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Beitrag vom 09.06.2015 10:00

Spiritualität im Alltag, Artikel von Roland Baba im Lichtfokus Nr. 24, 2008
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Vorrede: Als ich mich hingesetzt habe, um diesen Artikel zu schreiben, hatte ich eigentlich ein ganz anderes Konzept im Kopf. Aber nach dem x-ten Anlauf, ein, zwei Absätze zu schreiben, komplett zu markieren und wieder zu löschen, habe ich aufgegeben und mein Bewusstsein auf die Ebene gleiten lassen, von der aus ich auch antworte, wenn ich mit jemandem persönlich über spirituelle Angelegenheiten spreche.

Auf dieser Ebene ist der Verstand ausgeschaltet, und die Worte fließen mir unmittelbar zu. Das kann man mit dem Zustand vergleichen, wenn Medien mit ihren Informanten in Verbindung stehen. Früher waren da auch für mich außerhalb von mir befindliche Entitäten, meist Buddha, irgendwelche hinduistischen Götter oder abstrakte Wesen aus der Toltekischen Mythologie, die mir entweder erschienen und etwas sagten oder einfach nur Gedanken eingaben, die ich dann ausgesprochen oder für mich niedergeschrieben habe.

Eines Tages bin ich auf meinen Reisen durch das menschliche Bewusstsein auf die Erkenntnis gestoßen, dass diese Entitäten lediglich meine eigenen Projektionen waren. Mein Verstand ließ mich im unbeschreiblichen Abstrakten einfach nur etwas erkennen, was mir irgendwie bekannte Eigenschaften besitzt.

Heute ist das Abstrakte, der Geist, das Spirituelle so sehr ein Teil von mir selbst geworden, dass ich mich nicht mehr hinter irgendwelchen abstrakten Ideen verstecken oder ihnen abgehobene, wohlklingende Namen geben muss.

Es ist durchaus nicht so, dass ich das verurteilen oder abwerten will. Das ist eine Stufe in der geistigen Entwicklung, die ich selbst durchgemacht habe und die unbestreitbar ihren Wert hat. Ich habe lediglich erkannt, dass es auch eine böse Falle sein kann, wenn man sich jahrelang an solche Vorstellungen klammert.

Es geht nicht um die scheinbar existierenden geistigen Wesen, die nur ein Produkt unserer Vorstellung sind, sondern einzig um den Inhalt dessen, was das Eine dahinter uns vermittelt.

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Gelebte Spiritualität im Alltag
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Es kommen immer wieder Menschen mit der Frage zu mir, was sie im Alltag für ihre geistige Entwicklung tun können. Nach meiner Erfahrung ist es nicht möglich, auf diese Frage eine allgemein gültige Antwort zu geben. Dazu sind unser geistiger Entwicklungszustand und unser Bewusstsein einfach viel zu verschieden. In dieser Hinsicht machen viele spirituelle Richtungen und Lehrer Versprechungen, die sie nicht halten können. Den universellen Weg zur Erleuchtung gibt es leider nicht. Es gibt aber einige eindeutige Anhaltspunkte, die uns bei der Suche nach Möglichkeiten zur spirituellen Arbeit im Alltag helfen können.

Grundsätzlich bedeutet spirituelle Entwicklung die stetige Erweiterung des eigenen Bewusstseins. Also scheidet schon mal alles aus, was unsere Sichtweise einschränkt. Geistige Entwicklung orientiert sich immer am Ganzen. Meinen eigenen geistigen Fortschritt kann ich daher immer daran ablesen, inwieweit ich auch andere Ansichten zulassen und verstehen kann.

Die ganze Welt, die scheinbar da draußen existiert, ist nichts weiter als der Spiegel unseres eigenen Bewusstseins. Solange wir etwas da draußen verurteilen, nicht verstehen oder ablehnen, sind das Anteile unseres eigenen Selbst, die wir dort hin projiziert haben. Geistige Entwicklung bedeutet nichts anderes, als nach und nach all diese Anteile wieder zu integrieren.

Der Sinn spiritueller Praxis im Alltag ist also, uns zu einem Bewusstsein zu führen, in dem wir die Fehler und Schwächen anderer, wie auch unsere eigenen, als vorübergehende Erscheinungen erkennen, die vom jeweiligen Entwicklungszustand abhängen. Geistige Entwicklung ist hauptsächlich eine Frage der Energie des eigenen Bewusstseins. Die meisten Menschen verbrauchen fast ihre gesamte Energie dafür, den Alltag wahrzunehmen und sich den materiellen und emotionellen Herausforderungen des Lebens zu stellen. Da bleibt kaum welche übrig, um sich mit spirituellen Aktivitäten zu beschäftigen. Wir müssen uns also erst einmal mehr freie Energie verschaffen, indem wir sie aus unseren Gewohnheiten des Alltags abziehen. Das bedeutet, bevor wir überhaupt anfangen können, uns sinnvoll mit Spiritualität zu beschäftigen, müssen wir unser Leben erst einmal genauer betrachten, um herauszufinden, was wir lassen können, um Energie zu sparen.

Die Energie des Bewusstseins verhält sich ähnlich wie Wasser. Sie fließt aus den unergründlichen Tiefen des Universums in die Welt da draußen, um all ihre Erscheinungen hervorzubringen und gräbt dabei Bahnen in unser Bewusstsein. Je öfter wir dieselben Erscheinungen und Situationen erleben, umso tiefer wird der Graben, den die Energie dabei zieht, und umso schwerer wird es für uns, da wieder herauszukommen. Jeder Inhalt unseres Bewusstseins, jede Wahrnehmung, jeder Gedanke und jede Vorstellung ist eine Folge dieses Energieflusses.

Spirituelles Wachstum entsteht, wenn wir lernen, diesen Fluss bewusst zu steuern. Allein die Idee von Spiritualität ist schon ein neuer Bewusstseinsinhalt, der von Energie erzeugt wird, die nicht mehr in den Alltag fließen kann. Mit Spiritualität erzeugen wir ein erweitertes Bewusstsein, indem wir neue Bahnen für unsere Energie anlegen und somit die eingefahrenen Gewohnheiten unserer Alltagswelt trocken legen. Dies ist naturgemäß ein langwieriger Prozess, der viel Disziplin und tägliche spirituelle Praxis erfordert; denn die neuen Bahnen für ein höheres spirituelles Bewusstsein müssen genauso mühevoll angelegt werden, wie wir als Kind gelernt haben, die Alltagswelt wahrzunehmen.

Dieser Prozess fängt mit Ideen an, die wir als Anregung aus der Welt draußen in Form von Bildern, Filmen, Büchern und in Begegnungen mit spirituellen Menschen erhalten. Wenn wir diese aber nicht durch tägliche Praxis zur eigenen Erkenntnis und Erfahrung machen, kommt er schnell wieder zum Erliegen.

Wenn du einen guten spirituellen Text gelesen und verstanden hast und nicht zur persönlichen Erfahrung machst, wird dein Ego sich auf die Schulter klopfen und sagen: Toll, jetzt weiß ich wieder mehr. Und du hast der Müllhalde von sinnlosen Informationen, die du dein ganzes Leben lang als Ballast mit dir herum schleppst, wieder ein paar Stücke hinzugefügt.

Ein wirklich spirituelles Leben zu führen, wird dir erst gelingen, wenn du dein Ego, was dich immer ganz in den Alltag zurück zerren will, in endlosen inneren Kämpfen bezwungen und dienstbar gemacht hast. Und dennoch wirst du vor seinen Angriffen bis zum Ende niemals wirklich sicher sein.
Je bewusster du wirst und je mehr Kontrolle du über dein Leben gewinnst, umso stärker wird auch dein Ego, und umso raffinierter werden seine Fallen.

Es hat seinen Grund, dass die meisten Menschen sich mit dem Alltag abfinden und versuchen, ohne höheres Ziel einfach nur so bequem wie möglich bis zu ihrem Ende vor sich hin zu leben. Ein weiteres Problem der Spiritualität im Alltag ist der Faktor Zeit. Was ich immer wieder höre, ist die Ausrede: Spirituelle Übungen würde ich ja gerne machen, aber ich habe einfach keine Zeit dafür. Wann soll ich denn auch noch eine Stunde oder länger meditieren, Yoga oder irgendwelche anderen Übungen machen?

Nun, spirituelle Übungen sind Bewusstseinsarbeit. Wir üben das Umdirigieren von Energie vom Alltag in geistige Bereiche. Das kannst du praktisch jederzeit tun, beim Frühstück, im Bus, der S- und U-Bahn, an roten Ampeln oder wenn dein Bildschirm die Sanduhr zeigt. Der scheinbar so volle Alltag hat endlos viele kleine Lücken, die wir mit sinnlosen Beschäftigungen stopfen, anstatt sie zu nutzen. Wenn man einmal damit anfängt, diese Lücken zu suchen und zu nutzen, entdeckt man ständig neue. Für gestresste Menschen mit einem ausgefüllten Alltag eignen sich also solche Übungen am besten, die nur kurze Zeit beanspruchen und sich beliebig wiederholen und kombinieren lassen.

Das Standard-Verhalten in den vielen kleinen Zwangspausen des Alltags ist, an die Zukunft zu denken und sich zu sorgen, ob man alles schafft, was man sich vorgenommen hat. Wenn du in solchen Momenten im Hier und Jetzt bleibst, einfach nur den Augenblick bewusst erfährst, kannst du damit schon genügend Energie sammeln, um zu erkennen, dass dein ein oder anderes Vorhaben gar nicht so wichtig ist. Wenn du es dann von deiner Liste streichst, hast du schon wieder mehr Zeit und Energie gewonnen für deine spirituelle Entwicklung.

Nun sind wir Menschen, und unser Bewusstsein ist mit diesem Körper verbunden. Auch wenn das Endziel jeder spirituellen Entwicklung die vollständige Aufgabe aller Anhaftung an die Welt einschließlich unseres Körpers ist, brauchen wir ihn und somit die Alltagswelt, um Schritt für Schritt dorthin zu gelangen. So besteht spirituelle Arbeit darin, durch bewusste Kontrolle des Energieflusses ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen dem Alltag und der geistigen Welt.

Wir haben in unserer modernen Gesellschaft die geistige Welt vollständig auf eine abstrakte Ebene verbannt, die mit unserem Alltag nur insofern zu tun hat, dass wir gerne darüber plaudern und damit unserem Ego schmeicheln, dass wir uns auch mit Spiritualität auskennen.

Gelebte Spiritualität bedeutet aber, Gott, den Geist, Engel, galaktische Entitäten – kurz: das Abstrakte – in unser Bewusstsein zu reintegrieren und damit wieder mit dem Alltag zu verbinden. Wenn wir Gott oder den Geist zu einer abstrakten Vorstellung machen, statt zu gelebter Realität, vergeuden wir unsere Zeit und unser Leben. Tägliche spirituelle Praxis ist der einzige Weg, der uns zur Selbsterkenntnis und damit aus dem Ego, dem Gefängnis von materiellen und emotionellen Zwängen befreien kann.

Viele Leute kaufen spirituelle Bücher, besuchen Vorträge und Seminare, machen Kurse, freuen sich, mal etwas anderes gemacht zu haben und kehren dann unverändert in ihren Alltag zurück. Das nenne ich spirituellen Konsum. Echte Entwicklung kann erst stattfinden, wenn wir solche Erfahrungen in den Alltag mitnehmen und dort erweitern.

