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Beitrag vom 25.04.2019 17:12

Es ist schon faszinierend, dass gerade spirituelle Leute, die ES ja besser machen wollen, als alle Anderen, sich nach Kräften darum bemühen, es „falsch" zu machen.

Da wird der Verstand gnadenlos verurteilt, für alles Negative verantwortlich gemacht und bekämpft, während das Gefühl und sein Symbol, das Herz, mit aller Macht versucht wird, in den Himmel zu loben.

Obwohl doch ein klein wenig Logik diesen Irrsinn ganz leicht durchschaubar macht. Worunter leiden wir denn? Doch nicht unter dem Verstand, sondern unter den Gefühlen, mit denen wir nicht umgehen, die wir nicht kontrollieren, beherrschen, aus der Welt schaffen können - weder bei uns selbst noch bei Anderen.

Das kollektive Bewusstsein der Menschen, dass sich ja nach dem Aberglauben der Meisten ganz natürlich oder unter entsetzlichen Mühen immer weiter, höher, besser und schöner entwickelt, scheint sich bei genauerer Betrachtung auch nur im Kreis zu drehen und mit großer Hingabe immer wieder dieselben Fehler unter scheinbar ganz anderen Umständen zu machen.

Vor noch gar nicht so langer Zeit haben sich viele Menschen enttäuscht entschlossen, Gott und den Gefühlen den Rücken zu kehren, weil sie sich als unzuverlässig, unberechenbar erwiesen haben. Der Glaube, dass bei der „richtigen" Hingabe, dem rechten Verhalten und Vertrauen Gott oder die Natur schon alles zum Besten richten wird, ließ sich nicht mehr länger aufrecht erhalten und so hat man beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und dem Verstand zu vertrauen.

Selbstverständlich wurden Religion und Gefühl aufs schärfste bekämpft und verurteilt, als vollkommen nutzlos verworfen.

Umso faszinierender ist dann, dass heute wieder viele Menschen sich vom Verstand abkehren, ihn mit genau demselben Elan verurteilen und bekämpfen, aus der Welt schaffen wollen, wie es damals mit Glaube und Gefühl gemacht wurde.

Dass die heutigen Probleme sich gar nicht so von den damaligen unterscheiden, zum größten Teil eben daher rühren, dass sich das Kollektiv einseitig für den Verstand entschieden und alles andere verworfen hat, kommt offenbar den Wenigsten in den Sinn, wenn sie versuchen, jetzt genau denselben Fehler nochmal zu machen, alles wieder auf vorher zurück drehen, den Verstand vollkommen verwerfen und nur noch dem Gefühl oder Gott vertrauen wollen.

Der eigentliche Witz daran ist, dass weder Gefühl, noch Gott mit seinen himmlischen Helfern, der Teufel mit seinen höllischen Mitstreitern, die Intuition, der Verstand, die Logik das eigentliche Problem oder die Endlösung, das Böse oder Gute an sich sind, was aus der Welt geschaffen oder durchgesetzt werden muss, damit endlich alles „richtig" läuft, sondern lediglich die Idee, dass es ein einseitiges, immer, überall und für jedes Wesen gültiges Falsch oder Richtig gäbe, an das man sich nur zu halten braucht.

Wem es gelingt, mal von seiner Identifikation mit dem Ich, seiner Person, der gespielten Rolle und ihrer Geschichte einen kleinen Schritt zurück zu treten, sich mal mit Abstand zu betrachten, der vermag zu erkennen, dass er sich während des unbewussten Spiels in der Identifikation nur pausenlos selbst in die Tasche lügt, wenn er darauf rein fällt, Glaube, Wissen, Intuition, Logik, Verstand oder Gefühl sei die bessere, absolut unfehlbare, einzig richtige Wahl. Es sind nämlich alles auch nur Konzepte, die genauso oft richtig liegen, wie sie völlig daneben gehen und keines davon lässt sich für immer aus der Welt schaffen, sondern kann nur vorübergehend gefiltert, ausgeblendet werden, solange sich die ganze Aufmerksamkeit auf etwas anderes richtet.

Wer nicht das GANZE SEIN annehmen kann, mit allem, was darin erscheint und wieder verschwindet, hat ein echtes Problem, das ihn nie zur Ruhe kommen lässt. Ganz unabhängig davon, an was er glaubt, was er denkt, fühlt und tut.

Wer dagegen das Sein als Ganzes mit ALLEN positiven UND negativen Erscheinungen vollkommen annehmen kann, wie es erscheint, hat keinerlei Mühe, harmonisch mit ihm zu fließen, keine Probleme, sich zu entscheiden, keine Konzepte, denen er gehorchen, die er durchsetzen und verteidigen müsste.

Nur aus dieser Freiheit heraus können wir erkennen, dass all unser Denken, Fühlen und Handeln immer genauso falsch wie richtig ist, am Sein absolut gar nichts zu verändern vermag und nur aus reiner Freude am und Liebe zum GANZEN Sein völlig natürlich geschieht.

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