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Beitrag vom 22.07.2015 14:07

Vom Gleichgewicht

Wir lernen, Jemand zu sein, indem wir als Kinder ein Ich spielen. Wir wissen da noch nicht, was das Ich überhaupt ist, und das Bewusstsein, dieses Ich zu Sein ist auch noch nicht vorhanden. Wir Sind einfach und machen uns bis zu einem bestimmten Moment im Leben auch absolut keine Gedanken darüber, wer oder was wir sind.
Und als das Bewusstsein, was wir eben einfach nur sind, lassen wir uns immer wieder in diese Vorstellung gleiten, Jemand zu sein, wobei dieser Jemand zunächst mal noch sehr variabel ist.
Selbst die Identifikation mit einem bestimmten Geschlecht üben wir immer wieder, indem wir diese Rolle spielen, uns in das Bild, welches sich aus unseren Beobachtungen und Vorstellungen immer klarer zusammensetzt, hinein zu steigern.

Und damit beginnt die Geschichte des Ungleichgewichts, das uns bis dahin gar nicht interessiert hat, ebenso wenig, wie das Ich, was für uns nur ein Spiel war, in dem es mal männlich, mal weiblich, mal Räuber, Polizist, Mutter, Vater oder eben alles sein konnte, was uns gerade einfiel.

Je mehr und tiefer wir uns in diese Idee von einem einzigen Ich, mit ganz konkreten, immer gleichen Eigenschaften, das wir wären, hinein gesteigert haben, umso mehr kam das Ganze scheinbar aus dem Gleichgewicht, weil wir uns eben, um Jemand ganz bestimmtes zu sein, von allem anderen abgeschnitten haben.

Heute, als die mehr oder weniger "erwachsene" Person, die wir spielen, glauben wir genau zu wissen, wer und was wir sind. Und sind natürlich überzeugt, wir sind nicht nur "die Guten", sondern die Besten, ja, überhaupt die Einzigen, die wirklich wissen, was Sache ist.
Und vergessen dabei völlig, dass wir den Kosmos nur aus einem einzigen, winzigen Blickwinkel betrachten und 99,9999% von dem, was "da draußen" möglicher Weise wirklich vor sich geht, völlig an uns vorbei geht.

Aus dieser Froschperspektive auf 0,0001 % der Wirklichkeit glauben wir nun, erkennen zu können, was alles falsch und richtig, gut und schlecht, gerecht und ungerecht ist.
So kommt es, dass wir immer unseren Lupenblick auf unendlich winzige, völlig unbedeutende, scheinbare Ungerechtigkeiten blicken, im Zentrum unserer Aufmerksamkeit ein Ungleichgewicht zugunsten des Bösen sehen und in unserer Selbstherrlichkeit darauf schließen, dass der ganze Kosmos ins Wanken geraten ist und wir mit aller Macht für sein Gleichgewicht kämpfen müssen.

Das tun wir natürlich ebenso selbstherrlich in dem Wahn, wir wüssten für den ganzen Kosmos, was falsch und richtig ist, dabei spiegelt sich "dort draußen" nur unser eigens, inneres Ungleichgewicht, all das Böse, Schlechte, was wir nicht sein wollen, all das, was wir ablehnen und verurteilen, um Jemand zu sein.

Aus dem einstigen Ich-Spiel ist plötzlich bitterer Ernst und unsere einzige, persönliche Wahrheit geworden, in der wir nichts mehr dulden können, was nicht in unser Bild von uns und der Welt passt.

Dabei sind wir noch immer dieselben, göttlichen Wesen, die das Ich nur spielen und von all dem in Wirklichkeit gar nicht betroffen sind.

Schlechtes und Böses sind auch nur ein Teil des Spiels, schienen zu geschehen und ein temporäres oder lokales Ungleichgewicht zu erschaffen, wenn wir unseren Fokus ausschließlich darauf richten.
Treten wir einen Schritt zurück, aus der Rolle, die wir "nur" spielen, in das, was wir wirklich sind, dann erkennen wir augenblicklich, dass immer alles im Gleichgewicht ist, jedes Böse augenblicklich durch etwas Gutes anderswo ausgeglichen wird, und das Ungleichgewicht nur in der Vorstellung unseres persönlichen Bewusstseins existiert.

Wir können und dürfen uns in alles hinein steigern, was auch immer wir wollen - und zwar wir alle, ohne dass dies am ewigen Jetzt auch nur das geringste zu verändern vermag.

Es liegt also ganz bei euch, ausgeglichene, freie Wesen zu sein, für die das Gute, Glück, Liebe und Frieden ebenso erfahrbare, selbstverständliche kosmische Erscheinungen sind, wie das Böse, Unglück, Einsamkeit und Krieg. Oder eben euch in die Rolle der intoleranten, ablehnenden Ichs steigern, die dann überall im Außen genau dem begegnen, was sie im Inneren ablehnen, um sich der Illusion hinzugeben, Jemand, ein Ich, eine Person, oder gar ein IchBin, das Göttliche, der Kosmos selbst zu sein.
Wer das tut, muss sich aber nicht weiter wundern, dass er überall auf Ablehnung, Schmerz, Leid und scheinbares Ungleichgewicht stößt.

Der Kosmos, das ewige Jetzt, die Welt, gerät niemals in Ungleichgewicht - nur unsere Perspektive darauf, und der einzige und zugleich einfachste Weg, das Gleichgewicht wiederherzustellen, ist die Perspektive zu verschieben und die Welt nicht aus der Illusion vom gespielten Ich, sondern mit den Augen unseres wahren Wesens zu betrachten.

Om Nama Shivaya. ॐ

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