Den Schlüssel zu deinen ganz persönlichen, für dich am besten geeigneten spirituellen Übungen für die alltägliche Praxis hast du bereits. Es gibt nahezu unendlich viele Übungen aus den unterschiedlichsten religiösen und spirituellen Richtungen. Der Markt ist voll von Lehrern, Büchern und Zeitschriften, die dir alle die einzigen für dich richtigen Übungen verkaufen wollen. Sicher hast du schon Bücher und Zeitschriften durchgeblättert und bei den meisten Übungen ganz spontan gedacht: »So ein Blödsinn!« oder »Das ist nichts für mich«. Ein paar hast du vielleicht sogar ausprobiert und dann wieder sein gelassen, weil der gewünschte Erfolg ausblieb, oder du machst welche immer noch, weil sie dir wirklich etwas bringen. In jedem Fall kann ich dir nur gratulieren: Du hast es genau richtig gemacht.

Der Schlüssel zu deinen eigenen Übungen ist dein Herz. Was du nicht von Herzen annehmen kannst, wirst du nie lange genug durchhalten, um damit eine dauerhafte Veränderung in deinem Bewusstsein zu bewirken. Dein Verstand mag sich für spirituelle Übungen interessieren, weil sie Wissen und Macht versprechen, sei es aus Angst, um sich zu schützen oder aus Gier, Eitelkeit, der Sucht nach Anerkennung, Sicherheit oder Wohlstand. Hör nicht auf ihn, sondern wähle nur Übungen mit Herz.

Sie sind die einzigen, die zu geistiger Entwicklung führen. Du wirst vielleicht denken, das alles hier sei doch nur theoretisch, und dich fragen, wann denn nun endlich die praktischen Beispiele für die gelebte Spiritualität im Alltag kommen. Dazu kann ich nur sagen: Wir sind bereits mitten drin. Ich habe in deinem Bewusstsein bereits jede Menge Energie von deinem Alltag in spirituelle Bahnen umgelenkt. Es liegt jetzt ganz bei dir, dies auch zu nutzen. Tägliche spirituelle Praxis hat absolut nichts damit zu tun, wie man lernt, Auto zu fahren oder zu lesen und zu schreiben. Geistige Entwicklung findet im Bewusstsein und durch das Bewusstsein statt. Was sie bewirkt, sind nur die Absicht und die Stimmung; die Übungen sind nur dazu da, den Verstand abzulenken, damit er das Umleiten der Energie im Bewusstsein nicht vereitelt.

Daher ist jede Übung geeignet, die von deinem Alltag Zeit und Energie abzieht und damit die Grundlage für neue Erkenntnisse und Erfahrungen schafft. Und ebenso jede Übung, die neue Ideen und Erkenntnisse vertieft und zur bewussten Erfahrung macht.

Geistiges Wachstum kann dagegen niemals stattfinden, wenn wir uns ohne Herz immer wieder zu für uns unsinnigen Bewegungen oder Vorstellungen zwingen. Damit verbiegen wir nur unseren Geist und können auf die Dauer sogar körperliche Schäden hervorrufen. Bei spiritueller Entwicklung geht es nicht wie im Alltag zu. Eine Handlung oder Unterlassung, die regelmäßig in der Absicht und mit dem bewussten Ziel geistigen Fortschritts ausgeführt wird, hat immer Erfolg, auch wenn es manchmal Jahre oder Jahrzehnte dauern kann, bis man diesen auch erkennt. Die geistige Ebene befindet sich außerhalb des normalen Alltags und damit außerhalb von Raum und Zeit. Auf dieser Ebene taugt der Verstand nicht viel zur Orientierung. Dort ist der einzige zuverlässige Führer, unser Herz, und Vertrauen wird stets mit Erfolg belohnt. Also vertraue bei der Auswahl deiner Übungen Gott und deinem Herzen, dann kannst du niemals etwas falsch machen.

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