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Beitrag vom 17.10.2016 09:46

"Ausleben" ist auch so ein witziges Konzept aus der Psychologie, auf das ich hin und wieder mal angesprochen werde.

Wer sich damit befasst, sollte sich zunächst mal darüber im Klaren sein, dass die Empfindungen, die man gerne ausleben möchte, um sich davon zu befreien, allesamt Fässer ohne Boden sind. Der Kosmos hat davon einen unerschöpflichen Vorrat, und solange man sich damit beschäftigt, können sie munter sprudeln.

Natürlich lässt sich die Idee, dass sich erfahrungsgemäß alles irgendwann einmal erschöpft, nicht nur, weil es auf die Dauer seinen Reiz verliert, auch nicht so ohne Weiteres von der Hand weisen.

Die Psychologie, obwohl die auch keineswegs so homogen und eindeutig ist, wie manche das gerne hätten, geht davon aus, dass unterdrückte Empfindungen und Impulse einen Energiestau auslösen können, der durch unbewusste Handlungen und Entscheidungen in immer wieder dieselben Situationen führt, in denen man dann ausgiebig Gelegenheit hat, sich mit dem jeweiligen Thema ausführlich auseinander zu setzen.
So lange, bis es eben seinen Reiz verloren hat oder man dem eine zufriedenstellende Bedeutung zuordnen konnte.

Wenn man von diesem Konzept mal gehört und es mehr oder weniger unbewusst übernommen hat, kann es sich dann natürlich auch immer wieder ganz wunderbar genau so verwirklichen.

Hier wäre mal wieder ein kleines Zitat von Don Juan aus Carlos Castaneda's Büchern ganz angebracht: "Die Welt ist nur so und so, weil wir uns unaufhörlich sagen, dass sie so und so ist. Wann immer wir aufhören, mit uns darüber zureden, wie die Welt ist, ist sie genau so, wie sie sein sollte."

In "Wirklichkeit" ist es also vollkommen egal und doch von immenser Bedeutung, ob wir nun verzweifelt versuchen, uns unerwünschte Empfindungen und Reaktionen abzugewöhnen, uns abzuhärten, zu gefühllosen, kalten Idioten zu machen, oder diesen unsinnigen Impulsen einfach nicht zu folgen, wenn wir können.

Jeder Impuls verpufft augenblicklich, wenn man sich verdeutlicht, dass ihm zu folgen am Sein absolut gar nichts ändert, sondern wenn, nur an den subjektiven Wahrnehmungen und Empfindungen aller Beteiligten.

Unter diesem Aspekt und Berücksichtigung, dass wir alle zwar individuelle Personen, aber ebenso auch Teile eines unbegreiflichen, unermesslichen Wesens sind, ist es also völlig unsinnig, irgendwelche Empfindungen ausleben und Impulsen folgen zu wollen, die erkennbar uns selbst oder anderen Menschen oder Lebewesen Schmerz oder Leid zufügen - wir treffen uns damit auch immer selbst, auch wenn uns das vielleicht in diesem Augenblick nicht bewusst ist. Es ist sogar asozial und total egozentrisch.

Da ändert auch nichts daran, wenn man sich großspurig einredet, dass es auch für die Geschädigten ein Gewinn sein könnte, wenn sie es ebenfalls nutzen würden, um gegen die eigenen Empfindungen anzukämpfen und sich dadurch selbst abzuhärten und zu gefühllosen Robotern zu werden.
Das macht zwar vorübergehend scheinbar sicherer, aber auch einsamer und oft sogar nicht wie gewünscht gefühllos, sondern eher wütend.

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