FB Artikel

Ausgewählte Facebook Posts von Roland Baba Zufälliger Post:   zufälliger Artikel

Beitrag vom 18.08.2016 22:26

Viele kennen es, auch wenn sie es vielleicht noch nicht so ganz erkannt, differenziert und integriert haben: das klassische Post-Erleuchtungssyndrom.

Da passiert in einem bestimmten Moment im Leben etwas, was alles verändert, die ganze Welt und einen Selbst, bis ins tiefste Innere erschüttert.

Und alles, was vorher als falsch und schlecht, aber auch alles, was als gut und richtig erkannt wurde, verliert im Angesicht einer strahlenden Herrlichkeit im Jetzt, die gleichzeitig Fülle und Leere, alles und nichts ist, jede Bedeutung.
Die Vergangenheit wird erst mal völlig bedeutungslos, erscheint wie ein Traum, ein Trugbild, als hätte sie bis zu diesem Augenblick nie existiert.

Und genau da fällt man schon wieder auf einen Traum, ein Trugbild herein, leugnet den ganzen, mitunter auch anstrengenden, schmerzhaften und leidvollen Weg, der einen genau da hin geführt hat, wo man jetzt ist.
Und genau da fangen viele an, diesen neuen Traum, dieses Trugbild auch zu verbreiten, Kurse zu geben, dass jede Bemühung völlig sinnlos ist, weil sowieso alles Gnade, nur Einbildung oder gleich gar nichts ist.

Nach dem totalen Absturz ins befreiende Nichts und der sich früher oder später meist anschließenden Erkenntnis, dass es dieses Nichts eben doch keineswegs schon war, geht das Leben eben weiter, bringt immer weiter neue Erscheinungen, Freude und Leid, Probleme und Herausforderungen mit sich.

Man beginnt zu erkennen, dass Leere und Fülle, Alles und Nichts noch nie getrennt waren und es außer in der individuellen Wahrnehmung auch nie sein werden, Schmerz und Leid genauso immer da sind, wie Freude und unendliches, herrliches Strahlen.

Wenn das reine Sein im Jetzt in den Vordergrund getreten ist und die persönliche Geschichte scheinbar ausgelöscht wurde, ist sie natürlich immer noch da und wird nur von der strahlenden Herrlichkeit des Jetzt völlig überdeckt.

Wenn ich auf "meine Vergangenheit" zurück blicke, sehe ich da natürlich auch das sich schon seit meiner Geburt durch dieses ganze Leben ziehende Strahlen, aber ebenso, dass es bis zu einem bestimmten Moment eben von der unbewussten Identifikation und ihren Problemen, scheinbarem Leid, immer wieder völlig verdeckt wurde.

Jetzt kann das alles für mich ohne Probleme und Widersprüche nebeneinander existieren, muss ich nichts davon mehr leugnen, ablehnen, ignorieren oder verdrängen, weder die Erscheinungen, die Vorstellungen, noch das Nichts - aber ebenso wenig muss ich irgend etwas davon verherrlichen, anbeten, verwirklichen, herbeiführen oder verteidigen.

Ich BIN einfach, dies und das, alles und nichts.

Und war es schon immer, auch wenn ich es scheinbar nicht schon immer wusste und erst die Rolle des Suchers gespielt habe, die mich genau da hin geführt hat, wo ich schon immer war.

Und gleichzeitig bin ich auch noch immer der Sucher, der ewige Schüler, der nie auslernt. Der Kosmos setzt sich keine dauerhaften, unüberwindlichen Grenzen, wird nie fertig, sondern das Bewusstsein wächst mit ihm immer weiter. Dagegen anzukämpfen ist völlig zwecklos, denn es ist nun mal seine Natur.

77 Leute mögen diesen Artikel. 28 Leute haben diesen Artikel in Facebook kommentiert. In Facebook ansehen   Einzelansicht

Posts aus dem Jahr 2015

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Posts aus dem Jahr 2016

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Posts aus dem Jahr 2017

Januar

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Posts aus dem Jahr 2018

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

Posts aus dem Jahr 2019

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

Suche in Posts

suchen nach: