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Beitrag vom 06.11.2015 12:29

Die Sphären des Seins

Es ist für den wachen Geist ganz klar erkennbar, dass jedes substanzielle Geschehen, alles, was mit den Sinnen wahrnehmbar ist, sich durch verschiedene Sphären des Bewusstseins zieht, die meist nur teilweise oder gar nicht im persönlichen Abschnitt des kosmischen Bewusstseins wahrgenommen werden.
Modelle sind daher zwar immer Krücken, die einen Sachverhalt auf der persönlichen Ebene mit Analogien zu verdeutlichen suchen und deshalb missverstanden werden können, aber das populärste, weil einleuchtendste Modell, was sich durch die ganze Geschichte der Erforschung des menschlichen Geistes und Bewusstseins zieht, sieht etwa so aus:

Es beginnt im Kern, der Sphäre der Stille, an der gar nichts und doch alles gleichzeitig geschieht, an dem alle scheinbaren Gegensätze wie Alles und Nichts, Freude und Leid, Ruhe und Bewegung, Liebe und Ablehnung noch nicht getrennt, sondern ein Ganzes sind.
Das ist der Kern von allem, was in der physischen Welt zu existieren scheint, er ist immer da, in allem und in jedem, jenseits der Zeit - daher könnte man ihn auch als das ewige Jetzt bezeichnen.

ES verdichtet sich mit steigendem Abstand zum Kern über eine rein geistige Sphäre, gefolgt von einer energetischen, immer mehr bis zum persönlichen, konkreten, physischen, sinnlichen Erlebnis.
Das ist wohlgemerkt kein Zeitablauf, sondern jedes Erlebnis zieht sich gleichzeitig durch alle Sphären.

Je weiter außen die Perspektive ist, aus der ein individuelles Bewusstsein ES erfährt, umso realer, persönlicher, enger und härter wird die Erfahrung. Umgekehrt wird die Erfahrung umso harmonischer, je näher sich der Brennpunkt der Aufmerksamkeit, die augenblickliche Perspektive des persönlichen Bewusstseins am Kern befindet.

Das ist für den Verstand paradox, weil der Kern unendlich klein erscheint, während die Sphäre des persönlichen Erlebens unendlich groß wirkt.
Die subjektive Wahrnehmung der Welt ist immer umgekehrt proportional zur persönlichen Selbstwahrnehmung.
Um es mit einem Beispiel aus der Optik zu verdeutlichen, ist es etwa so, als ob das persönliche Bewusstsein nach außen hin die Blende immer weiter schließt, wodurch die einzelnen Erscheinungen immer klarer und schärfer hervortreten, während das Ganze aus dem Blickfeld verschwindet, sich im Nebel verliert. Dabei hat sich weder die Welt, noch das Ich oder das Selbst verändert, nur die Perspektive hat sich verschoben.

Umgekehrt erweitert sich der Brennpunkt mit der Nähe zum Kern immer mehr, wird die Welt weniger als einzelne, getrennte Objekte, sondern als unendliches Geflecht von Beziehungen wahrgenommen.
Dabei verliert sich auch die Illusion der Bedeutung einzelner Objekte, auch der eigenen Persönlichkeit, und der sinnvolle Zusammenhang zwischen allen Objekten, allen Erscheinungen, Guten wie Schlechten tritt immer mehr in den Vordergrund.

Im Kern scheint aus der persönlichen Sphäre betrachtet nur nichts mehr zu sein, weil dort der persönliche Anteil nicht von allem getrennt und somit nicht mehr als individuelle Existenz wahrnehmbar ist, was aber keineswegs bedeutet, er wäre nicht mehr vorhanden. Je mehr sich ein individuelles Bewusstsein mit seiner Perspektive dem Kern nähert, umso weiter wird alles. Konzepte, Modelle, Werte verschwinden nicht, sondern nehmen ihren natürlichen Platz ein, den sie ohnehin nur in der persönlichen Wahrnehmung scheinbar verloren haben.

