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Beitrag vom 22.10.2015 05:14

Freier Wille - die unendliche Geschichte, Teil 21397

Es wird in spirituellen Kreisen oft so dargestellt, als ob wir, die Personen, die Ichs, absolut keinerlei Entscheidungsfreiheit, ja nicht einmal eine objektive Existenz hätten.

Das ist, wie eigentlich jedem einleuchten müsste, in der nondualistischen Wirklichkeit sowohl falsch, als auch richtig.

Ich will zwar jetzt keine Hoffnungen wecken, dass irgendwelche Egos doch die Realität zu ihren Zwecken (oder auch unter dem Vorwand von Menschlichkeit und Mitgefühl für andere Lebewesen) manipulieren könnten, aber nach nondualistischer Logik muss auch das sowohl möglich sein, als auch nicht.

Natürlich gibt es einen freien Willen, und auch nicht. Das ist für mit ihrer Person identifizierten Menschen immer nur eine Frage der Perspektive. Absolut gesehen gibt es ihn also, UND es gibt ihn nicht.

Das Wesen der Wirklichkeit ist vollkommen offen, ein objektives "geht nicht" gibt es nicht. Alles ist möglich UND unmöglich, und erst die Betrachtung oder das Erleben aus einer identifizierten Perspektive lässt die Waage auf die eine oder andere Seite kippen.

So ist es natürlich auch für eine identifizierte Person in einem gewissen Rahmen möglich, Entscheidungen zu treffen, um bestimmte Ergebnisse zu erreichen. Den Rahmen bestimmt dabei allein der Grad der Identifikation, denn der macht nicht nur das Bewusstsein einer Existenz als lebendiges, bewusstes Wesen möglich, sondern setzt ihm auch gleichzeitig die Grenzen, in denen es sich frei bewegen kann.

Es ist ganz simpel: will "ich" jemand sein und etwas erreichen, dann gebe ich damit die Freiheit auf, alles zu sein und zu können, akzeptiere genau die Grenzen, die meinen freien Willen beschränken und die Illusion der Gefangenschaft erzeugen.

Unser wahres Wesen, das, was wir jenseits der Person, der Vorstellungen von Ich und Welt, in der Wirklichkeit sind, bleibt davon völlig unberührt, ist immer vollkommen frei.

Fazit: die Person, das Ich, kann noch so viel zappeln, meditieren, visualisieren, arbeiten, beten oder was auch immer, sie wird NIE über den vollkommen freien Willen verfügen, denn um das zu sein, was sie ist, braucht sie ihre Grenzen, die sie definieren und ihr gleichzeitig die Freiheit nehmen.

Der einzige Weg in die absolute Freiheit ist der Abschied von jeder Vorstellung, wer und wie man ist. Die Person verschwindet dadurch nicht, nur ist man dann bewusst mit ihr identifiziert, erkennt und akzeptiert bewusst ihren Grenzen - in der Gewissheit, dass man in Wirklichkeit nicht diese Person ist, sondern absolut freier Geist, der ein Spiel spielt, nur vorübergehend eine Rolle angenommen hat.

Jede Idee von Selbstverwirklichung, Erwachen, Erleuchtung, aber auch Wohlstand, Glück, Frieden und Gerechtigkeit führt augenblicklich zum Verlust des freien Willens, zurück in die Gefangenschaft.

Mehr als Sein geht eben nicht - und weniger auch nicht. Liebe IST, genau jetzt, ebenso wie Frieden, Freude und Gerechtigkeit. Alles, was davon abschneidet, ist die unbewusste Identifikation mit dem Ich, der Person - die Idee, man könnte irgend etwas erreichen, was nicht schon längst ist und schon immer war.

Om Nama Shivaya. ॐ

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