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Beitrag vom 10.11.2018 12:17

Die meisten Menschen gehen scheinbar ganz selbstverständlich davon aus, dass niemand wirklich leiden WILL. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn sie gehen ja bei der Interpretation aller Erscheinungen immer nur von sich aus, der eigenen, persönlichen Geschichte mit all ihren Erfahrungen, Idealen, Vorurteilen und Konzepten.
Selbst wenn sie sich mal überwinden konnten und „fremde", üblicher Weise genauso einseitige, dualistische Perspektiven übernommen haben, wurden es in diesem Moment automatisch zu „eigenen".

Wer will da schon ernsthaft in Betracht ziehen, dass er selbst absolut jede noch so unangenehme Erfahrung machen WOLLTE.

Dem Selbst ist es vollkommen egal, ob wir positive oder negative Erfahrungen machen, Hauptsache wir nehmen die Welt wahr, erfahren sie.

Negative Erfahrungen sind aber nicht vorherbestimmt, unausweichlich, ohne Bezug zu unserer Person, unserer gespielten Rolle. Sie sind an sich neutral, einfach das, was wir oder das Selbst in der Rolle erfahren wollten und erscheinen nur negativ, weil WIR SELBST sie in der Rolle so werten.

Daher ist „negativ", bei aller spiritueller Gleichmacherei im blinden Streben nach Entwicklung, Harmonie und Perfektion des ganzen Kosmos, der ja längst perfekt ist, auch keineswegs so schön einseitig dualistisch für alle immer Dasselbe.

Nicht nur von Mensch zu Mensch kann dieselbe Erscheinung mal etwas total Positives, unsagbar Negatives oder völlig Neutrales bedeuten, sondern es ändert sich auch bei uns ständig, manchmal in Sekunden, dass wir sie mal negativ und mal positiv werten.

Es ist zwar auch „nur" ein Konzept, eine Perspektive, die letztendlich genauso beweisbar wie widerlegbar ist, aber wir können ja einfach mal so aus Freude am Sein, Denken und Philosophieren davon ausgehen, dass absolut jeder nur genau das erfährt, was er will - auch wenn das offensichtlich die meisten Menschen vehement leugnen würden, weil sie diesen Moment des Wollens vergessen, damit die Gefühle in der gespielten Rolle auch authentisch wirken und sie niemals selbst die Verantwortung für etwas Negatives übernehmen müssen, was sie erfahren.

Aus dieser Perspektive stellt sich dann natürlich die Frage, warum ein Mensch einmal, manchmal, öfter oder immer wieder negative Erfahrungen machen will.

Als die wohl häufigste Ursache können wir annehmen, dass Menschen, die eine wunderbare Erfahrung gemacht haben, ob nun einmalig, öfter oder über längeren Zeitraum, und diese wieder verloren haben dazu neigen, jegliche positive Erfahrung aus Angst zu meiden, wieder einen solchen Verlust zu erleben.

Als eine andere, häufig auftretende Ursache ist denkbar, dass wir leichtfertig und unbewusst der Neugier folgen und wissen wollen, wie sich bestimmte negative Erfahrungen anfühlen. Und sei es auch nur, weil wir andere, scheinbar leidende Menschen besser verstehen wollen.

Solange das ganz bewusst, in Achtsamkeit und mit Selbst-Bewusstsein geschieht, ist es meist mit einmal durchgehen erledigt.
Wenn man sich aber schon als Weltverbesserer definiert hat und jedes lebendige Wesen für immer von allem Leid befreien will, geschieht das nicht mehr bewusst und achtsam, sondern man verfängt sich selbst leicht immer wieder in den negativen Erfahrungen, macht Konzepte daraus, gerät in Wiederholungszwang und Gewohnheit.

Natürlich gibt es noch jede Menge weitere, denkbare Gründe, immer wieder dieselben oder unterschiedliche negative Erfahrungen machen zu wollen oder zu bevorzugen, zum Beispiel um sich als etwas Besseres, besonders mitfühlend oder der ewige Held zu fühlen, der anderen ihr Leid abnimmt oder einfach um eine Aufgabe oder einen Sinn im Leben zu haben.

Das sind alles Fallen in der Bewusstseinssphäre des Alltags, in die man leicht tappen und sich dann vollkommen darin verfangen kann.

Fest steht: wer leiden WILL, kann nicht daran gehindert werden. Keine Macht der Welt kann ihn davon abbringen, alles, was er erfährt, negativ zu interpretieren.

Wer ihn da versucht, heraus zu holen, nimmt ihm die Chance zu erkennen, dass ein Teil von ihm diese Erfahrung machen wollte und immer wieder machen will, bis er das aus sich selbst heraus erkannt hat und die Verantwortung dafür übernimmt, anstatt ständig alle anderen, das System, die bösen Umstände und die ganze Welt zu beschuldigen oder in Selbstmitleid zu zerfließen.

UND wer jemanden mehr oder weniger unbewusst unbedingt an seinem Leid hindern will, darf sich auch auf „böse" Überraschungen gefasst machen, wird leicht zum Opfer der Aggressionen derer, denen er eigentlich helfen möchte - oder erfährt schlicht nur immer wieder Enttäuschung, weil er es ihnen einfach nie recht machen kann und sie sich sowieso gar nicht „helfen" lassen wollen.

UND die ganze Angelegenheit spielt überhaupt sowieso nur eine Rolle, wenn man sich eben in der nur gespielten Rolle hoffnungslos und völlig verfangen hat und glaubt, man sei tatsächlich nur diese scheinbare Person, der das alles ohne jegliches Zutun geschieht oder die alles Negative aus der Welt glaubt vermeiden und beseitigen zu können.

Aus etwas weiteren Perspektiven erkennt das, was wir wirklich sind, natürlich auch darin immer das Göttliche, ES, das Selbst, das Sein an und für sich. 🕉️☯️😊💖

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