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Beitrag vom 10.10.2015 03:46

Ich Bin

Ich liebe Konzepte. Zumindest tut die Person, für die ich mich gelegentlich halte manchmal so, als ob.

"Ich Bin" ist auch so ein wunderbares Konzept, welches die mickrige Person im Angesicht des ewigen, unvergänglichen, alles verschlingenden Universums mitunter vorübergehend in Sicherheit wiegen kann.
Damit ist es zwar ein wunderbarer Zeitvertreib für den Verstand, am Ende aber genauso Quatsch, wie jedes andere Konzept auch.

Bedenklich ist die in spirituellen Kreisen nicht zu leugnende Praxis, mit diesem "Ich Bin" das Ego in die Unendlichkeit aufzublasen, was nur zu einem tiefen Absturz führen kann.
Denn ein Ich kann nur als abgetrennte Form existieren, weil es ja sonst von allem Anderen nicht mehr unterscheidbar wäre.

Steigert man sich als die mickrige Person in dieses "Ich Bin" hinein und versucht, sich vorzugaukeln, man sei der ganze Kosmos, dann ist das der größte Ego Trip, den es gibt.

Es ist genau das, was in spirituellen Kreisen immer wieder als "nicht Annehmen der Person", das Verlieren der "Erdung", Entwurzelung nicht ganz zu Unrecht kritisiert wird.

Das grundlegende Problem, was dabei zu Tage tritt, ist die dualistische Neigung, den Dualismus abzulehnen und sich gleichzeitig völlig dualistisch als entweder die Person mit ihren Begrenzungen und Mängeln oder DAS, dieses "Ich Bin", dieser ewige, reine, unschuldige, freie Geist zu sehen.

Dabei sind wir doch in Wahrheit immer völlig nondualistisch Beides gleichzeitig.
Und genau darum geht ES eigentlich: diese mangelhafte Person in ihrer mangelhaften Welt voller Probleme und Ungerechtigkeiten UND das reine Sein des ewigen, freien Geistes bedingungslos vollkommen anzunehmen.

Das geht natürlich nicht mit "Ich Bin" und auch keinem anderen, noch so dollen religiösen, spirituellen, esoterischen oder wissenschaftlichen Konzept, sondern nur, indem man GENAU JETZT vollkommen, konzeptlos und bedingungslos in den Moment eintaucht, alles vergisst, was je war oder sein könnte - denn ES gibt nur diesen einen, einzigen Moment - das ewige Jetzt, vor dem wir davon rennen und uns vormachen, wir wollten ihn endlich erreichen - obwohl wir noch nie wo anders waren.

Einfach Sein - mehr geht nicht - weniger auch nicht.

Om Nama Shivaya ॐ

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