Erwachte begeben sich Verdeutlichung von Zusammenhängen oft in eine für ihre Verhältnisse ungewöhnlich weit außen gelegene Sphäre.
Es gehört zum Spiel, das ES mit sich spielt, die Rolle unbewusst identifizierter, völlig von der alleinigen Existenz der physischen Sphäre überzeugter Personen zu spielen und gleichzeitig in die Rolle Erwachter zu schlüpfen, die diesen Hinweise auf die ganze Wirklichkeit geben.

Es ist aus offenen, wachen Perspektiven ganz klar zu erkennen, dass das Selbst sich nie zu einem bestimmten Zeitpunkt in irgend einer bestimmten Sphäre befindet, weder der materiellen, noch der energetischen, und auch nicht der rein geistigen, sondern immer gleichmäßig durch alle Sphären zieht.

Dabei kommen in allen Sphären auch unterschiedliche Aspekte von Persönlichkeit zum Ausdruck. die mit schwindender Distanz zum Kern immer weiter, vielseitiger, offener und annehmender erscheinen.

Jeder, der glaubt, das Selbst in einer bestimmten Sphäre entdeckt zu haben, liegt deshalb damit sowohl völlig richtig, als auch total daneben. Und genau das ist eines der Probleme, dass die meisten spirituellen, religiösen, esoterischen und sonstigen geistigen Lehren das Selbst ausschließlich in einer bestimmten Sphäre wissen wollen, es für das Ich erreichbar und dingfest machen wollen.
Aber das ist nun mal unmöglich, weil das Ich, wie alles andere auch, zwar in jeder Sphäre in unterschiedlicher Dichte vorhanden ist, aber eben immer nur einen Bruchteil des Selbst ausmacht.

Ein weiteres Problem ist die Vermischung der Sphären. Oft werden wahllos einzelne Aspekte der physischen, energetischen und geistigen Sphäre heraus gegriffen und in Bezug gesetzt, um den persönlichen Standpunkt zu untermauern, der Illusion von Ich mehr Substanz zu verleihen.

Daher ist der einzige Weg, das Selbst unmittelbar zu erfahren, sich auf alle Sphären gleichzeitig auszudehnen. Die ganzen Konzepte, Modelle und Lehren sind sich jedoch nur insofern einig, dass es die persönliche Sphäre, die physische Existenz allein nicht sein kann und konzentrieren sich nur auf eine bestimmte andere Sphäre, die energetische, die geistige oder den Kern.
Damit lassen sich gewaltige Einsichten und immense Erfolge erzielen, die in der persönlichen, äußeren Sphäre radikale Folgen haben, aber man fällt immer wieder in die persönliche Sphäre zurück.
Ich habe das selbst einige Male so erfahren, und wer sich aufmerksam und wach umschaut, erkennt es überall.

Auf die Dauer lässt sich keine Sphäre vernachlässigen, was erklärt, weshalb so mancher in außergewöhnlichen Erfahrungen wie in der Meditation, beim Yoga, unter Drogen, nach Unfällen und Schicksalsschlägen unglaublich wache, klare Momente erlebt, dann aber wieder völlig in der Illusion der abgetrennten Persönlichkeit versinkt.

Wer wach ist, weiß, dass er Person und vollkommen freier Geist, reine Energie und auch gar nichts ist. Sein Bewusstsein befindet sich in allen Sphären, wie das jedes Anderen auch, nur dass er dessen auch gewahr ist.

Das ist natürlich nur ein Modell, was der Wirklichkeit sehr nahe kommt, wie jedes andere aber natürlich auch seine Schwächen hat. Eben der Versuch, mit Vergleichen auf der persönlichen Ebene Zusammenhänge zu verdeutlichen, künstliche Grenzen zu neutralisieren, die zur Empfindung von Isolation, Mangel und Leid führen. Damit ES sich als Person und doch vollkommen freier Geist wahrnehmen kann - also in seiner wahren Natur.

Ich wünschen ein entspanntes, gelassenes, geborgenes Sein voller Liebe und Freude - gleichzeitig in allen Sphären.

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