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Beitrag vom 06.07.2015 19:28

Der Kosmos ist Projektion. Samt allem, was sich darin befindet. Man hört es immer wieder, schon seit Jahrtausenden. Von allen Mystikern, Erwachten, Meistern, aber auch manchmal aus Ecken, wo man es kaum vermutet hätte, wie manchen Bereichen der Physik und Neurowissenschaften.

Viele lehnen es zunächst völlig ab. Leid und Ungerechtigkeit existieren, und sie müssen weg. Fertig. Da ist jedes Wort vergeudet. Die (kosmische) Wirklichkeit wird zur Illusion erklärt und die Illusion zur Wirklichkeit. Als ob das reine Sein sich durch einen Trichter in die enge Persönlichkeit und ihre Ansichten der Welt quetscht und alles darum herum vergisst, leugnet und aus der Welt schaffen möchte.
Ein eher unangenehmer Zustand, dessen einziger Vorteil das sichere Gefühl ist, jemand zu sein. Auch wenn man diese Illusion von Grenzen praktisch pausenlos schützen muss, um sie aufrecht zu erhalten.

Fängt man aber an, sich dieser Idee des Kosmos als Projektion, als Maya, ein wenig zu öffnen, dann verlieren die sorgfältig gepflegten Grenzen und Feindschaften, die nur der Aufrechterhaltung der Illusion einer begrenzten Person und ihrer Ansichten dienen, sehr schnell ihren Sinn, denn das Feld des möglichen Erlebens wird plötzlich unbegrenzt.

Manche mögen meinen letzten Beitrag für witzig und ironisch gehalten haben, aber es ist eine nicht zu übersehende Tatsache, dass das meiste Leid wirklich nur dadurch entsteht, dass Menschen glauben, kämpfen, arbeiten, etwas bewegen oder verhindern zu müssen - und damit unaufhörlich mit aller Kraft gegen das Erwachen ins entspannte, liebende, mitfühlende und freudige Sein kämpfen.

Da wird dann der Hass auf Menschen, die etwas vermeintlich Falsches tun, verzweifelt versucht, in dualistischer Manier zu etwas Gutem zu erklären, was irgend jemandem oder etwas hilft oder vor Schaden bewahrt. Diese fadenscheinige Ausrede mag vielleicht den Verstand beruhigen, aber das Gefühl von Hass und Aggression nagt weiter, zieht immer tiefer in die unbewusste Identifikation mit Illusion von der "perfekten" Person, die man sich zurecht gebastelt hat, und der man selbst nicht gerecht werden kann.
Da ist kein echtes Mitgefühl, nur Mitleid, was in Wahrheit nichts weiter ist als getarntes Selbstmitleid, weil man sich vorstellt, wie man das selbst erleben würde, was anderen Wesen widerfährt.

Wenn wir dagegen lernen, uns selbst und die Welt als die Projektion, die sie ist, zu erkennen und anzunehmen, können wir erfahren, was es bedeutet, wirklich mit dem ganzen Kosmos verbunden zu sein und unsere Liebe und Freude von ganzem Herzen zu erleben und weiter fließen zu lassen.

Es wird vielleicht nicht bei jedem von einem Tag auf den anderen geschehen, denn die Welt als Ort von Ungerechtigkeit und Mangel zu sehen und erleben, ist eine Gewohnheit, die man nur abschütteln kann, wenn man sie nicht bekämpft, sondern auch als völlig natürlichen Teil des kosmischen Ganzen annimmt, ohne ihr jedoch weiterhin zu folgen.
Für manche bedeutet das erst mal viel Übung, all die negativen Gedanken und Vorstellungen, die auftauchen, neutral zu beobachten, ohne sich hinein ziehen zu lassen oder dagegen aufzulehnen. Immerhin muss man dazu ja sein sorgfältig gepflegtes Wertesystem erst einmal vergessen, sei es nun selbst erdacht oder einfach nur nachgeplappert.

Ist die Vorstellung von Ich und Welt als feste Wirklichkeit erst einmal als Projektion erkannt und überwunden, dann öffnet sich der Raum wieder, das Empfinden des eigenen Selbst kann sich wieder frei entfalten und fängt an, diese Unendlichkeit als Projektionsfläche, ein Spielfeld, die Bühne zu erkennen, auf der das Sein erst wirklichen Frieden, vollkommene geistige Freiheit, unermessliche Liebe und ewige Glückseligkeit erfahren wird.
Nicht mehr als etwas, wofür man kämpfen oder arbeiten, was man durchsetzen oder verteidigen müsste, sondern was ganz natürlich aus sich selbst heraus entsteht und nie wieder vergeht.

Om Nama Shivaya. ॐ

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