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Beitrag vom 17.11.2015 10:00

ॐ - Om - Aum

... das ist die Sanskrit Silbe, die für den Urklang steht, die Allgegenwart des Göttlichen.

Sie ist das Symbol für die Verbindung von Atman, dem Selbst, und Brahman, dem Göttlichen, der Verschmelzung von Ich und Welt, von Körper und Geist zu einem harmonischen Ganzen, der ewigen Einheit von Ruhe und Bewegung, der Wurzel allen Seins.

Der Zufall will es so, dass es im Klang praktisch identisch ist mit dem अहम् (Aham) - dem Ich, in dem sich ebenfalls die Gegensätze gleichzeitig zu trennen und vereinen scheinen zur existenziellen Welt, dem materiellen, physischen Sein.

Es ist also praktisch die Eselsbrücke, mit der sich, heute nicht mehr nur in Asien, sondern weltweit Menschen immer wieder die Erinnerung der Einheit allen Seins ins Bewusstsein rufen.
Zumindest theoretisch, wenn es nicht zur leeren Gewohnheit, zum hohlen Ritual geworden ist.

Das scheinbar abgetrennte, in der Persönlichkeit gefangene Ich verbindet sich wieder mit seinem Ursprung, seinen geistigen Wurzeln, transzendiert die Grenzen der Formen, verliert sich im unendlichen Ganzen, verschmilzt mit allem, ist überall und nirgends - reines Sein an sich.

Dies ist der eigentliche Sinn jeder Meditation und jedes Gebets, in jeder Religion und jeder spirituellen Lehre.
Transformation der Grenzen, Rückverbindung mit den Wurzeln, tiefe, innere Erfahrung der Einheit allen Seins ist schon immer die Grundlage, das Motiv, der Sinn und Zweck jeder spirituellen Aktivität, völlig unabhängig von Herkunft, Bildung, Glaube und Kultur.

Da gibt es nichts zu erschaffen, zu verwirklichen, in die Welt zu zwingen - und auch nichts zu verhindern, zu beseitigen, zu bekämpfen oder vernichten. Ganz im Gegenteil: es ist die liebevolle Umarmung des ganzen Seins, was man gleichzeitig selbst ist, die tiefe innere Erkenntnis und Erfahrung, dass Sein nie von etwas oder jemandem getrennt ist.

Auch im christlichen, jüdischen und muslimischen Glauben gibt es diese Eselsbrücke, das Amen, womit sich Gläubige schon immer diese Einheit allen Seins in Erinnerung rufen - sich rückverbinden mit der Quelle des Seins, dem Ursprung, an dem das Göttliche und das Weltliche noch nicht getrennt sind, ebenso wenig, wie Ich und Welt, Ruhe und Bewegung, Gedanken und Gefühle, Krieg und Frieden, Lärm und Stille.

Manche verwechseln diese Quelle gerne mit Nichts, was ja auch sehr verlockend ist, wenn Existenz immer auch mit Leid verbunden ist und eine Befreiung davon durch Leugnung der Existenz und Flucht in ein Nicht-Ich auf der Hand zu liegen scheint.

Doch an der Quelle sind auch Freude und Leid ebenso wenig getrennt, wie Ich und Nicht-Ich oder Alles und Nichts.

Rückverbindung, Achtung, Rück-Sicht, Achtsamkeit - das ist genau das, was die lateinische Wurzel von Religion, religio, bedeutet. Und es fängt immer mit Glauben an.
Dem Glauben, dass es mehr gibt, als alles, was unsere Sinne wahr nehmen, was unserer Vorstellung im Augenblick zugänglich ist - ein unendliches Sein voller Vielfalt - und dass dieses Sein unsere Bestimmung und wahre Natur ist.



Aham Brahmasmi - अहम् ब्रह्मस्मि - nicht Nichts bin ich, noch bin ich Alles - nicht göttlich bin ich, noch von dieser Welt, nicht Fülle bin ich, noch Leere, nicht Ich, noch Nicht-Ich - denn all das ist niemals wirklich voneinander getrennt. ॐ

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