine Schüler, die man dort hin bringen könnte.

Das wache, bewusste Sein wird nur durch die Identifikation mit dem Meister- oder Schüler-Ich, der Idee, eine Person, die gespielte Rolle zu sein verdeckt.

Erwachen könnte man in diesem Sinn als ledigliches Wegfallen der Täuschung betrachten, jemals vom wachen, bewussten Sein getrennt gewesen zu sein. Dabei ändert sich nichts außer der Perspektive. Weder das Ich, noch die Welt wird besser, schöner, friedlicher, mitfühlender, harmonischer. Und nicht einmal der Wertende, der das alles, was erscheint, entsteht und vergeht, all das Gute und Böse, Falsche und Richtige wahrnimmt verschwindet. Es wird nur vom Beobachter erkannt und bezeugt, der ohnehin noch nie darauf rein gefallen ist und sich nie mit irgend einem Urteil identifiziert hat.

🙏🔱🕉☯

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